Wolfgang Goese

Geschäftsführer
Green Wood International AG

Berufsweg:

Deutscher Staatsangehöriger und Mitgründer der Green Wood International AG.

Er studierte Polytechnik und Bauingenieurswesen in Deutschland und ist diplomierter Designer.

Mehrere Jahre war er als freier Unternehmensberater für verschiedene KMUs in den Bereichen Geschäftsentwicklung und „Turnaround” tätig.

Seit 1992 engagiert er sich bei der Entwicklung diverser Projekte in den Bereichen regenerative Energien und ökologische Agrarwirtschaft. Er strukturierte das Projekt „Treeme“ im Auftrag einer internationalen Investorengruppe.

Qualifikationen:

Präsident des Verwaltungsrates Operatives Geschäft Green Wood International AG

Unternehmen - Green Wood International AG:



Anlegen und Betreiben von industriellen Paulownia Baumplantagen. Anbieten und Verkauf von Bäumen sowie Finanzanlageprodukten auf der Basis von ökologischen und nachhaltigen Produkten.

#Paulownia #Land #Holz #Natur #Investment #Pellets #wood #trees

Informationen:

Register Nummer:
CHE-100.623.839
USt.-ID.-Nr.:
CHE-100.623.839MWST
Rechtsform:
Aktiengesellschaft
Branche:
Sonstige Dienstleistungen
Mitarbeiter:
1
Weitere Informationen:
Referenzen:
GSK Stockmann, Mohrenstrasse 42, D-10117 Berlin
Willis Tower Watson Versicherungsmakler GmbH, D-60441 Frankfurt
rohner thurnherr wiget & partnerrechtsanwälte und notare, Rosenbergstrasse 42 b, 9000 St. Gallen, CH
Griffin Trust AG, Landstrasse 36, 9495 Triesen, FL
Nik Huber Guitars, Benzstr, 3a, D-63110 Rodgau

Auszeichnungen:

Scoredex-Siegel für Green Wood International AG

Transparenz:

94%

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Teil 1: Wolfgang Goese – treeme©™: „Ich komm vom Land. Ich riech die Krume, ich schmeck die Krume.“

Der in der Schweiz lebende deutsche Unternehmer, Erfinder und Designer Wolfgang Goese (65) hat eine bewegte Geschichte.

Als Chairman der Green Wood International AG aus Rorschach verfolgt er aktuell ein wohl einzigartiges Projekt. Seit sechs Jahren lässt sich Goese aus einem chinesischen Forschungsinstitut Wurzeln von edlen Paulownia-Bäumen nach Europa schicken und pflanzt diese für Investoren auf große Plantagen in Deutschland und Spanien.  Am Ende wird das Edelholz von Schweizer, deutschen und österreichischen Produzenten zu Surfbrettern oder zu Gitarren verarbeitet oder – das liegt aber noch in der Schublade – wird im schleswig-holsteinischen Wakendorf als völlig neu durchdachte Inneneinrichung in einem Wohnmobilklassiker der Marke Airstream verbaut. Designed by Airstream4y und Goese.

Ein Erlösanspruch aus einem Baum der Marke treeme©™ kostet für Anleger 301 Euro pro Setzling. Nach 12 Jahren wird geerntet, die Anleger erhalten zunächst für den Baum 680 Euro und teilen sich dann 50:50 mit der Green Wood International AG die darüber hinaus erzielten Gewinne durch die Edelholzvermarktung.

Das Interesse der Anleger ist groß. Allerdings wartet der Vertrieb in Deutschland sehnlichst darauf, dass die Finanzmarktaufsicht BaFin endlich den eingereichten Prospekt genehmigt. treeme©™ gehört zu den ersten Produkten, die nach den verschärften Regeln infolge des Wirecard-Skandals geprüft werden.

Aus welchem Holz der treeme -Chef Wolfgang Goese selbst geschnitzt ist, das erzählt er uns im Interview.

(Wolfgang Goese (65), Präsident des Verwaltungsrates Operatives Geschäft © Green Wood International AG, Rorschach, Kanton Sankt Gallen, Schweiz)

(Wolfgang Goese (65), Präsident des Verwaltungsrates Operatives Geschäft © Green Wood International AG, Rorschach, Kanton Sankt Gallen, Schweiz)

Im ersten Teil erfahren wir, wie Goese sich als Selbstversorger durschlagen musste und wie sein ganz spezieller Dünger auch das Interesse der Chinesen weckte.

Im zweiten Teil lesen Sie, warum Firmen mit treeme eine tatsächliche CO2-Kompensation nachweisen können und der Handel mit CO2-Zertifikaten an der Börse leider nur eine reine Geschäftemacherei sein soll.

