Nachhaltige Startups machen aus der Energiewende ein Milliardengeschäft

Was heute in Batterierecycling, Gebäudesanierung, Energiespeichern und neuen Materialien entsteht, entscheidet über künftige Wettbewerbsfähigkeit – und über Milliardenbewertungen.

Die globale Energiewende erfordert bis 2030 jährliche Investitionen von über 4 Billionen US-Dollar, ein erheblicher Teil davon entfällt auf neue Technologien und junge Unternehmen. Während Politik und Konzerne noch um Rahmenbedingungen ringen, besetzen nachhaltige Startups bereits konkrete Wertschöpfungsstufen.

2026 ist ein Wendepunkt. Nachhaltigkeit wird zur Industrie- und Investmentklasse. Der europäische Gebäudesektor benötigt jährlich über 250 Mrd. Euro für Sanierungen, der weltweite Markt für Batterierecycling wächst auf über 50 Mrd. US-Dollar bis 2030, klimabedingte Schäden liegen bereits heute bei mehr als 300 Mrd. US-Dollar pro Jahr. Diese Größenordnungen machen Nachhaltigkeit zu einem Pflichtmarkt.

Was diese neue Generation nachhaltiger Startups auszeichnet:

Sie verbindet ökologische Notwendigkeit mit industrieller Skalierbarkeit, Impact mit wirtschaftlicher Logik. Ihre Geschäftsmodelle adressieren Kosten, Regulierung und Versorgungssicherheit – und rücken damit realistisch in den Bereich hoher Wachstums- und Milliardenbewertungen.

Die vorgestellten Unternehmen im Überblick

  • cylib – Batterierecycling als kritische Rohstoff-Infrastruktur

  • ecoworks – Serielle Sanierung als Effizienzhebel im Gebäudebestand

  • Instagrid – Mobile Energiespeicher als Diesel-Ersatz

  • Twaice – Software zur Verlängerung von Batterielebenszyklen

  • OroraTech – Klimarisiken aus dem All als Datenprodukt

  • Susmata AG – Biomaterialien aus Abfallströmen

  • Algene International AG – Mikroalgen in Reinraumqualität als Rohstoff der Bioökonomie

  • Proxima Fusion – Langfristige Vision: Kernfusion

  • Marvel Fusion – Disruptiver Ansatz für CO₂-freien Grundlaststrom

Gemeinsam zeigen diese Unternehmen, warum Nachhaltigkeit 2026 zu den attraktivsten Innovations- und Investmentfeldern Europas zählt – und weshalb die nächste Generation deutscher Einhörner sehr wahrscheinlich aus dem Green- und Infrastructure-Tech-Sektor kommt.

Nachhaltige Startups

Die nächste Phase der Nachhaltigkeit

Wie Technologie, nachhaltige Startups und Kapital reale Industriesysteme verändern

Die vorgestellten Unternehmen stehen exemplarisch für eine Entwicklung, die weit über einzelne nachhaltige Startups hinausgeht. Nachhaltigkeit wird zur Industrie-, Daten- und Rohstofffrage – mit klar messbaren Skaleneffekten, neuen Kapitalmarktpfaden und wachsender strategischer Relevanz für Konzerne, Investoren und Staaten.

Für Leserinnen und Leser, die sich intensiver mit diesen Dynamiken befassen, ergeben sich zunehmend zentrale Fragestellungen, deren Bedeutung weiter zunimmt:

  • Welche Nachhaltigkeitsmodelle sind tatsächlich skalierbar – und welche funktionieren nur unter dauerhafter Subventionierung?

  • Ab welchem Punkt werden Recycling, serielle Sanierung oder Biomaterialien kritische Infrastruktur mit planbaren Cashflows?

  • Warum verschieben sich Bewertungen im Green-Sektor zunehmend von Visionen hin zu Vertragslaufzeiten, Kapazitäten und Auslastungslogiken?

  • Welche Rolle spielen ESG und Impact künftig bei Green-IPOs, strategischen Beteiligungen und M&A-Transaktionen?

