Der Online-Lieferdienst Delivery Hero verbuchte unter dem Strich einen Verlust von 918,1 Millionen Euro, wie der im DAX notierte Konzern am Donnerstag in Berlin bei der Vorlage der endgültigen Geschäftszahlen mitteilte. Ein Jahr zuvor war der Verlust mit knapp 448 Millionen Euro nur etwa halb so groß. Operativ verbuchte Delivery Hero von Januar bis Ende Juni einen Verlust (bereinigtes Ebitda) von 350,8 Millionen Euro, nach minus 319,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Konzernchef Niklas Östberg setzt weiterhin voll auf Wachstum auf Kosten der Rentabilität. Er bestätigte den vor zwei Wochen gesenkten Ausblick für die Marge. Im laufenden Jahr soll das bereinigte Betriebsergebnis im Verhältnis zum Bruttowarenwert bei rund minus 2 Prozent liegen, statt wie bisher bei minus 1,5 bis minus 2 Prozent. Die Umsatzprognose hatte Östberg dagegen Mitte August auf 6,4 bis 6,7 Milliarden Euro angehoben. Beim Bruttowarenwert rechnet Delivery Hero nun mit 33 bis 35 Milliarden Euro für das Gesamtjahr.

Delivery-Hero Aktie gibt nach

Im ersten Halbjahr 2021 stieg der Bruttowarenwert um gut drei Viertel auf 16,2 Milliarden Euro, während sich der gesamte Segmentumsatz auf 2,9 Milliarden Euro mehr als verdoppelte. Das Auftragsvolumen stieg um mehr als 80 Prozent auf 1,39 Milliarden. In den Zahlen und im Vorjahr ist das inzwischen übernommene südkoreanische Unternehmen Woowa enthalten. Die Halbjahreszahlen des Online-Essenslieferdienstes Delivery Hero haben am Donnerstag die Anleger aufgeschreckt. Der Aktienkurs sank auf der Handelsplattform XETRA zeitweise um 1,54 Prozent auf 121,30 Euro. Ein Teil der jüngsten Kurserholung dürfte sich nun zum Handelsstart in Luft auflösen.

Unter dem Strich verzeichnete der im DAX notierte Konzern einen Verlust von fast einer Milliarde Euro. Ein Jahr zuvor war der Verlust nur etwa halb so hoch. Dennoch sah RBC-Analystin Sherri Malek auch einige positive Aspekte. Sie betonte die Margen für das Asiengeschäft, die ihre Erwartungen überstiegen hätten. Allerdings lagen die Margen für die Region Naher Osten/Nordafrika (MENA) unter ihren Schätzungen.

(FW)