Der deutsche Automobilhersteller Opel hat angekündigt, dass ein Werk in der Stadt Eisenach bis zum nächsten Jahr vorübergehend schließen wird. Die Mitarbeiter werden bis zur Wiedereröffnung des Werks beurlaubt, was nach Angaben des Unternehmens bis Anfang nächsten Jahres erfolgen soll.

Opel nennt Chipmangel als Grund

Als Grund wurde der weltweite Mangel an Mikrochips genannt, der zum Teil durch die Unterbrechung der Lieferkette und den durch die COVID-19-Pandemie verursachten Arbeitskräftemangel verursacht wurde. Opel befinde sich „aufgrund der anhaltenden Pandemie und der weltweiten Halbleiterknappheit in einer Ausnahmesituation“, so ein Sprecher. Das Werk in Eisenach werde die Produktion von Opel-Hybridfahrzeugen ab nächster Woche einstellen und im nächsten Jahr wieder aufnehmen, „soweit es die Situation in der Lieferkette erlaubt“.

Die IG Metall reagierte schockiert und erklärte, bei einem Treffen mit der Geschäftsführung sei zunächst von einer Schließung keine Rede gewesen, so der MDR. Die Beschäftigten des Werks waren auch deshalb verärgert, weil es keine Pläne gibt, die Arbeit in der anderen Hybridfahrzeugfabrik von Opel in Frankreich einzustellen.

Auch nach den Kürzungen bleibt Opel einer der wichtigsten Arbeitgeber in Ostthüringen, wo Eisenach liegt.

Die gesamte Autoindustrie ist wegen des Chipmangels unter Druck geraten

Deutschland kämpft, wie viele andere Länder auf der Welt, mit einem Mangel an Rohstoffen wie Kunststoffen, Metallen (Stahl) und Holz. Die Autoindustrie, einer der profitabelsten Industriezweige des Landes, ist davon stark betroffen, vor allem wegen der Knappheit an Halbleitern, die sowohl für herkömmliche als auch für Elektroautos benötigt werden.

Anfang des Jahres kündigte der Automobilriese Volkswagen an, die Produktion in seinem Stammwerk in Wolfsburg zu drosseln. Untersuchungen des Beratungsunternehmens Alix Partners deuten darauf hin, dass in diesem Jahr weltweit etwa 7,7 Millionen Fahrzeuge nicht produziert werden, was einen Verlust von etwa 210 Milliarden Euro (243,5 Milliarden US-Dollar) bedeuten würde.

DIe Autoindustrie ist besonders hart von der Rohstoffknappheit betroffen

DIe Autoindustrie ist besonders hart von der Rohstoffknappheit betroffen

Die deutsche Wirtschaft, die größte in Europa, hat sich im ersten Teil des Jahres 2020 deutlich vom Tiefpunkt der Pandemieabschaltungen erholt, wobei das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um 9,4 Prozent gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres gestiegen ist. Die lebenswichtige Autoindustrie des Landes wurde besonders hart von der Knappheit an Halbleitern getroffen, einer entscheidenden Komponente sowohl in konventionellen als auch in Elektrofahrzeugen, was die Autohersteller zwang, die Produktion zu drosseln

Aber auch große Hersteller wie Daimler, BMW und Volkswagen haben Probleme, die Halbleiterchips zu beschaffen, die sie für die heutigen Autos benötigen, die mit elektronischen Funktionen wie fortschrittlicher Fahrerunterstützung ausgestattet sind. 

(FW)