Genau an diesen Schnittstellen entscheidet sich, welche nachhaltigen Startups zu industriellen Marktführern heranwachsen – und welche nicht.

Wer diese Fragen weiterdenken möchte, findet bei Business-Leaders regelmäßig analytische Einordnungen, die über reine Unternehmensporträts hinausgehen: etwa zu geplanten Green- und Climate-Tech-IPOs, zu Bewertungslogiken in Recycling-, Energie- und Bioökonomie-Unternehmen, zu regulatorischen Rahmenbedingungen in Europa oder zur strategischen Rolle von Energie-, Rohstoff- und Versorgungssicherheit in einer sich transformierenden Industrie.

Nicht als Anlageempfehlung, sondern als Orientierungshilfe in einem komplexer werdenden Markt – für Entscheider, Investoren und alle, die verstehen wollen, wo mit nachhaltigen Geschäftsmodellen langfristig Wert entsteht.

cylib – Batterierecycling als Infrastruktur-Case

Geschäftsmodell:

cylib (Gründung 2022, RWTH-Spin-off) baut industrielle Recyclingkapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien. Das Unternehmen gewinnt Lithium, Nickel, Kobalt, Graphit und Mangan mit Rückgewinnungsquoten von > 90 % zurück und führt sie direkt wieder der Batterieproduktion zu. Das Geschäftsmodell basiert auf Recyclinggebühren, langfristigen Lieferverträgen und Abnahmevereinbarungen mit OEMs und Materialverarbeitern.

Zahlen & Fakten:

  • Markt: Batterierecycling > 50 Mrd. USD bis 2030

  • Finanzierung & Förderung: > 140 Mio. € (u.a. Series A ~ 55 Mio. €, EU-Förderungen > 80 Mio. €)

  • Anlage: Chempark Dormagen (NRW)

  • Kapazität (Phase 1): Recycling von Material aus ca. 70.000 EV-Batterien/Jahr

  • Produktionsstart: geplant 2027

Elektromobilität, EU-Recyclingquoten und Rohstoffknappheit machen Batterierecycling zu einem Pflichtmarkt. cylib ist kein Rohstoffhändler, sondern ein infrastrukturähnlicher Dienstleister mit hohen Eintrittsbarrieren und planbaren Cashflows.

Investment-Kernthese:

  • Pflichtnachfrage durch Regulierung und E-Mobilität

  • Langfristige Verträge sorgen für hohe Visibilität

  • Hoher CAPEX, dafür infrastrukturelle Stabilität und strategischer Wert

Risiken:

  • Kapitalintensive Skalierung
  • Genehmigungen
  • Rohstoffpreiszyklen

Geeignet für:

  • Infrastruktur-, Growth- und Impact-Investoren mit langfristigem Horizont

ecoworks – Serielle Sanierung statt Sanierungsstau

Geschäftsmodell:

ecoworks industrialisiert die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden. In eigenen Fabriken werden vorgefertigte Fassaden- und Dachelemente inklusive Dämmung, Fenstern und Haustechnik produziert und vor Ort in kurzer Zeit montiert. ecoworks tritt als Generalunternehmer auf und arbeitet primär für Wohnungsunternehmen, Kommunen und institutionelle Bestandshalter.

Zahlen & Fakten:

  • Markt: Gebäude verursachen ~ 40 % der CO₂-Emissionen in Europa

  • Investitionsbedarf: > 250 Mrd. € Sanierungsvolumen pro Jahr allein in Deutschland bis 2030

  • Skalierungslogik: Anzahl sanierter Wohneinheiten/Jahr statt Handwerksstunden

  • Einsparungspotenzial: Deutlich reduzierte Bauzeit und Kosten gegenüber Einzelsanierung

  • Kundenstruktur: Große Wohnungsbestände, Rahmen- und Serienverträge möglich

Regulatorischer Druck (GEG, EU-Gebäuderichtlinie), Förderprogramme und massiver Fachkräftemangel im Bauhandwerk machen serielle Sanierung von einer Option zu einer notwendigen Infrastrukturleistung für die Dekarbonisierung des Gebäudebestands.