 

Business-Leaders.net: Herr Goese, haben Sie sich schon als Kind Gedanken um die Umwelt gemacht? Gab es ein prägendes Erlebnis.

Goese: „Ich kann Ihnen so viel dazu sagen, dass ich 1955 in Stuttgart geboren bin und infolge eines Umzuges meiner Mutter mit 3 Kindern und eines Gebietsaustausches unter den Alliierten in ehemals Oberfranken-Thüringen in der DDR aufwuchs. Auf dem Dorf. Wir waren praktisch Selbstversorger. Auf dem Land, inklusive allem, was man so kennt. Mit Viechern, mit Landwirtschaft. Dann habe ich meine Schule und Beruf mit Abitur gemacht. Auf dem Bau, habe dann Hochbau studiert.“

Business-Leaders.net: Warum gerade Bau? Wer hat Sie dazu gebracht? Ihr Vater?

Goese: „Ich bin ohne Vater groß geworden. Meine Mutter mit drei Kindern, wir waren alleine und haben uns selbst durchgeschlagen.“

Business-Leaders.net: Wann bemerkten Sie den Designer in sich, beim Sandburgenbau?

Goese: „Der Weg der Jugend führte ganz automatisch, wenn man einen landwirtschaftlichen Betrieb hat, respektive Selbstversorger ist, dazu, dass es da kein Spiel und keinen Sandburgenbau gab, sondern man hat ganz einfach gearbeitet. Von der Schule gekommen, dann hat die Arbeit gewartet. Und irgendwann vor dem Abendessen sind die Hausaufgaben gemacht worden. Für mich oder uns war das selbstverständlich, wenn man als Selbstversorger unterwegs ist. So habe ich die Natur und die Umstände kennengelernt, wie man sich von der Natur ernährt und was Natur bedeutet. Damals war ich nicht erbaut darüber, denn Fußballspielen und solche Dinge, die gab‘s nicht, weil keine Zeit dazu da war und kein Mann im Haus war. Ich kann mich vage erinnern, so ab dem 12. Lebensjahr war auch in dem Haus kein Handwerker mehr. Du musstest selbst handwerkliche Fähigkeiten entwickeln.“

Business-Leaders.net: Und die Schule?

Goese: „Dort, wo ich aufgewachsen bin, war es in der Schule so. Es gab zwei Tendenzen, wenn’s um die Berufswahl ging. Das eine waren Werkzeugmacher, das andere waren Maurer. Da gab’s nicht mehr. Da war natürlich naheliegend, dass ich Maurer wurde. Habe ich gemacht und habe das große Glück gehabt, dass ich noch zusätzlich mein Abitur machen konnte, das nannte sich damals Berufsausbildung mit Abitur. Hab dann auf dem Bau gearbeitet und hab im Fernstudium Hochbauingenieur studiert. Und als ich damit fertig war, hatte ich das Gefühl, das kann nicht alles sein.“

Business-Leaders.net: Ja, sie haben auch noch ein Diplom als Designer gemacht und wurden auch noch Unternehmensberater.

Goese: „Der Punkt ist, ich habe zwei Mal studiert, was eigentlich in der DDR gar nicht möglich war. Das zweite Studium wurde mir ermöglicht, weil ich mich auf eine Ausschreibung für einen freien Studienplatz an einer Designschule in Sonneberg in Thüringen beworben hatte. Und die Ergebnisse dieser Stichprüfung, die dort gemacht wurde, waren so, dass der Rektor sich für mich eingesetzt hatte, dass das Studium von der politischen Seite genehmigt wurde.“

Business-Leaders.net: Mit welchem Ergebnis?

Goese: „Man behauptet jedenfalls, seit Bestehen der Schule hätte ich mit den besten Abschluss gemacht. Ich habe während des Studiums zwei internationale Patente anmelden können.“

Business-Leaders.net: Also Designerpatente.

Goese: „Ich habe ein Spezialgebiet studiert. Und zwar Spielzeugdesign. Ich habe aber aufgrund meines politischen Engagements und meiner Grundeinstellung, meines Redens und Tuns mit Beendigung des Studiums Berufsverbot bekommen. Ich habe also keinen Fuß auf den Boden bekommen und als Designer keine Anstellung bekommen. Ich hatte damals eine kleine Familie, die ich ernähren musste. So kam es, dass ich mich entscheiden musste, was ich tun wollte. Hab dann Antrag gestellt auf offizielle Ausreise aus der DDR und bin 1985 aus der DDR in den Westen ausgereist.“

Business-Leaders.net: Und die Patente, was haben Sie da für ein Spielzeug entwickelt?

