Einige chinesische Aktien steigen kurzzeitig um 30 %, da Anleger auf die Eröffnung einer neuen Börse in Peking wetteten. Die Aktien von mehr als 60 wenig gehandelten chinesischen Festlandaktien stiegen am Montag kurzzeitig um mindestens 10 %, da die Anleger auf eine mögliche Aufnahme der Unternehmen in eine neue Pekinger Börse wetteten.

Neue Börse in Peking wird dritte Börse des Landes

Der chinesische Präsident Xi Jinping kündigte am späten Donnerstag an, dass die Hauptstadt die dritte Börse des Landes eröffnen werde, um kleinen und mittleren Unternehmen die Kapitalbeschaffung zu erleichtern. Diese und andere privat geführte Unternehmen stellen landesweit mehr als 80 % der Arbeitsplätze, haben es aber schwerer als staatliche Unternehmen, Finanzierungen von Banken zu erhalten, von denen die meisten in Staatsbesitz sind. Die neue Pekinger Börse wird sich zunächst aus den Aktien zusammensetzen, die bereits außerbörslich im „Select“-Bereich des „New Third Board“ oder „National Equities Exchange and Quotations“ (NEEQ) gehandelt werden, so die Wertpapieraufsichtsbehörde am Freitag.

Dieser Pool von 66 ausgewählten Aktien stieg am Montagnachmittag an, wobei fast ein Drittel kurzzeitig um 30 % zulegte. Nur fünf der Unternehmen haben eine Marktkapitalisierung von mehr als 1 Milliarde Dollar. Das tägliche Handelsvolumen pro Aktie lag am Montag im Bereich von Millionen Yuan, verglichen mit Hunderten von Millionen Yuan für die größten auf dem Festland gehandelten Aktien.

Neue Börse in Peking

Neue Börse in Peking

Wann startet die neue Börse?

Das Datum für den Start der Pekinger Börse wurde noch nicht bekannt gegeben. Die Behörden sammeln bis zum 22. September öffentliche Stellungnahmen zu den Regeln für den neuen Handelsplatz. Die Pläne für die Pekinger Börse sind der jüngste Versuch der chinesischen Behörden, die Fähigkeit des lokalen Aktienmarktes zu verbessern und als Finanzierungskanal für Unternehmen zu dienen. Die Dominanz von Kleinanlegern, die sich von der Stimmung leiten lassen, hat zu einem hohen Maß an spekulativen Aktivitäten auf dem Festlandaktienmarkt beigetragen. Er ist der zweitgrößte der Welt, aber mit einem Alter von etwa drei Jahrzehnten viel jünger als der US-amerikanische.

Das langsame Genehmigungssystem für Börsengänge auf dem Festland und die hohen Gewinnanforderungen haben dazu geführt, dass sich viele der größten chinesischen Unternehmen, insbesondere Technologieriesen wie Alibaba und Tencent, für eine Notierung in New York und Hongkong entschieden haben. Die verschärfte Kontrolle chinesischer Börsengänge in den USA durch die Regierungen beider Länder hat jedoch den Strom chinesischer Börsengänge nach New York in diesem Sommer praktisch zum Erliegen gebracht.

Die Behörden haben jedoch einige der an der Star-Börse erprobten Praktiken, wie z. B. größere tägliche Handelsspannen, auf andere Teile des Festlandmarktes ausgeweitet. Analysten sind zuversichtlich, dass die Pekinger Börse nur zu diesen Verbesserungen des Marktes beitragen wird.  

Die neue Börse wird sich zunächst auf eine ausgewählte Gruppe von Unternehmen des New Third Board stützen, doch öffentlichen Unterlagen zufolge soll künftig ein registrierungsbasiertes Notierungssystem eingeführt werden.

(FW)