Der russische Präsident Wladimir Putin (69) muss um die Villen seiner Familie und seiner Günstlinge in Europa bangen.

Frankreich: Villa von Putins Tochter soll eine Villa Ukraine werden

Die Aktivisten drangen mit Ukraine-Flagge in die leere Ferien-Residenz ein ©  instagram/sos.ukraine

Die Aktivisten drangen mit Ukraine-Flagge in die leere Ferien-Residenz im südfranzösischen Biarritz ein ©
 instagram/sos.ukraine

Am Sonntag, dem 13. März 2022, kaperten die „Gelbwesten“-Aktivisten Pierre Haffner und Sergei Saveliev mit einer ukrainischen Flagge in der Hand die leer stehende Ferien-Villa von Putins jüngster Tochter Katerina Wladimirowna Tichonowa (35, sie sitzt als Verwaltungswissenschaftlerin in der Leitung der Moskauer Lomonossow-Universität) im südfranzösischen Nobel-Ferienort Biarritz an der Biskaya mit unverbautem Blick auf den Atlantik.

Die Aktivisten haben nach eigenen Angaben die Haustür-Schlösser ausgetauscht und laden Flüchtlinge ein, die geschätzt vier Millionen Euro teure Unterkunft zu nutzen. Um ihren Angaben Nachdruck zu verleihen, posierten sie mit der blau-gelben Fahne auf dem Balkon des repräsentativen Anwesens an der Steilküste. Das sorgte auf Youtube, Facebook und Instagram für erhebliches Aufsehen.

Die französische Polizei brach später die Tür auf, nahm die beiden Aktivisten fest und hält sie für eine Nacht in Gewahrsam.

Wie es von den Besetzern hieß, hätten sie eine Kopie des Reisepasses von Kirill Schalamow (39) in dem Gebäude gefunden, sowie eine Stromrechnung aus Moskau.

Schalamow ist der Ex-Schwiegersohn von Putin. Er war drei Jahre lang bis 2018 mit Putins Tochter verheiratet. Schalamow gehörte zum Oligarchen-Kreis um Putin. Sein Vater Nikolai ist ein langjähriger Freund des Kreml-Despoten.

Die Villa gehörte zuerst Putins Ex-Schwiegersohn und einst jüngstem Milliardär Russlands Kirill Schalamow

Der Bank- und Ölunternehmer Kirill Schalamow war zeitweise „Wirtschaftsberater“ der russischen Regierung und nannte die Villa Alta Mira zunächst sein Eigen. Inzwischen soll die Luxus-Immobilie seiner Ex-Frau Tichonowa gehören. Sie soll im Grundbuch stehen.

Pierre Haffner von der Vereinigung Svoboda Liberté, dessen Blog auf der Nachrichtenwebsite Mediapart erscheint, will die „Villa Alta Mira“ nun in „Villa Ukraine“ umbenennen und mit der Stadtverwaltung Kontakt aufnehmen, um die Einquartierung von Flüchtlingen auf den Weg zu bringen.

Dissidenten verwiesen dem „Guardian“ zufolge derweil darauf, dass Putin und seine Günstlinge „hunderte von Villen“ quer durch Europa aufgekauft hätten und dass deren „Luxus-Leben“ nun ein Ende haben müsse: „Es ist wichtig, Verantwortung zu übernehmen und gerecht zu bleiben im 21. Jahrhundert.“

Auch die Londoner Villa von Strabag-Großaktionär Oleg Deripaska wurde besetzt

Wladimir Putin (links) mit Oleg Deripaska im Jahr 2006 beim Forum für Asiatisch-Pazifische Wirtschaftskooperation in Vietnams Hauptstadt Hanoi © Pressefoto kremlin.ru

Wladimir Putin (links) mit Oleg Deripaska im Jahr 2006 beim Forum für Asiatisch-Pazifische Wirtschaftskooperation in Vietnams Hauptstadt Hanoi © Pressefoto kremlin.ru

Kurz nach Mitternacht in den ersten Stunden des 14. März 2022 besetzten Demonstranten in London ein Gebäude, das Berichten zufolge dem russischen Oligarchen und Aluminium-Magnaten Oleg Deripaska (54) gehört.