Investment-Kernthese:

  • Strukturelle Pflichtnachfrage durch Klimaziele und Regulierung

  • Industrialisierung eines fragmentierten Marktes mit hohen Effizienzgewinnen

  • Planbarkeit durch wiederkehrende Großkunden und Serienprojekte

Risiken:

  • Bauzyklen
  • Förderabhängigkeit
  • Genehmigungsprozesse
  • operative Komplexität bei Fabrik- und Projektsteuerung

Geeignet für:

  • Infrastruktur-, Climate- und Impact-Investoren mit langfristigem Horizont
  • Anleger mit Bezug zur Wohnungswirtschaft und Real Assets

Instagrid – Mobile Energie als Diesel-Substitution

Geschäftsmodell:

Instagrid entwickelt portable Hochleistungs-Batteriesysteme, die mobile Dieselgeneratoren ersetzen. Die Geräte liefern sofort verfügbaren, leisen und emissionsfreien Strom und werden vor allem im Bau- und Eventbereich, zunehmend aber auch bei staatlichen und militärischen Anwendungen eingesetzt. Das Geschäftsmodell basiert primär auf Hardware-Verkauf, ergänzt um Service, Wartung und perspektivisch Flottenlösungen.

Zahlen & Fakten:

  • Markt: Mehrere Millionen Dieselgeneratoren weltweit im Einsatz

  • Adressierbarer Markt: Europäischer Bau- & Eventmarkt zweistelliges Mrd.-€-Volumen

  • Kostenargument: In vielen Use Cases niedrigere Total Cost of Ownership als Diesel (kein Treibstoff, geringere Wartung, weniger Logistik)

  • Skalierungslogik: Produktionskapazität, internationale Expansion, Großkundenverträge

  • Impact: Sofortige CO₂- und Lärmemissionsreduktion ohne Infrastrukturumbau

Strengere Emissions- und Lärmschutzauflagen sowie ESG-Vorgaben zwingen Unternehmen und öffentliche Auftraggeber zu sofort umsetzbaren Lösungen. Instagrid adressiert einen klaren Substitutionsmarkt mit direktem wirtschaftlichem Nutzen.

Investment-Kernthese:

  • Direkte Diesel-Substitution mit klarer Kosten- und ESG-Logik

  • Breite Einsatzfelder (Bau, Events, Industrie, öffentlicher Sektor)

  • Schneller Marktzugang ohne regulatorische Langläufer

Risiken:

  • Kapitalintensive Hardware-Skalierung
  • Abhängigkeit von Batteriepreisen und Lieferketten
  • geringere Margen als bei Softwaremodellen.

Geeignet für:

  • Climate- und Growth-Investoren mit Industrie- und Hardware-Fokus
  • strategische Partner aus Bau, Energie und öffentlichem Sektor
  • Anleger mit mittelfristigem Horizont, die auf reale, sofort wirksame CO₂-Reduktion setzen

Twaice – Software-Hebel für Batterielebensdauer

Geschäftsmodell:

Twaice entwickelt Batterie-Analytics-Software, die Zustand, Alterung und Restlebensdauer von Batterien präzise prognostiziert. Kunden sind Automobilhersteller, Batterie-OEMs, Energieversorger und Betreiber stationärer Speicher. Das Modell ist B2B-SaaS mit wiederkehrenden Lizenzerlösen.