Goese: „Das eine war ein Hybrid-Holzbaukasten mit neuen Verbindungselementen. Und das andere Patent war ein mobiles Spielzelt ohne Gestänge. Und diese gehören heute noch der Schule, aber die sind ja mittlerweile ausgelaufen. Nur damals war es so, dass ich der erste Student an der Schule war, der ein internationales Patent beantragen konnte.“

Business-Leaders.net: Wie war der Neuanfang im Westen?

Goese: „Ich hatte mich bei Lego und Steiff beworben als Designer. Beide haben zugesagt. Ich habe mich für Steiff entschieden. Hab mich dann 1989 selbständig gemacht als Designer, war für ein Jahr auf Mauritius und habe für jemanden eine Spielwarenfabrik mit aufgebaut und strukturiert. Und bin so mehr oder weniger in den Beratungsbereich gekommen. Im Rahmen dessen, was ich mal gelernt habe, gehe ich die Themen komplex an und klammere nichts aus, was die Leistungsspezifizierungen oder Leistungsgebiete angeht. Und so kam es, dass ich nicht nur eine Näherei neustrukturieren kann, sondern mir das Gesamtunternehmen anschaue und beratend einen Return organisieren kann, wenn es denn schlecht läuft. So fing das mit dem Unternehmensberater eigentlich an. Das war 1989/90/91.“

Business-Leaders.net: Wie kamen Sie in die Schweiz, seit 2003 haben Sie dort Ihren festen Wohnsitz?

Goese: „Durch meine internationale Tätigkeit bin ich auch mit Schweizern in Verbindung gekommen. Dort gibt es ja viele kreative Menschen, die erfinderisch unterwegs sind. Und da habe ich 1991 jemanden kennengelernt, der Erfinder der Hydrokultur war. Der Herr Baumann, und der hatte mir eine Idee mit einem ökologischen Düngemittel weitergetragen. Und da ich ja selbst vom Land komme, also ich riech die Krume, ich schmeck die Krume, wusste oder ahnte ich, wovon er redet und habe dann im Prinzip gemeinsam mit ihm das Produkt entwickelt.“

Business-Leaders.net: Was war das für ein Dünger, Dünger gibt es ja viele?

Goese: „Na ja, es ist ja eigentlich kein Dünger gewesen. Wir haben es in den Bereich Düngemittel hineingetan, weil mit einem anderen Begriff konnte man es Dritten nicht verständlich machen. Wir haben unser Produkt Terrafit – der Bodenregenerator genannt. Das ist ein rein natürliches, in Anführungszeichen Düngemittel aus gemahlener tertiärer Rohbraunkohle, aus Holz, aus aktivierten Gesteinsmehlen. Also viele, viele Stoffe, die originär aus dem Boden kommen. Haben wir ganz einfach aufgrund der Herrn Baumann zur Verfügung stehenden Technologie ein Produkt entwickelt, das in der Lage war und ist, einem Ökobauern ein zugelassenes Produkt in die Hand zu geben, das er wie einen Dünger verwenden kann. Laut Ökovorschrift in Deutschland darfst Du ja keine externen Produkte zuführen, nur bodeneigene Stoffe. Und das ist so der Ansatz gewesen. Das Ergebnis ist ganz einfach so, dass ein Ökolandwirt den gleichen Ertrag erzielen konnte wie ein integrierter Landwirt. Und das war eben das Besondere, weil sich normalerweise die Erträge im Ökolandbau über die Jahre verringern.“

Business-Leaders.net: Und wie kamen Sie nun nach China?

Goese: „Wir haben parallel zur Entwicklung des Produktes Feldversuche gemacht. Unter anderem im Rahmen von Wüstenrandbegrünung, da sich das Produkt besonders gut dafür eignet. Weil die gemahlene tertiäre Rohbraunkohle hydrophil ist, speichert sie besonders gut Wasser und gibt ‚freiwillig‘ nichts ans Umfeld ab. Nur über die ‚Kommunikation‘ mit den Haarwurzeln einer Pflanze. Und auf der Basis haben wir Feldversuche gemacht, weltweit. Waren in Jordanien, in der Türkei, in den USA und unter anderem auch von 2002 an in China und haben mit der Regierung und dem Forstministerium Feldversuche zum Nachweis der Leistungsfähigkeit unseres Produktes in China gemacht.“

Business-Leaders.net: Da war der Sprung zu den Paulownia-Bäumen nicht sehr weit oder?

Goese: „In dem Zusammenhang habe ich dann eine Empfehlung vom Forstministerium bekommen für das Paulownia-Institut in China (Weinan Research & Promotion Center) und habe dort mit dem Baum Paulownia Kontakt bekommen.“

Business-Leaders.net: Daraus entstand dann das Projekt treeme©™?

