Auftragsrückgang – Deutsche Industrie im Abwärtstrend: In einem aktuellen Bericht des Statistischen Bundesamt wird deutlich, es gibt bereits einen überraschend starken Auftragsrückgang der deutschen Industrie. Bereits im Februar 2022 sanken die Industrieaufträge um 2,2 Prozent – und damit viel deutlicher als erwartet. Die Experten hatten nur mit einem Rückgang von 0,2 Prozent gerechnet. Bestellungen aus dem Ausland sind bereits deutlich rückläufig, die möglichen Auswirkungen der Kriegshandlungen in der Ukraine sind hierbei noch nicht einberechnet.

Auftragsrückgang - Deutsche Industrie im Abwärtstrend

Auftragsrückgang – Deutsche Industrie im Abwärtstrend

Auftragsrückgang deutlich über den Prognosen

Das Bundeswirtschaftsministerium zum deutlichen Rückgang: „Der Rückgang der Auftragseingänge im Februar ist in erster Linie vor dem Hintergrund der deutlichen Anstiege der Vormonate zu sehen. Ein Effekt des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ist in den Daten noch kaum enthalten. Der Krieg führe allerdings zu hohen Unsicherheiten bezüglich der weiteren Entwicklung der Nachfrage. Der Ausblick für die nächsten Monate falle daher gedämpft aus“.

Zusätzlich Lieferkettenprobleme

Thomas Gitzel – Chefvolkswirt der VP Bank: „Die vollen Auftragsbücher und Nachholeffekte nach der Corona-Pandemie hätten die deutsche Konjunktur beflügeln können. Der Krieg in der Ukraine in Kombination mit den Lieferkettenproblemen haben dem aber einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer: „Für die Industrieproduktion kommt es in den kommenden Monaten weniger auf die Nachfrage an als vielmehr auf die Verfügbarkeit von Vorprodukten. Und die hat sich wegen des Ukraine-Kriegs und der rigiden Lockdown-Politik in China wieder verschlechtert.“

Probleme bei der Beschaffung wegen bestehener Sanktionen

Lieferprobleme verursachen weitere Engpässe in den Industriebetrieben, durch die kriegerischen Handlungen in der Ukraine verschärfen sich nicht nur die Lieferprobleme, sondern auch Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Das berichtet das ifo Institut, das zu diesem Thema eine aktuelle Umfrage startete. 17 Prozent der Industriefirmen importieren den ifo-Angaben zufolge Teile und Rohstoffe aus Russland, das wegen des Kriegs von westlichen Staaten weiterhin mit harten Sanktionen belegt wurde. Die Aussichten beschreibt man als „gedämpft“ – die Unsicherheiten sind aktuell ein großes Problem. (AH)