Zahlen & Fakten:

  • Zielmarkt: Batterie-Analytics & Lifecycle-Management im zweistelligen Milliardenbereich

  • Use Case: Verlängerung der Batterielebensdauer um 10–30 % möglich (Kosten- und CO₂-Effekt)

  • Kundenbasis: OEMs und Energieunternehmen in Europa, USA, Asien

  • Umsatzmodell: Wiederkehrende Softwarelizenzen (teilweise nutzungsabhängig)

  • Margenprofil: SaaS-typisch, hohe Bruttomargen bei Skalierung

Batterien sind das teuerste Asset in E-Mobilität und Energiespeichern. Jede zusätzliche Nutzungsdauer senkt CAPEX, CO₂-Fußabdruck und Ausfallrisiken – und wird durch Regulierung (Second Life, ESG-Reporting) zunehmend verpflichtend.

Investment-Kernthese:

  • SaaS-ähnliche Skalierung mit globaler Ausrollbarkeit

  • Messbarer ESG-Effekt durch Ressourcenschonung

  • Strukturelle Nachfrage durch Batteriehochlauf und Regulierung

Risiken:

  • Abhängigkeit von OEM-Integration
  • lange Sales-Zyklen im Industriekontext
  • Wettbewerb durch interne OEM-Lösungen

Geeignet für:

  • Growth- und Climate-Tech-Investoren mit Softwarefokus
  • attraktiv als skalierbarer Ergänzungsbaustein zu hardwarelastigen Batterie-Investments

OroraTech – Klimarisiken als Datenprodukt

Geschäftsmodell:

OroraTech betreibt ein satellitengestütztes Wärmebild- und Analysenetzwerk, das Waldbrände und klimabedingte Risiken nahezu in Echtzeit erkennt. Die Daten werden über eine eigene Plattform als Frühwarn-, Monitoring- und Risikomanagementlösung verkauft. Kunden sind Versicherungen, staatliche Stellen, Energie- und Infrastrukturbetreiber sowie Industrieunternehmen. Das Modell basiert auf Abonnement- und Datenlizenzverträgen (B2B/B2G).

Zahlen & Fakten:

  • Schadensdimension: Klimabedingte Schäden > 300 Mrd. USD jährlich weltweit

  • Marktlogik: Prävention und Risikotransparenz werden für Versicherer und Staaten zum Pflichtmarkt

  • Skalierungshebel: Globale Datennutzung bei geringen Grenzkosten pro zusätzlichem Kunden

  • Umsatzmodell: Wiederkehrende, langfristige Daten- und Serviceverträge

  • Kostenstruktur: Hoher CAPEX für Satelliten & Startkosten, danach daten-/softwaregetriebene Skaleneffekte

Regulatorische Klimarisikoberichterstattung, steigende Versicherungsschäden und staatliches Interesse an frühzeitiger Schadensvermeidung machen Klimadaten zu kritischer Entscheidungsinfrastruktur.

Investment-Kernthese:

  • Zahlungskräftige Kunden (Versicherungen, Staaten, Infrastruktur)

  • Hohe Visibilität durch wiederkehrende Verträge

  • Global skalierbares Datenmodell mit strategischer Relevanz

Risiken:

  • Hohe Vorinvestitionen in Space-Infrastruktur
  • technisches Betriebsrisiko
  • Abhängigkeit von öffentlichen Budgets

Geeignet für:

  • Growth-, Climate- und Infrastruktur-Investoren mit langfristigem Horizont
  • strategische Partner, die Klimarisiken datenbasiert steuern wollen

Susmata AG – Biomaterialien als Industrieplattform

Geschäftsmodell:

Susmata entwickelt biologisch abbaubare Materialien aus industriellen Pflanzenabfällen. Das Portfolio reicht von veganem Lederersatz über biobasierte Kunststoffe und Verpackungen bis zu CO₂-bindenden Baustoffen. Das Unternehmen agiert B2B und positioniert sich als Material- und IP-Plattform für mehrere Industrien (Mode, Automobil, Bau, Verpackung).