Goese: „Die politischen Zulassung von Kurz-Umtriebs-Plantagen in Deutschland war eigentlich das Schlüsselereignis für das, was wir heute machen. Und zwar war es so. Wenn Sie vor dem Kurz-Umtriebs-Plantagen-Gesetz Bäume auf Agraland gepflanzt haben, wurde dieses Agrarland zu Wald deklariert. Zu Forst. Damit hat der Grund und Boden mindestens 50 Prozent an Wert verloren. Aufgrund der Bewertungsmaßstäbe der Banken et cetera war das ein großes Problem und Hinderungsgrund, Baumplantagen zu machen. Das heißt, Sie konnten von dem Bauern keinen Hektar bekommen, wenn Sie ihn nicht selbst gekauft haben, um einen Baum wie Paulownia dort pflanzen zu können. Mit dieser Gesetzgebung von Kurz-Umtriebs-Plantagen im Rahmen von nachwachsenden Rohstoffen – 2010 war das – ergab sich die Möglichkeit, dass Bauern Sie anhörten, wenn Sie darüber geredet haben, von ihnen 100 Hektar zur Pacht zu holen für 15 Jahre. Und so eine Kurz-Umtriebs-Plantage darf laut Gesetzgebung nur maximal 20 Jahre betrieben werden. Innerhalb von 20 Jahren muss die Frucht geerntet werden. Und der einzige Baum der innerhalb von 20 Jahren eine vernünftige Größe und eine Qualität an Holz entwickelt ist Paulownia. Und das war dann die Basis für die Erarbeitung und Entwicklung des Konzeptes von der Green Wood International AG.“

Business-Leaders.net: Warum verwirklichen Sie das Konzept nicht in der Schweiz?

Goese: „Das Konzept rechnet sich nur ab einer bestimmten Größenfläche. Und in der Schweiz gibt es die eben nicht.“

Business-Leaders.net: Ihr Team nennt Sie den Wolf, im Sinne eines Leitwolfs. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Goese: „Wie ich groß geworden bin, das war ja nicht geplant, das hat sich entwickelt. Und wer dort nicht die Arschbacken zusammenkneifen kann und die Dinge anfasst und nicht nur redet, sondern anfasst, der geht unter, der geht ein. Ich hab überlebt. Im Laufe der Jahre prägt das natürlich auch einen Menschen.“

Business-Leaders.net: Na ja, dem Leitwolf widerspricht man auch nicht oder man muss um die Herrschaft kämpfen.

Goese: „Wenn wir den ‚Kampf‘ auf den Austausch von Argumenten beschränken, wenn man anderer Meinung ist, dann sind Sie vollkommen richtig. Wer bei mir sagt, das geht nicht oder das gefällt mir nicht, und mir nicht sagen kann warum, der hat bei mir verloren. Es soll mir schon argumentiert werden, weil ich argumentiere auch.“

Business-Leaders.net: Woher nehmen Sie Ihre Energie?

Goese: „Ja woher? Ich hab die Energie. Und ich bin begeistert von dem, was ich tue. Und da fällt’s nicht schwer, morgens aufzustehen und mit Spaß an die Arbeit zu gehen. Dann kommt noch hinzu, dass ich wenig Ablenkung habe, weil mein ganzes Zeitmanagement und Lebensmanagement sich fokussiert auf die Firma. Ich führe seit fast 30 Jahren eine Wochenendbeziehung. Also stehe ich dem Unternehmen mindestens 5 Tage / 24 Stunden täglich zur Verfügung. Die nutze ich. Und das ist manchmal zum Leidwesen meiner Partner und Mitarbeiter, weil ich von Zeitlimits und Rastern ausgehe, die bei jemanden, der eine Familie hat, natürlich nicht funktionieren. Ich fange morgens um 9 Uhr an und um 24 Uhr schalte ich den Computer aus, wenn ich denn im Büro bin. Ansonsten bin ich ja den Sommer über die ganze Woche unterwegs von einer Plantage zur anderen.“

Business-Leaders.net: Wie viele Plantagen haben Sie im Augenblick?

Goese: „Ohne Teilplantagen sind es sechs. Zwei in Spanien, eine in der Nähe von Lindau, eine in der Nähe von Rastatt und eine in der Nähe von Osterburg. Die größte ist in Bietigheim.“

Teil 2: Wolfgang Goese – treeme©™: „Einen kleinen Fußabdruck mag doch jeder zurücklassen“

(Wolfgang Goese (65) und sein myTreeme-Projekt in deutschen Wäldern – edles Holz für edle Gitarren, Surfbretter oder Wohnwagen © Facebook Green Wood International AG)

(Wolfgang Goese (65) und sein myTreeme-Projekt in deutschen Wäldern – edles Holz für edle Gitarren, Surfbretter oder Wohnwagen © Facebook Green Wood International AG)

Business-Leaders.net: Es hat für Aufsehen gesorgt, dass Sie 2016 gleich mal 10.000 Bäume in der kargen märkischen Heide in der Altmark bei Berlin in die Erde einbrachten, die man wegen der schlechten Böden als Streusandbüchse bezeichnet. Haben Sie da Ihr spezielles Düngemittel zum Einsatz gebracht?

