Die US-Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde SEC wird wahrscheinlich schwere Vorwürfe gegen die Brüder Musk wegen Insiderhandel erheben.

Insiderhandel ist eine schwere Straftat

Elon Musk und die SEC sind keine Freunde mehr. Seit Jahren führt der Tesla-Chef einen Kleinkrieg gegen die US-Börsenaufsicht, doch nun erhebt die Behörde schwere Vorwürfe: Dem Milliardär wird offenbar Insiderhandel vorgeworfen.
Der Streit zwischen dem schillernden CEO und der US-Börsenaufsichtsbehörde begann im August 2018, als Elon Musk in einem Tweet seine Absicht ankündigte, Tesla von der Börse zu nehmen. Seine Zusicherungen, dass die Finanzierung gesichert sei, wurden ihm zum Verhängnis, da die US-Börsenaufsichtsbehörde nach einer Untersuchung zu dem Schluss kam, dass Musk keine feste Finanzierungszusage hatte und die Börsennotierung daher scheiterte. Nur dank der Vergleichsvereinbarung konnte Musk seinen Posten als CEO von Tesla behalten. Doch wer dachte, dass der Visionär von nun an mehr Zurückhaltung üben würde, hat sich getäuscht, denn Musk hat sich seitdem wiederholt gegen die Behörden ausgesprochen.

Kimball Musks verdächtige Verkäufe von Tesla-Aktien.

Doch während die SEC Elon Musks Drängen geduldig ertragen hat, scheint sie nun eine neue Front zu eröffnen: Dem Wall Street Journal zufolge untersucht die Börsenaufsicht, ob Elon Musk und sein Bruder Kimball Musk gegen „Insiderhandelsregeln“ verstoßen haben. Dies ist eine ernste Angelegenheit, denn Insiderhandel ist nichts anderes als eine Straftat.

Hintergrund ist der Aktienhandel von Kimball Musk am 5. November 2021, als er 88.500 Tesla-Aktien für rund 108 Millionen Dollar verkaufte. Das Problem ist, dass Elon Musk nur einen Tag später in einer kontroversen Aktion die Twitter-Nutzer aufforderte, darüber abzustimmen, ob er zehn Prozent seiner Tesla-Aktien veräußern sollte. Fast 58 Prozent der Umfrageteilnehmer sprachen sich für den Verkauf aus, was den Aktienkurs von Tesla stark nach unten drückte. Die US-Börsenaufsicht SEC vermutet nun, dass der Tesla-Chef seinen Bruder vorab über seine Pläne informiert hat. Elon Musk streitet es ab. Elon Musk seinerseits bestreitet die Vorwürfe der SEC. Auf Twitter zeigte er sich angriffslustig und erklärte, er habe den Kampf mit den Behörden nicht begonnen, „aber ich werde ihn beenden“.

Elon Musk
Elon Musk

Gegenüber der Financial Times erklärte er, dass sein Bruder Kimball nichts von der geplanten Twitter-Untersuchung gewusst habe. Ihm zufolge waren nur die Anwälte von Tesla informiert worden. Es ist jedoch bemerkenswert, dass Kimball Musk nicht nur der Bruder des Konzernchefs ist, sondern auch Mitglied des Aufsichtsrats von Tesla.

Wie The Future Zone unter Berufung auf Adam Pritchard, Juraprofessor an der Universität von Michigan, berichtet, verspricht dies ein interessanter Rechtsstreit zu werden. Das Insiderrecht befasst sich nämlich in erster Linie mit dem Missbrauch von Informationen, die einem öffentlichen Unternehmen gehören. Aber in diesem Fall geht es nicht direkt um Informationen, die Tesla gehören, sondern um die von Elon Musk selbst, sagte er. „Daraus folgt, dass es, wenn die SEC dies verfolgen wollte, eine schwierige Angelegenheit vor Gericht wäre“, so der Rechtsexperte.

(FW)