Am Donnerstag hat der US Konzern McDonald’s offiziell angekündigt sich aus Russland zurückzuziehen. Nach mehr als 30 Jahren gehen die rund 850 Filialen an den russischen Lizenznehmer Alexander Govor. Als Besitzer von 25 Filialen in Sibirien hat er bereits viel Erfahrung mit der Fast-Food-Kette McDonald’s, allerdings darf er den Markennamen nicht behalten.

Der Russland-Ukraine Konflikt lässt McDonald’s handeln

Die Burger-Kette wird ihr Russland-Geschäft verkaufen. Die durch den Krieg in der Ukraine ausgelöste humanitäre Krise und die damit einhergehenden unvorhersehbaren Rahmenbedingungen haben McDonald’s zu dem Schluss kommen lassen, dass eine Fortführung des Geschäfts in Russland nicht länger vertretbar ist und auch nicht mit den Werten von McDonald’s übereinstimmt. Bereits im März, kurz nach Beginn des Krieges, folgte McDonald’s anderen westlichen Unternehmen und schloss vorübergehend seine Restaurants in Russland. McDonald’s ist nicht das einzige Unternehmen, dass auf den Konflikt reagiert. Eine vielzahl westlicher Unternehmen hat bereits Stellung genommen und ihren Rückzug aus Russalnd angekündigt. Sobald der Verkauf abgeschlossen ist, werden die russischen Restaurants „entwölbt“ (de-arched), was bedeutet, dass sie den Namen, das Logo oder die Speisekarte von McDonald’s nicht mehr verwenden dürfen. McDonald’s sagte, dass die Mitarbeiter bis zum Abschluss der Transaktion weiter bezahlt werden und dass „die Mitarbeiter bei jedem potenziellen Käufer eine zukünftige Anstellung haben. „Wir haben jedoch eine Verpflichtung gegenüber unserer globalen Gemeinschaft und müssen unseren Werten treu bleiben. Und unser Bekenntnis zu unseren Werten bedeutet, dass wir die Möwe dort nicht länger leuchten lassen können“, sagte er.

 

Der Russland-Ukraine Konflikt lässt McDonald's handeln

Der Russland-Ukraine Konflikt lässt McDonald’s handeln

Russiche Kopien von US Marken

Ein alternativer Name wurde offiziell über Telegram Kanal des russischen Handelsministerium gesucht. Die Kommentarfunktion wurde jedoch relativ schnell geschlossen. Die Liste der Namen enthält Rosburger, RusDonald’s, Nashmak, Mashkinfarsh, ZBurger. Dabei steht das Z für „Za Pobedu“ – „Für den Sieg“, wie es häufig als Graffiti auf diversen Bildern des Konflikts zu sehen ist. Beim russischen Patentamt liegt bereits ein ganz anderer Name vor. Ein Dokument soll die Anmeldung für „Onkel-Wanja“ zeigen, mit einem auf die Seite gekippten McDonald’s Logo. Angeblich wurde bereits am 12.03.2022 unter der Patentnummer 2022715219 ein offizieller Antrag eingereicht. Mit den typischen Farben hat das gelbe „M“ auf roten Hintergrund McDonald’s Charakter, genauso wie der Name der ursprünglichen familären Bedeutung nahe kommt, scheint dies der neue russiche Name zu werden. Nach einem ähnlichen Prinzip wurde Coca-Cola zu CoolCola, aus Fanta wurde Fancy und aus Sprite wurde Street. Das alles unter Beibehaltung der klassischen Farbgebung bei den Softdrink-Verpackungen.

 

Hoher Preis für den Rückzug

Der Rückzug aus Russland wird Schätzungsweise mit 1,2 bis 1,4 Milliarden Dollar zu Buche schlagen. Die Aktien blieben jedoch im frühen Handel unverändert. „Die Tatsache, dass McDonald’s die meisten seiner Restaurants in Russland besitzt, bedeutet, dass es ein wertvolles Geschäft zu verkaufen gibt“, sagte Saunders. „Angesichts der Umstände des Verkaufs, der finanziellen Herausforderungen, denen sich potenzielle russische Käufer gegenübersehen, und der Tatsache, dass McDonald’s seinen Markennamen oder seine Identität nicht lizenzieren wird, ist es jedoch unwahrscheinlich, dass der Verkaufspreis auch nur annähernd den Buchwert des Geschäfts vor der Invasion erreichen wird.“
In seinem jüngsten Ergebnisbericht erklärte McDonald’s, dass die Schließung seiner Restaurants in Russland das Unternehmen im letzten Quartal 127 Millionen Dollar gekostet habe. Fast 27 Mio. $ entfielen auf Personalkosten, Zahlungen für Pachtverträge und Lieferungen. Die anderen 100 Mio. $ entfielen auf Lebensmittel und andere Artikel, die weggeworfen werden müssen. Zusammen mit weiteren 108 Restaurants in der Ukraine machten sie im Jahr 2021 9 % des Umsatzes des Unternehmens aus.

(TB)