Windcatcher (Windfänger) auf schwimmenden Plattformen mit vielen kleinen Turbinen aus Norwegen könnten ab nächstes Jahr die herkömmlichen fest installierten Offshore-Windräder im Herstellungspreis, im Strompreis und in der Lebensdauer in den Schatten stellen. Das Geld kommt zu einem großen Teil von den beiden Andresen-Schwestern.

Sie sind laut Forbes die jüngsten Milliardärinnen der Welt: die norwegischen Schwestern Alexandra Andresen (25, dunkelhaarig, passionierte Dressurreiterin in Florida, will in Zukunft aktiv in die Belange der Ferd Holding eingreifen und sich für wohltätige Zwecke engagieren) und Katharina Andresen (26, blond, abgebrochenes Studium der Sozialwissenschaft in Amsterdam sowie Wirtschaft in Oslo, jetzt Mitarbeiterin im Familienunternehmen und 3 Tage die Woche Ernst & Young-Volontärin). Ihr Vater, der norwegische Industrielle und Investor  Johan Henrik Andresen Jr., (60, Inhaber der einst größten Zigarettenfabrik Norwegens und heutiger Chef der Investmentboutique Ferd AS aus Oslo), übertrug ihnen 2007 jeweils 42,2 Prozent der Firmenanteile mit einem heutigen Wert von jeweils 1,4 Milliarden US-Dollar (1,21 Milliarden Euro) © Pressefoto Ferd AS/Frederic Boudin

Früher Zigaretten, jetzt Windcatcher: Sie sind laut Forbes die jüngsten Milliardärinnen der Welt: die norwegischen Schwestern Alexandra Andresen (25, dunkelhaarig, passionierte Dressurreiterin in Florida, will in Zukunft aktiv in die Belange der Ferd Holding eingreifen und sich für wohltätige Zwecke engagieren) und Katharina Andresen (26, blond, abgebrochenes Studium der Sozialwissenschaft in Amsterdam sowie Wirtschaft in Oslo, jetzt Mitarbeiterin im Familienunternehmen und 3 Tage die Woche Ernst & Young-Volontärin). Ihr Vater, der norwegische Industrielle und Investor  Johan Henrik Andresen Jr., (60, Inhaber der einst größten Zigarettenfabrik Norwegens und heutiger Chef der Investmentboutique Ferd AS aus Oslo), übertrug ihnen 2007 jeweils 42,2 Prozent der Firmenanteile mit einem heutigen Wert von jeweils 1,4 Milliarden US-Dollar (1,21 Milliarden Euro) © Pressefoto Ferd AS/Frederic Boudin

Ihren Reichtum verdanken die beiden Osloer Milliardärs-Schwestern Katharina (25, brünett) und Alexandra Andresen (26, blond) ihrem Ururgroßvater, der im Jahr 1849 Norwegens größte Tabakfabrik aufbaute. Ihr Vater Johan Henrik Andresen Jr. (60) verkaufte 2005 alle Tabakindustrieanteile und schlug nun mit dem Familienunternehmen Ferd AS in Oslo einen ganz neuen Weg ein: „eine neue Vision, eine neue Geschäftsidee und neue Werte zu verwirklichen.“

Sie sind laut Forbes die jüngsten Milliardärinnen der Welt: die norwegischen Schwestern Alexandra Andresen (25, dunkelhaarig, passionierte Dressurreiterin in Florida, will in Zukunft aktiv in die Belange der Ferd Holding eingreifen und sich für wohltätige Zwecke engagieren) und Katharina Andresen (26, blond, abgebrochenes Studium der Sozialwissenschaft in Amsterdam sowie Wirtschaft in Oslo, jetzt Mitarbeiterin im Familienunternehmen und 3 Tage die Woche Ernst & Young-Volontärin). Ihr Vater, der norwegische Industrielle und Investor  Johan Henrik Andresen Jr., (60, Inhaber der einst größten Zigarettenfabrik Norwegens und heutiger Chef der Investmentboutique Ferd AS aus Oslo), übertrug ihnen 2007 jeweils 42,2 Prozent der Firmenanteile mit einem heutigen Wert von jeweils 1,4 Milliarden US-Dollar (1,21 Milliarden Euro) © Pressefoto Ferd AS/Frederic Boudin

Investieren in Windcatcher: Die norwegischen Schwestern Alexandra Andresen (25, links, lebt zur Zeit in Florida in den USA) und Katharina Andresen (26, rechts) aus Oslo, Mehrheitsinhaberinnen der Osloer Investmentgesellschaft Ferd AS  © Pressefoto Ferd AS/Frederic Boudin

Der einstige Tabakindustrielle Andresen Jr. bezeichnet sich heute als Sozialunternehmer. Die Töchter wurden 2007 mit ins Boot geholt. Der Vater übertrug jeder von ihnen einen Firmenanteil von 42,2 Prozent. Firmenwert pro Tochter: 1,21 Milliarden Euro.