Goese: „Wir verwenden generell beim Ansetzen, also beim Einpflanzen, unserer Bäume das Terrafit. Vor allem, weil ja die ersten drei Jahre extrem wichtig sind für diesen Baum, um anzuwachsen und Leistungsstärke zu bekommen. Da muss man eben unterstützen, wo es nur geht.“

Business-Leaders.net: Aber was Sie noch schaffen müssen, ist ein Markt für Kiri-Holz, das in Japan in Kimonoschränken verbaut wird, die es aber in Europa gar nicht gibt, oder irren wir uns da?

Goese: „Wir nennen unseren Baum und das Holz nicht Kiri. Kiri ist ein Begriff, der normalerweise in Japan für Paulownia verwendet wird. Und Kiri ist ein Begriff, den ein von uns sehr geschätzter Mitbewerber, kein Konkurrent, am Markt für sich benutzt. Das ist WeGrow, Herr Peter Diessenbacher. Aus Tönisvorst in NRW. Wir haben uns eine eigene Marke gestaltet, die wir nutzen als Basisbegriff und für die Wahrnehmung am Markt. Und das ist eben treeme©™.“

Business-Leaders.net: Wie unterscheidet sich treeme von anderen Marken?

Goese: „Schauen Sie, das, was wir tun hier und im Speziellen, wie wir es tun, bedingt die Bereitschaft, sehr viel Geld vorab auszugeben, um die Dinge dann richtig machen zu können. Herr Diessenbacher hat ein ganz anderes Unternehmenskonzept. Er nutzte Paulownia als Basis für das Auflegen von Fonds. Mittlerweile fokussiert er sich primär auf das Thema des Holzes, also der Holzproduktion. Aber außer der Nutzung von Paulownia für das Projekt gab es wenig Berührungspunkte. Wir haben von vornherein die Plantagen angelegt mit dem Ziel, über 12 Jahre Edelholz zu produzieren. Es gibt viele Wege, Paulownia-Plantagen zu machen. Es gibt nicht allzu viele Wege, um Edelholz zu produzieren. Und an diese Regularien und Vorgaben muss man sich halten, ansonsten produziert man kein Edelholz.“

Business-Leaders.net: Setzt Herr Diessenbacher mehr auf Kubikmeter Nutzholz?

Wolfgang Goese: „Ich muss Ihnen sagen, die Verwendung seines Holzes scheint einer anderen Maßgabe zu unterliegen, als wir sie für uns definieren. Wir produzieren ausschließlich edelste Produkte, High Tech, und wir bewegen uns in einem Nischenmarkt, wo wir nicht über den Verkauf des Holzes am Markt reden, sondern wir verkaufen die Endprodukte.“

Business-Leaders.net: Schlägt hier die Stunde des Designers Goese? Sie entwickeln in der Schweiz zum Beispiel Surfbretter.

Goese: „Wir behaupten, wir bauen die besten Surfbretter der Welt, und haben bis heute noch keinen Widerspruch von irgendjemanden bekommen. Weil die handwerkliche Kunst und die Qualität des Holzes an diesem Ort in diesem Zusammenhang ganz einfach sich weltweit nicht noch einmal wiederholen. Wir haben das große Glück, mit ‚Enlain‘ Partner zu haben, die auf der Handwerkerseite exorbitante Leistungsfähigkeit und Qualität haben. Gepaart mit dem Holz, das wir einsetzen können, ist das Produkt ganz einfach ein Produkt, das sich mit jedem anderen Produkt messen kann. Im Gegenteil, dass erkannt wird, dass es signifikant besser ist. Das sieht man ja schon bei unseren Gitarren. Wir produzieren die qualitativ hochwertigsten, aber zugleich leichtesten Vollholz-Elektrogitarren der Welt.“

Business-Leaders.net: Haben Sie schon hochrangige Künstler wie etwa Keith Richard von den Rolling Stones als Kunden gewinnen können?

