Das Heizungsgesetz von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck steht wieder in der Kritik, diesmal vom Koalitionspartner FDP. Ursprünglich sollte das Gesetz noch vor der Sommerpause im Bundestag diskutiert und verabschiedet werden, der FDP Vorsitzende Christian Lindner hat zusammen mit seiner Partei grundsätzliche Bedenken geäußert und die Abstimmung verschoben.

Streit der Ampelregierung im Parlamentsgebäude
Streit der Ampelregierung im Parlamentsgebäude

Habeck wirft der FDP Wortbruch im Zusammenhang mit dem Heizungsgesetz vor

Der ursprüngliche Zeitplan der Grünen sah vor, das s noch vor der parlamentarischen Sommerpause von Juli bis August zur Abstimmung zu bringen. In dieser Zeit finden im Deutschen Bundestag keine Sitzungen statt, sodass neue Gesetze nicht verabschiedet werden können. Dieses Jahr soll die Sommerpause am 7. Juli beginnen.

Nach dem beschlossenen Entwurf für das Heizungsgesetz durch das Bundeskabinett müssen von 2024 an neu eingebaute Heizung mindestens mit 65 Prozent Öko-Energie betrieben werden. Ein vollständiges und komplettes Verbot für alle Öl- und Gasheizungen sollte ab 2045 in Kraft treten. Bislang werden Wärmepumpen als vielversprechendste Alternative zu den „schmutzigen“ Heizungen vorgeschlagen.

Die Grünen kritisierten die FDP wegen der Verzögerungen und beschuldigen diese gleichzeitig des Wortbruchs. „Die Unzuverlässigkeit an dieser Stelle erstaunt schon“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann. Der Zeitplan war gemeinsam mit dem FDP-Vorsitzenden Christian Lindner vereinbart worden. Der Bundeswirtschaftsminister der Grünen, Robert Habeck, bezeichnet es als „Wortbruch“ gegenüber der Vereinbarung, die Vertreter von SPD, Grünen und FDP Ende März im Koalitionsausschuss getroffen hätten.

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Heizungsgesetz heizt Streit in der Koalition an

Die FDP hat dem Heizungsgesetz im Grundsatz bereits vier Mal zugestimmt, trotzdem wird es vor der Abstimmung noch blockiert. Es herrscht Uneinigkeit in der Ampel-Koaliton und sollten sich in Zukunft alle Koalitionspartner so verhielten, wäre die Ampel am Ende und verliert noch mehr an Glaubwürdigkeit. Christian Lindner hat das Gesetz bereits öffentlich kritisiert und die Finanzierung angezweifelt und als undurchsichtig bezeichnet. Als Bundesminister der Finanzen ist für ihn unklar, woher mögliche Gelder kommen im Zusammenhang mit dem Heizungsgesetz kommen sollen.

Das Inkrafttreten des Heizungsgesetzes zum 1.1. 2024 wird damit immer unwahrscheinlicher. In den vergangenen Wochen haben die Diskussionen um das Habeck Heizungsgesetz viel Verunsicherung geschürt in der Bevölkerung. In einer Talkshow hat Hofreiter versichert, dass er die unfertigen Heizungspläne nicht durchsickern lassen hat und sieht die öffentliche Diskussion als schädlich für die Umsetzung.

Alle Partner der Ampel-Regierung sind mit dem Stand des Heizungsgesetzes unzufrieden und wollen nachbessern, die FDP versucht sich dabei in eine Führungsrolle zu begeben. Die Parlamentsverwaltung hat mitgeteilt, dass die CDU/CSU-Fraktion eine Stunde zu den „Heizungsplänen der Bundesregierung“ beantragt hat. Dadurch wird das Thema im Plenum diskutiert werden, aber es wird keine Abstimmung stattfinden. Es komme nicht darauf an, ob das Gesetz „ein, zwei Monate später in Kraft tritt“. Es gehe um „eine wirklich große Sache“, begründete der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Christian Dürr, die Zögerlichkeit seiner Partei.

Geschäft mit Wärmepumpen nimmt durch Heizungsgesetz Fahrt auf

Obwohl das Gesetz noch nicht beschlossen wurde, nimmt das Geschäft mit Wärmepumpen bereits Fahrt auf. Sollte das Gesetz beschlossen werden, wird die Nachfrage für Wärmepumpen für viele Jahre ansteigen. Der Wärmepumpenhersteller Viessmann ist eines der Unternehmen, die aus Deutschland flüchten. Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat angekündigt, ins Wärmepumpengeschäft einzusteigen und Schlüsselkomponenten herzustellen. Als Rüstungs- und Autozulieferkonzern möchte Rheinmetall seine Fabriken nutzen, um sich der asiatischen Konkurrenz entgegenstellen. Zu den Schlüsselkomponenten zählen unter anderem die Verdichter/Kompressoren der Wärmepumpen.