Ihr neuestes Investment-Projekt ist ein mobiler Offshore-Windfänger (Windcatcher) mit Mehrfachturbinen, der alle herkömmlichen Windräder in den Schatten stellen soll. Er existiert erst als Computer-Simulation. Die Produktion soll aber schon 2022 starten.

So soll der Windcatcher auf einer schwimmenden Plattform auf hoher See im nächsten Jahr aussehen © Computer-Simulation Wind Catching Systems AS aus Lysaker in Norwegen Er existiert erst als Computer-Simulation. Die Produktion soll aber schon 2022 starten. 

So soll der Windcatcher auf einer schwimmenden Plattform auf hoher See im nächsten Jahr aussehen © Computer-Simulation Wind Catching Systems AS aus Lysaker in Norwegen

Im Jahr 2020 stieg die Ferd AS zusammen mit der Osloer Industrie-Beteiligungsgesellschaft North Energy ASA (bis 2017 Erdölplattformbetreiberin am norwegischen Kontinentalschelf) als erste externe Investoren in das 2017 im norwegischen Lysaker gegründete Startup Wind Catching Systems AS ein.

Deren Gründer Asbjørn Nes, Arthur Kordt und der heutige CEO Ole Heggheim wollten die Offshore-Windtechnologie radikal verbessern. Das Ziel war es, ein System zu bauen, das wettbewerbsfähig genug ist, um ohne Subventionen zu arbeiten.

Um diese Herausforderung zu meistern, stellten sich die Unternehmer zunächst eine scheinbar einfache Frage:

War die heute in der Offshore-Windproduktion verwendete Grundkonstruktion die richtige?

War eine Technologie, die auf der alten holländischen Getreidemühle basierte, wirklich die effizienteste Methode für die Offshore-Windenergieerzeugung? Die derzeitige Technologie hatte sich an Land und auf fest installierten Offshore-Anlagen bewährt, aber bedeutete dies, dass sie zwangsläufig auch das beste System auf einem Floater war?

Die drei Gründer vermuteten, dass dies nicht der Fall war, und beschlossen, die Möglichkeit einer schwimmenden Offshore-Windkraftanlage mit einem völlig neuen Konzept zu erforschen, wobei sie ihre kombinierten technischen und industriellen Erfahrungen einsetzten. Nes leitete das technische Design, während Heggheim und Kordt ihre Erfahrungen aus der Projektausführung in der Schifffahrts- und Werftindustrie einbrachten.

Das Ergebnis ist der Windfänger, der im Juni 2021 zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde und nun in den Markt eingeführt werden soll

Der Windcatcher setzt nicht auf einen riesigen Rotor wie bei einer Windmühle, sondern clustert 117 kleine Rotoren in einem 300 Meter hohen Gerüst.

Der Vorteil: Für den Windcatcher musste nichts neu erfunden werden

Die kurze Entwicklungszeit ist möglich, da letztlich keine neue Basistechnik erfunden wird, sondern vorhandene Systeme nur neu zusammengestellt werden. Dadurch versprechen sich die Norweger eine deutliche Kostenreduktion. Die große Menge kleinerer Rotoren lässt sich billiger produzieren und warten als eine Riesenanlage. Auch dürfte die Belastung der Konstruktion geringer sein.

Zusätzlich haben kleinere Roteren einen besseren Wirkungsbereich

Bei starken Winden über 40 km/h müssen große Rotoren ihre Blätter umstellen, um die Rotationsgeschwindigkeit zu begrenzen, dieser Effekt tritt bei geringeren Längen der Flügel erst bei weit höheren Geschwindigkeiten auf. Wind Catching Systems AS gibt an, dass die Anlage für eine 50jährige Lebensdauer ausgelegt ist, deutlich länger als die 30 Jahre einer einzelnen großen Turbine.