Wolfgang Goese: „Wir haben einige interessante Leute, die Interesse gezeigt haben. Aber da muss ich Ihnen dazu sagen, auch bei uns ist es so, dass wir den Euro nur einmal ausgeben können. Die Entwicklung eines solchen Marktes, respektive die Investition in PR und in öffentliche Wahrnehmung kostet viel Geld. Im Moment ist es so, dass wir alles, was wir für und um diesen Markt herum entwickeln, nicht unter Zeitdruck steht. Aus dem einfachen Grund, wir ernten das erste Mal unser eigenes Holz in frühestens 6 Jahren.“

Business-Leaders.net: Stimmt, Sie haben ja noch gar kein eigenes Holz für Ihre Edelprodukte. Sie müssen das Holz von WeGrow kaufen oder?

Goese: „Nein, nein. Das Holz, das die haben, können und wollen wir nicht verwenden. Das Holz, das sie in Deutschland angebaut haben, ist eh kein Holz, aus dem man hochwertige Produkte macht. Das Holz, mit dem WeGrow handelt beziehungsweise am Markt ist, kommt ja von Plantagen in Spanien, die schon existierten und in die WeGrow dort investiert und sich engagiert hat. Aber das will ich ja nicht bewerten. Mein Deal ist: Dass unsere Bäume in China vom Weltführer, also was die Paulownia-Bäume angeht, angezogen werden. Das Paulownia-Institut zieht unsere Bäume an, drei Jahre. Dann werden die Bäume samt Wurzeln herausgenommen, werden geschnitten und die Wurzeln kommen hier rüber und dann pflanzen wir sie ein. Parallel dazu ist mein Deal gewesen, dass wir eine Sondergenehmigung erhalten haben, bis wir unsere eigenen Bäume ernten, bis zu 10.000 Kubikmeter Holz von dem Holz unserer Partner aus China zu bekommen. Weil, wenn ich Gitarren produziere und wenn ich Surfboards produziere, brauche ich doch Holz. Und das sind die Weltmarktführer, das sind die Sehenden, wenn es um Paulownia geht. Das sind unsere Partner und die beliefern uns. Und Bedingung damals war, als wir den Deal gemacht haben, dass sie für uns insgesamt 2,4 Millionen Bäume anziehen über die nächsten 10 Jahre, dass ich Holz bekomme, solange ich kein eigenes Holz ernten kann. Und das ist die Basis dafür, dass wir einen Markt aufbauen für unser Holz, wenn wir es ernten. Wir substituieren dann nur noch das importierte Holz aus China durch unser eigenes Holz, sobald wir die erste Ernte haben.“

Business-Leaders.net: Könnten Sie auch selbst Paulownia-Wurzeln ziehen?

Wolfgang Goese: „Das könnten wir. Wir werden es aber nicht ohne unsere chinesischen Partner tun. Das gebietet die Fairness. Ich habe meine Hand drauf gegeben, dass wir keine andere Zucht aufbauen. Denn mit dem Erbgut, das uns die Chinesen liefern, könnte ich daraus eigene Wurzeln ziehen, was wir nicht tun. Sondern wir sind in Vorbereitung, die Bäume, die in China jetzt angezogen werden, in Spanien anzuziehen, und zwar gemeinsam mit unserem chinesischen Partner, mit dem chinesischen Institut.“

Business-Leaders.net: Durch Corona war die Lieferung der Wurzeln aus China nicht möglich, hat Sie das hart getroffen?

Goese: „Es gab Gründe, warum wir im Jahr 2020 eh keine Pflanzungen geplant hatten. Insofern hat uns das nicht getroffen. Uns hat getroffen, dass unsere Mitarbeiter, also die Teams, die wir für die Pflege der Bäume auf unseren Plantagen jedes Jahr haben, aus Rumänien nicht einreisen durften. Corona geht nicht ganz spurlos auch an uns vorbei, das muss man ganz klar sagen.“

Business-Leaders.net: Die Green Wood International AG hat über drei Jahre Ihr treeme©™ -Holz in der Materialprüfanstalt Eberswalde im Land Brandenburg auf wissenschaftliche Basis testen und zertifizieren lassen. Was ist dabei herausgekommen?

Goese: „Wir haben insgesamt 12 unterschiedliche Parameter testen und prüfen lassen.“

Business-Leaders.net: Was ist denn das wichtigste Ergebnis für Sie? Gibt es ein Alleinstellungsmerkmal?

Goese: „Grundsätzlich kann man das eigentlich gar nicht so sagen. Das hängt immer davon ab, wo ich das Holz einsetze. Gehe ich in den Bereich Surfboards ist es die Fähigkeit, nicht zu faulen und zu verpilzen. Das ist eine Kategorie, wo wir in der obersten Leistungsklasse angesiedelt sind. Wenn ich eine Gitarre baue, ist das weniger wichtig, sondern das Klangvolumen, das Resonanzverhalten des Holzes, solche Dinge. Wenn ich das Holz im Ständerbau im Hausbau einsetzen will, ist die Biegesteif- und Tragfähigkeit wichtig. Wenn ich es inhausig verbaue, dann ist die Standfestigkeit wichtig. Bei einer vorgehängten Holzfassade ist wiederum die Witterungsbeständigkeit wichtig. Wir haben das in allen Bereichen bestanden, mit Bravour. Und wir sind die einzigen, die so etwas haben.“

Business-Leaders.net: Aber die Qualitätsprüfung alleine reichte Ihnen nicht, es gibt noch ein CO2-Zertifikat.