Zahlen & Fakten:

  • Markt: Bioökonomie & nachhaltige Materialien im hohen dreistelligen Milliardenbereich, Wachstum ~8-15 % p.a. je Segment
  • Wasser-Effekt: Veganes Leder benötigt bis zu 99 % weniger Wasser als Tierleder
  • Bewertung: Geplante Kapitalmarkttransaktion mit Bewertung ~80-95 Mio. € (in Vorbereitung)
  • Umsatzlogik: Materiallieferungen + Entwicklungskooperationen; perspektivisch Lizenz-/IP-Erlöse
  • Kostenprofil: F&E- und CAPEX-intensiv in der Aufbauphase, Skaleneffekte bei Serienproduktion

Industrie und Regulierung treiben Plastikreduktion, Tierleder-Substitution und CO₂-Senkung. Susmata adressiert an diese Pflichtmärkte mit einer übertragbaren Materialplattform statt einzelner Produkte.

Investment-Kernthese:

  • Plattformmodell mit Anwendbarkeit über mehrere Industriebereiche
  • Rückenwind durch Bioökonomie- und Circular-Economy-Megatrends
  • Kapitalmarktfähige Struktur für Wachstum und Skalierung

Risiken:

  • Zertifizierungen je Anwendung
  • industrielle Skalierung
  • Produktionskosten und Wettbewerb

Geeignet für:

  • Impact-, Growth- und Bioökonomie-Investoren sowie strategische Industriepartner mit mittel- bis langfristigem Horizont.

Ole Nixdorff, Deutsche Nachhaltigkeit AG

Vom Impact zum Exit: Die Investmentlogik der Deutschen Nachhaltigkeit AG

Die Deutsche Nachhaltigkeit AG ist eine börsennotierte Impact-Investmentgesellschaft, die von Ole Nixdorff geprägt wird und gezielt in nachhaltige Startups mit Kapitalmarkt- und Skalierungsperspektive investiert.

Ihr Investmentansatz verbindet messbaren Impact mit wirtschaftlicher Substanz: DN steigt früh oder in Wachstumsphasen ein, begleitet Unternehmen strategisch (Governance, ESG, Kapitalmarktvorbereitung) und strukturiert Exits über IPOs, Sachkapitalerhöhungen oder industrielle Partnerschaften.

Beispiele sind:

  • 9,5 %-Beteiligung an SW Save the Water Holding AG (wasserfreie Hygiene „Soapeya“)
  • Mehrheitsintegration von EcoMotion (automatisierte Parkraum- und Ladeinfrastruktur)
  • strategische Kernbeteiligung an More Impact AG (nadellose Injektionstechnologie; Portfolio-Wert im dreistelligen Mio.-€-Bereich)
  • Pipeline-Cases wie Susmata (Biomaterialien, Zielbewertung ~80-95 Mio. €)
  • Algene (Reinraum-Mikroalgen)

Insgesamt investiert DN zweistellige Millionenbeträge pro Jahr über Eigenkapital, Sachkapitalerhöhungen und Co-Investments – mit Fokus auf Pflichtmärkte (Regulierung), Infrastruktur-nähe und wiederkehrende Erlösmodelle.

Die Überzeugung von Nixdorff und Olek: Nachhaltigkeit wird zur Industrie- und Investmentklasse – wer heute skalierbare Lösungen finanziert, schafft morgen Marktführer mit resilientem Cashflow.

Algene International AG – Mikroalgen als Premium-Rohstoff

Geschäftsmodell:

Algene International AG produziert hochreine Mikroalgen in geschlossenen Reinraum-Bioreaktoren und positioniert sich als Premium-Rohstofflieferant für Nahrungsergänzungsmittel, Functional Food, Tierfutter/Aquakultur, Kosmetik und perspektivisch pharma­nahe Anwendungen. Das Geschäftsmodell ist klar B2B-orientiert und auf langfristige Lieferverträge mit Industrie- und Markenpartnern ausgelegt.