Ein Windcatcher schafft das Fünffache der größten derzeitigen Einzelturbine

Jeder kleine Rotor hat eine Leistung von 1 Megawatt. Die Anlage soll auf dem Meer auf verankerten Plattformen installiert werden. Solche Plattformen werden auch zur Gas- und Ölförderung genutzt. Ein Vorteil ist, dass sie geschleppt werden können. Sie müssen also nicht auf dem offenen Meer montiert werden. Der Flächenverbrauch soll im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen um 80 Prozent kleiner sein.

Eine einzige Anlage soll 80.000 Haushalte mit Strom versorgen. Die Anlage soll in etwa die fünffache Jahresenergie der größten Einzelturbinen der Welt erzeugen können.

Bauherr und Mitvermarkter ist die Aibel AS

Hauptauftragnehmer für den Bau des Windcatchers ist der norwegische Energiedienstleister Aibel AS aus Stavanger, der dabei mit Forschern des norwegischen Instituts für Energietechnik (IFE) aus Kjeller und Halden zusammenarbeitet.

Die Anlagen sollen hauptsächlich von Aibel gebaut und gemeinsam mit der Wind Catching Systems AS vermarktet werden.

Die 4.000 Mitarbeiter von Aibel sind in Norwegen und Südostasien beschäftigt. Aibel betreibt Werften in Haugesund und in Thailand mit vollständigen Vorfertigungs-, Modularisierungs- und Konstruktionskapazitäten. Aibel baut offshore und landbasierte Öl- und Gasförderanlagen sowie Windparks – unter anderem für die weltweit größte Offshore-Windfarm, die Dogger Bank Offshore Wind Farm. Es handelt sich also nicht um die Vision eines kleinen Start-ups.

Strom zu Marktpreisen produzierbar – ohne Subventionen
Ole Heggheim, Chef und Co-Gründer von Wind Catching Systems AS, hat eine neue schwimmende Offshore-Windkraftanlage entwickelt © Pressefoto Wind Catching Systems AS aus Lysaker in Norwegen

Ole Heggheim, Chef und Co-Gründer von Wind Catching Systems AS, hat eine neue schwimmende Offshore-Windkraftanlage, den Windcatcher, entwickelt © Pressefoto Wind Catching Systems AS aus Lysaker in Norwegen

Ole Heggheim, der CEO und Co-Gründer von Wind Catching Systems AS, verspricht, dass der Windcatcher dann als erste Windkraftanlage überhaupt, Strom zu Marktpreisen produzieren wird.

Sie kann also ohne Subventionen oder Sonderkonditionen wirtschaftlich betrieben werden

Heggheim: „Unser Ziel ist es, Betreibern und Entwicklern von Offshore-Windparks die Möglichkeit zu geben, Strom zu Kosten zu erzeugen, die mit denen anderer Energiequellen konkurrieren können, und zwar ohne Subventionen. Einfach ausgedrückt: Wir werden schwimmende Offshore-Windkraftanlagen zu den Kosten bodenfester Technologien anbieten, was der norwegischen Zulieferindustrie weltweit große Chancen eröffnet.“

Ferd und North Energy haben insgesamt 30 Millionen Norwegische Kronen (rund 3 Millionen Euro) zur Entwicklung beigetragen

Beide schreiben in einer Pressemitteilung, dass sie begeistert sind und hohe Erwartungen an die Technologie und die damit verbundenen Exportmöglichkeiten haben.

Erik Bjørstad, Investitionsdirektor bei Ferd AS und Board Director bei Wind Catching Systems AS: „Wind Catching hat erhebliche Wettbewerbsvorteile gegenüber herkömmlichen schwimmenden Offshore-Windtechnologien, und wir sehen große Chancen für die norwegische Zuliefer- und Exportindustrie.“

Innovation Norway (Förderinstrument der norwegischen Regierung) hat auch die Entwicklung von Wind Catching Systems mit 9 Millionen Norwegischen Kronen (910.000 Euro) unterstützt. „Damit haben wir ein solides finanzielles Fundament für die weitere Entwicklung und bauen uns zu einem Unternehmen auf, das die Offshore-Windindustrie wirklich verändern kann“, sagt Heggheim.

Ferd AS-Direktor Erik Bjørstad: „Der nächste Schritt besteht nun darin, die Technologie in einem modernen Windkanal in Mailand zu testen. Das Unternehmen hofft, die Tests und Verifizierungen im Laufe des Jahres abzuschließen und die kommerziellen Entwicklungslösungen bereits im nächsten Jahr anzubieten.“ (FM)