Goese: „Da gibt es ein Zertifikat, das wir gezielt in Auftrag gegeben haben. Bei SGS, das ist der größte Zertifizierer weltweit. Die haben vor vier Jahren ein Konzept entwickelt auf unser Bitten hin für uns als Mandant, unsere Bäume auf wissenschaftlicher Grundlage zu zertifizieren, zu messen, wieviel CO2 von unseren Bäumen gebunden wird. Diese Zertifizierung haben wir seit einem Jahr. Wir sind die einzigen, die garantieren können, dass jeder Baum von uns jedes Jahr mindestens 64,8 Kilogramm CO2 speichert.“

Business-Leaders.net: Können Sie das vergleichen, ist das viel oder wenig?

Goese: Sie können da schlechterdings etwas vergleichen, weil wir die einzigen sind, die die Leistungs- und Bindungsfähigkeit in die Zukunft hinein garantieren können. Das liegt daran, dass unser Baum immer zwischen 10 und 15 Prozent Massezuwachs pro Jahr hat. Das haben andere Bäume nicht. Andere Bäume wachsen diskontinuierlich, je nachdem, wie das Klima ist. Das heißt, Sie können nicht nach vorne schauen bei den anderen Bäumen. Sie können nur eine Eiche nach 100 Jahren messen und können sagen, darin, in dieser Eiche, sind so und so viel CO2 gespeichert. Und Sie können das dann durch 100 teilen, was aber der Realitätsentwicklung des Baumes nicht unbedingt entsprechen muss. Aber bei unserem Baum ist es einfach so, dass wir jährlich den gleichen Massezuwachs haben und dadurch der wissenschaftliche Nachweis gegeben ist, dass wir so und so viel CO2 in so und so viel Jahren dadurch speichern. Die Speicherung von CO2 erfolgt ja, indem Kohlenstoff in Holz umgewandelt wird und Sauerstoff freigesetzt wird. Der Massezuwachs an Holz ist Indiz und Nachweis für die Bindung von CO2 und die Umwandlung. Und die Formeln selbst sind so angelegt auf wissenschaftlicher Basis, dass das CO2, das ja auch jeder Baum ausstößt, weil der Baum stößt nachts CO2 aus, mitberücksichtigt wird in der Kalkulation für Ihren Foodprint, wenn Sie denn von uns ein Zertifikat kaufen, um Ihren CO2-Foodprint zu kompensieren.“

Business-Leaders.net: Warum sollten Firmen, die ihren CO2-Ressourcenverbrauch ausgleichen wollen oder müssen, lieber Paulownia-Bäume kaufen?

Goese: „Schauen Sie. Solange durch die politische Ebene und durch Politiker suggeriert wird, dass CO2-Kompensation durch Verringerung von CO2-Ausstoß erfolgen kann (was absoluter Schwachsinn ist), ist Aufklärung eine unserer wichtigsten Aufgaben. Sie können nur kompensieren, indem sie das, was Sie ausstoßen, parallel dazu wieder binden. Das Ergebnis muss ‚Null‘ sein. Das ist Kompensation. Wenn Sie CO2 ausstoßen und ein anderer stößt weniger aus, als er normalerweise ausstößt, ist das keine Kompensation. Das ist eine CO2-Reduktion. Damit kann der Dritte seinen CO2-Foodprint nicht verbessern. Aber das ist die Basis der Zertifikate-Handel. Deshalb habe ich vor vier Jahren den Auftrag an die SGS gegeben, weil ich damals schon der Meinung war, dass das nicht mal die halbe Wahrheit war. Für mich ist das Geschäftemacherei auf der Basis von Vortäuschung falscher Tatsachen. Weil, es wird Geld bewegt für ein Produkt, das weder den Inhalt noch die Leistung hat, die suggeriert wird. Heißt also, jemand kauft sich CO2-Zertifikate an der Börse, weil er der Meinung ist, damit Einfluss auf die Umwelt zu nehmen und damit seinen Foodprint zu verringern. Was er macht, ist nichts anderes, als das ein theoretisches Papier bezahlt wird, und dieses Geld, das da fließt, geht nicht in Projekte, in denen wirklich CO2 reduziert wird oder kompensiert wird. Das ist also ein gigantisches Börsengeschäft, das unterm Strich, denjenigen, der dafür Geld ausgibt, ganz schön dumm dastehen lässt, weil er real gar nichts bewegt hat. Nichts. Und ich versuche, den Leuten klar zu machen, dass 1 Euro für so was ausgegeben verlorenes Geld ist.“

Business-Leaders.net: Sie nennen Ihr Bauminvestment Baumfairmögen. Was ist daran fair?