Die kritische Bedeutung von Wärmepumpen für die deutsche Wirtschaft wird seit dem Verkauf von Viessmann kritisch diskutiert, als der Verkauf eines Familienunternehmens, das diese Heizungsmaschinen herstellt, an ein amerikanisches Unternehmen eine Überprüfung durch die Regierung in Berlin auslöste. Die Carrier Global Corp bekannt, dass sie sich bereit erklärt hat, 12 Mrd. Euro (ca. 13,3 Mrd. USD) für die Übernahme der Viessmann Group zu zahlen. Dadurch kann der amerikanische Hersteller Carrier in Europa expandieren und von der grünen Energiewende auf dem Kontinent profitieren.

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Bosch Industriekessel GmbH ist ein Unternehmen der Bosch Thermotechnik GmbH und gehört zu den größten Wärmepumpenhersteller in Deutschland
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Welche Unternehmen sind am Geschäft mit Wärmepumpen in Deutschland beteiligt?

Während einige Unternehmen selbst Wärmepumpen herstellen, sind andere als Zulieferer oder anders an dem Geschäft mit Wärmepumpen beteiligt und profitieren von dem wachsenden Geschäft. Die Liste den größten Hersteller für Wärmepumpen in Deutschland wird von Vaillant, Viessmann und Bosch angeführt.

In alphabetischer Reihenfolge:

  • Bosch Industriekessel GmbH

  • ENVEA

  • Lambda

  • Ochsner

  • Solvis

  • Stiebel Eltron

  • Viessmann

  • Vaillant

  • Wolf

Bosch Industriekessel GmbH

Bosch Industriekessel GmbH ist ein Unternehmen der Bosch Thermotechnik GmbH, entwickelt und fertigt seit mehr als 150 Jahren projektbezogene Heiz- und Prozesswärmesysteme

ENVEA

ENVEA stellt hochpräzise Überwachungssysteme sowie Lösungen für die Verarbeitung von Umweltdaten und die Erstellung von Berichten her und verfügt über umfassende Kenntnisse in der Entwicklung von schlüsselfertigen Komplettlösungen.

Lambda

Die Lambda Wärmepumpen GmbH ist ein als österreichisches Startup ein absoluter Newcomer. Nach eigenen Angaben produzieren Sie die effizientesten Luft-Wasser-Wärmepumpen, die am Markt verfügbar sind. Bislang gibt es noch kein flächendeckendes Installationsnetzwerk in Deutschland, aber nach und nach arbeiten Sie an dem Aufbau, um Lambda Wärmepumpen stärker hier zu verbreiten.

Ochsner

Die Österreicher Ochsner Wärmepumpen GmbH wurde 1872 gegründet und konzentriert sich seit 1992 auf die Entwicklung und den Vertrieb von Wärmepumpensystemen, womit Sie sich als einer der Technologieführer der Branche etablieren.

Solvis

Solvis widmet sich seit den 1980er Jahren der Wärmegewinnung aus Sonnenenergie für Heizanlagen. Im Bereich der Wärmepumpen hat Solvis bislang ein eingeschränktes Produktportfolio und greift dort auf die Technologie von Stiebel Eltron zurück.

Stiebel Eltron

Stiebel Eltron zählt ebenfalls noch zu den größten Wärmepumpenhersteller in Deutschland. Die 4.000 Mitarbeiter haben im letzten Jahr 830 Mio. Euro Umsatz erzielt, wobei 600 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung von Wärmepumpen fließen soll. Der Umsatz mit den Wärmetauschern hatte sich im letzten Jahr verdoppelt.

Vaillant

Vaillant ist ein international tätiges Familienunternehmen aus dem Jahr 1874. Der Weltmarktführer für Zentralheizungen bietet seinen Kunden Technologien zum Heizen, Kühlen und zur Warmwasserversorgung, die dazu beitragen, die Energiewende im Gebäudesektor erfolgreich zu gestalten. Der Umsatz im Jahr 2021 belief sich auf 3,3 Mrd. Euro, der zum Teil auch von Gasheizungen und Photovoltaiksysteme stammt.

Viessmann

Viessmann ist einer der international führenden Hersteller von Heiz-, Kühl- und Klimatechnik und wird von der Carrier Global Corp bis Ende 2023 vollständig übernommen. Das 1917 gegründete Familienunternehmen beschäftigt rund 12 000 Mitarbeiter und erzielt einen jährlichen Gruppenumsatz von 2,5 Milliarden Euro. Mit 22 Produktionsstandorten in 11 Ländern, Tochtergesellschaften und Vertretungen in 74 Ländern und 120 Verkaufsniederlassungen rund um den Globus ist Viessmann ein international ausgerichtetes Unternehmen.

WOLF GmbH

WOLF GmbH begann mit Teilen für Hopfenverarbeitungsmaschinen und Wärmeerzeugern bis zur Entwicklung von Lüftungs- und Klimageräten und landete letztendlich in der Heiztechnik als Kerngeschäft. Heute ist WOLF ein Tochterunternehmen der Centrotec SE und deckt mit seinen Produkten und Dienstleistungen das gesamte Spektrum der modernen Heizungs- und Klimatechnik ab.

(TB)