Deripaska ist Gründer des Aluminium-Förderers Rusal, Inhaber der Industriegruppe Basic Element und Ein-Drittel-Inhaber des Baukonzerns Strabag.

Seine 50-Millionen-Euro-Villa im vornehmen Stadtteil Knightsbridge soll laut Forderungen von Demonstranten Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden, wie die britische „Daily Mail“ berichtet.

Deripaska steht auf der Sanktionsliste der britischen Regierung, obwohl er sich vorsichtig kritisch zum Angriff auf die Ukraine geäußert hatte. Er forderte am 7. März 2022 per Twitter eine sofortige Waffenruhe.

Der Oligarch gilt als bestens vernetzt mit englischen Politikern. Labour-Politiker Peter Mandelson und Tory-Parteigänger George Osborne sollen ihn auf seiner Yacht Clio vor der Insel Korfu besucht haben.

Wenige Stunden später am gestrigen Montag kündigte Londons Bürgermeister an: Er wolle Ukraine-Flüchtlinge in Oligarchen-Villen unterbringen

Was sich die Aktivisten in Frankreich und London-Knightsbridge einfach herausgenommen haben, könnte in ganz London bald legal möglich sein.

Sadiq Khan (51), Bürgermeister der britischen Hauptstadt, hat sich dafür ausgesprochen, ukrainische Flüchtlinge in Immobilien russischer Oligarchen unterzubringen. Ein Großteil der Wohnungen in London stünden ohnehin leer, sagte Khan dem Sender „Times Radio“ am 14. März 2022.

Die Wohnungen dienten eher zur Geldwäsche und nicht als Zweitwohnsitz für Superreiche, sagte Khan dem Radiosender. Die Wohnungen, die oft im exklusiven Londoner Westen liegen, seien „goldene Backsteine“.

Bürgermeister Khan: „Ich finde, die Regierung sollte sie beschlagnahmen und bevor sie verkauft werden, sollten sie dazu verwendet werden, Ukrainer unterzubringen.“

Das sei eine Art der „poetischen Gerechtigkeit“.

Putin soll im spanischen Golfparadies Zagaleta bei Marbella eine Supervilla besitzen

Wladimir Putin soll der Besitzer eines der größten Anwesen in Zagaleta, dem sagenumwobenen Golf-Resort vor der spanischen Costa del Sol sein, berichtet heute Lukas Hässig vom Züricher Inside Paradeplatz. Die Putin-Villa, angeblich vor 5 Jahren für 35 Millionen Euro gekauft, biete einen Blick über weiche Hügel aufs azurblaue Mittelmeer hinüber nach Afrika. Fotos in Online-Medien machten die Runde.

Ob’s stimmt, bleibt offen. Offiziell bestätigt keiner. Einer, der’s wüsste, ist der Deutsche Oswald Grübel (79), der seine Karriere in der Schweiz gemacht hat. Der Ex-UBS- und CS-Chef Grübel war bis 2019 Präsident des spanischen Resorts.

Doch Grübel, ganz Banker und Vertrauensmann, hüllte sich stets in Schweigen. Nun könnte die vermeintliche Putin-Villa erneut zum Thema werden.

Spanien macht jedenfalls Jagd auf die Reichtümer sanktionierter Russen

Gestern hieß es, die Behörden hätten in Barcelona die Oligarchen-Yacht des engen Putin-Vertrauten und ehemaligen KGB-Kumpels aus Dresdener Zeiten Sergei Tschemesow beschlagnahmt. Tschemesow ist Chef des staatlichen russischen Rüstungskonzerns Rostec.

Als Eigentümerin der 85 Meter langen „Valerie“ unter der Flagge des kleinen Karibik-Staates St. Vincent und die Grenadinen sei eine Briefkastenfirma eingetragen. Dass das 2011 von der Bremer Lürssen-Werft gebaute Schiff möglicherweise tatsächlich Tschemesow gehöre, ergebe sich aus den im vergangenen Jahr veröffentlichten Pandora Papers, schrieb gestern die Madrider Tageszeitung El País. (FM)