Derzeit gibt es Kritik bezüglich einer Millionenspende eines Bitcoin-Investors an die Partei „die Grünen“. Durch den gigantischen Energieverbrauch der Rechenzentren der Bitcoins werde ein unverantwortlicher CO2-Abdruck hinterlassen, erklärte die Landesvorsitzende der Linkspartei Wenke Brüdgam am Dienstag.

Millionenspende an Grüne moralische Geldwäsche?

Parteispenden unter der Lupe

Landesvorsitzende der Linkspartei in Mecklenburg-Vorpommern
äussert Kritik an Millionenspende

Sie forderte weiter alle demokratischen Parteien auf, Spenden im Zusammenhang mit Bitcoins abzulehnen: „Wir betrachten den aktuellen Vorgang um die Bitcoin-Spende an die Grünen als moralische Geldwäsche, die einem Ablasshandel gleichkommt.“

Die Spende wäre für die Renaturierung von Mooren besser angelegt gewesen, denn Moore speichern CO2. Dies wäre deutlich besser für das Klima gewesen als diese Mega-Geldspende an die Partei. Ihr Kollege Torsten Koplin ergänzte: „Für uns steht fest: Genauso wie wir weiterhin Unternehmensspenden ablehnen, prüfen wir Zuwendungen aus moralisch fragwürdigen Quellen.“

Anonymes und dezentrales Netzwerk

Moritz Schmidt heißt der edle Geldspender laut Bundestagswebsite. Er wolle mit seiner Spende einen „Impuls setzen für einen Politikwechsel hin zu mehr Umwelt- und Klimaschutz“. Er sehe das Bitcoin-System inzwischen mit anderen Augen. Die Rechenoperationen verbrauchen riesige Mengen Strom. Durch eine Veröffentlichung des Bundestages sei die Spende bekannt geworden. Ab 50.000 Euro müssen Spenden beim Präsidenten des Bundestages angezeigt werden.

Was ist der Bitcoin und wie funktioniert der Handel?

Bei dem Bitcoin handelt es sich um eine digitale Geldwährung die weder mit Banken noch mit Regierungen funktioniert. Benötigt werden beim Handel nur ein Computer mit Internetanschluss. Im Internet benötigt man eine sogenannte Wallet, eine Geldbörse, welche man auf dem Computer oder bei einem Onlineanbieter speichern kann.  Die Wallet ist mit einer Bitcoin-Adresse verbunden, mit dieser kann man Zahlungen empfangen und senden.

Anonym und dezentral

Das Abwickeln der Zahlungen im Netzwerk des Bitcoin erfolgt dann anonym und dezentral. Die Transaktionen werden zu Blöcken zusammengefasst. Um die Transaktionen ausführen zu können, muss in jedem Block eine kryptografische Aufgabe gelöst werden. Dies geschieht durch Bitcoin-Miner. Jeder im Netzwerk angeschlossene User kann seine Rechnerkapazität zur Verfügung stellen um so die Aufgabe gemeinsam zu lösen. Sobald die Verschlüsselungsaufgabe des Blocks abgeschlossen ist, werden die Transaktionen in der Gruppe ausgeführt. Die Miner werden in Form von Bitcoin entlohnt. Mit zunehmender Anzahl von Bitcoins werden diese Verschlüsselungsaufgaben immer komplexer und erfordern mehr Rechenleistung. Daher gibt es jetzt eine eigene Serverfarm. Vor zehn Jahren war es noch möglich, mit Hilfe des eigenen Computers als Miner dem Bitcoin-Netzwerk beizutreten.

Den Stromverbrauch mehrerer Länder zusammen

Die Kritik des Spenders Moritz Schmidt ist nicht unbegründet. Die Deutsche Welle äußerte vor kurzem, dass Bitcoin und seine riesige Serverfarm jetzt mehr Energie verbrauchen als Neuseeland und Belgien zusammen, wodurch die Umwelt und das Klima zerstört werden. Eine Studie der Universität Cambridge und anderer hat dies bestätigt. Aber warum werden Kryptowährungen jetzt an Börsen gehandelt und wieder populär? Dies dürfte wohl dem enormen Anstieg des Bitcoinwert geschuldet sein. Der derzeitige Wert eines einzigen Bitcoin beläuft sich auf ca 46.000 Euro. Wer also ein Miner der Ersten-Stunde ist, dürfte heute Multimillionär sein. Auch zu beachten sind die Aussagen des Tesla-Chefs Elon Musk, der ankündigte in Bitcoins zu investieren und Bitcoins als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Lesen Sie unseren Zusatzbeitrag zum Thema „Zukunft des Bitcoin“ mit der Meinung von Stephan Witt von der FiNUM. private Finanz AG hier.