Goese: „Dass wir unseren Verdienst, unseren Gewinn erst nach den Kunden bekommen. Das heißt also, wir pflanzen einen Baum. Der Baum hat eine Wachstumsprognose. Auf der Basis der Kenntnis des Erbgutes, was wir haben, und der Art, wie wir pflanzen und pflegen. Das heißt, dass wir wissen, dass wir nach 12 Jahren in Mitteleuropa hier den Baum ernten können mit einem Stammdurchmesser zwischen 40 und 45 Zentimetern und pro Baum 0,75 Kubikmeter Wertholz erzielen. Und wir wissen, weil wir ja bereits Holz verkaufen für die Produktion unserer Produkte an die/unsere Produzenten, dass wir einen bestimmten Preis für unser Holz erzielen. Das sind keine Annahmen, das realisieren wir bereits. Es ist ganz einfach so, dass bei uns dieser Erlös-Beteiligungsanspruch pro Baum den Kunden 301 Euro kostet. Jetzt ist es so, dass wir bezogen auf die Kubikmeterzahl pro Baum, von der wir wissen, dass wir sie nach 12 Jahren erreichen, wir dem Kunden sagen:  Du bekommst bei Verkauf des Holzes zuerst 680 Euro. Das sind 10 Prozent Rendite pro Jahr auf seinen Einsatz. Und alles, was wir darüber erzielen, wird Hälfte – Hälfte mit uns geteilt. Erst da verdienen wir Geld.“

Business-Leaders.net: Sie brauchen einen langen Atem oder?

Goese: „Korrekt. Und der Punkt ist ganz einfach. Die Preise die wir kommunizieren, könnten von kaum einem anderen der in diesem Spiel mitspielen will, geteilt oder bestätigt werden, weil keiner bisher einen Kubikmeter Holz verkauft hat, weil sie gar kein Wertholz haben… außer WeGrow… Und als Indiz dafür. Schauen Sie, unsere Bäume sind ja versichert. Wir haben eine All-Risk-Versicherung. Bei dem Totaluntergang des Baumes, was fast unmöglich ist, zahlt die Versicherung den Kaufpreis, 301 Euro, plus 5 Prozent Rendite pro Jahr, bezogen auf die Lebensdauer des Baumes, der da untergeht. Die Prämie ist inkludiert in den 301 Euro.“

Business-Leaders.net: Welche Preise erzielen sie mit dem Holz des Paulownia-Instituts aus China bereits jetzt an Ihre Produzenten?

Goese: „Kann ich Ihnen sagen. Wir verkaufen im Moment den Kubikmeter zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Das sind eben Werte und das sind Preise, die wir nicht spekulativ aufgestellt haben, sondern die wir erzielen.“

Business-Leaders.net: Zum Schluss noch eine persönliche Frage. Wie schalten Sie in Ihrer Freizeit ab?

Goese: „Es ist ja nicht so, dass ich keine Familie habe. Ich bin seit 30 Jahren sehr, sehr glücklich liiert. Das Problem besteht darin, dass man mir zu Recht unterstellt, dass ich nicht abschalte. Ich kann immer nur erwidern, ich weiß nicht, wie das geht, nicht denken zu können oder nicht denken zu wollen. Das geht bei mir nicht. Das ist da. Und es tut nicht weh.“

Business-Leaders.net: Haben Sie Hobbies entwickelt?

Goese: „Ich habe früher sehr viel Sport gemacht. Ich war Leistungssportler auch, ja.“

Business-Leaders.net: In welcher Richtung?

Goese: „Judo. Nach meiner Berufsausbildung hatte ich einen Studienplatz an der DHFK in Leipzig als Trainer für Judo. Konnte aber nicht antreten, weil ich mir die Halswirbelsäule angebrochen hatte. Und da bin ich umgelenkt worden zum Fernstudium Bauingenieur.“

Business-Leaders.net: Vielleicht wären Sie ein großer Judoka geworden.

Goese: „Ach wissen Sie, ich bin heute der Meinung, ich wäre nicht bedeutend geworden. Und ein bisschen Bedeutung, einen kleinen Fußabdruck, mag doch jeder zurücklassen, oder?“

Business-Leaders.net: Herr Goese, wir danken für das Interview.

 

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