Zahlen & Fakten:

  • Markt: Globaler Mikroalgenmarkt im zweistelligen Milliardenbereich, strukturelles Wachstum durch Proteintransition & Nachhaltigkeit

  • Anwendungsfelder: Food, Supplements, Feed, Kosmetik, perspektivisch Pharma

  • Differenzierung: Reinraumproduktion → Schadstofffreiheit, konstante Qualität, Premiumpreise

  • Skalierungslogik: Ausbau der Bioreaktor-Kapazitäten + wiederkehrende Abnahmeverträge

  • Kostenstruktur: Hoher CAPEX & Energieeinsatz in der Aufbauphase, danach stabile Margen bei Auslastung

Algene adressiert die Substitution ökologisch problematischer Rohstoffe wie Fischöl, tierischer Proteine und synthetischer Inhaltsstoffe. Gleichzeitig steigen regulatorische und ESG-Anforderungen an Transparenz, Reinheit und Nachhaltigkeit in Food- und Kosmetiklieferketten.

Investment-Kernthese:

  • Premium-Ingredient-Positionierung mit Preissetzungsmacht

  • Mehrindustriefähiger Rohstoff mit struktureller Nachfrage

  • Hoher ESG-Hebel durch Ressourceneffizienz, CO₂-Bindung und Entlastung mariner Ökosysteme

Risiken:

Energie- und CAPEX-Intensität der Indoor-Produktion, Skalierungsrisiken beim Übergang zur Industrieproduktion, Preisdruck durch Outdoor-Anbieter im Commodity-Segment.

Geeignet für:

Impact-, Bioökonomie- und Growth-Investoren mit langfristigem Horizont, insbesondere institutionelle Anleger, Family Offices und strategische Partner aus Food, Kosmetik und Pharma.

Langfristige Disruption: Fusion

Geschäftsmodell:

Proxima Fusion und Marvel Fusion entwickeln unterschiedliche technologische Ansätze zur Kernfusion, mit dem Ziel, langfristig CO₂-freien, kontinuierlichen Grundlaststrom bereitzustellen. Proxima Fusion setzt auf Stellarator-Konzepte, Marvel Fusion auf lasergetriebene Fusion.

Beide Unternehmen befinden sich in der Forschungs- und Demonstrationsphase und arbeiten eng mit staatlichen Fördergebern, Forschungseinrichtungen und Industriepartnern zusammen.

Zahlen & Fakten:

  • Markt: Globaler Strommarkt > 3 Billionen US-Dollar jährlich

  • Zeithorizont: Kommerzielle Anwendungen frühestens ab den 2030er-Jahren

  • Kapitalstruktur: Sehr hoher F&E-Bedarf, lange Kapitalbindung, starke Förderabhängigkeit

  • Skalierungslogik: Binär – Wert entsteht erst bei technologischem Durchbruch

  • Impact-Potenzial: Potenziell vollständige Substitution fossiler Grundlastenergie

Kernfusion gilt als potenzieller Endpunkt der Energiewende, da sie Grundlastfähigkeit, CO₂-Freiheit und geringe Rohstoffabhängigkeit kombiniert. Staaten und Industrien betrachten Fusion zunehmend als strategische Energieoption, insbesondere vor dem Hintergrund geopolitischer Abhängigkeiten, Netzinfrastrukturgrenzen und wachsendem Strombedarf durch Digitalisierung und KI.

Investment-Kernthese:

  • Extrem hoher systemischer Impact bei erfolgreicher Kommerzialisierung

  • Potenziell disruptiv für das gesamte globale Energiesystem

  • Starkes strategisches Interesse von Staaten, Energieversorgern und Großindustrie

Risiken:

Sehr langer Entwicklungs- und Kapitalhorizont, binärer Ausgang (Durchbruch oder Scheitern), hohe technologische und regulatorische Unsicherheiten.

Geeignet für:

DeepTech-, Impact- und Staatsfonds mit sehr langem Anlagehorizont, strategische Energie- und Industriekonzerne. Nicht geeignet für rendite- oder cashfloworientierte Anleger; allenfalls als optionale Beimischung in breit diversifizierten Nachhaltigkeitsportfolios.

Nachhaltige Startups

Fazit für Anleger

Die betrachteten nachhaltigen Startups decken bewusst unterschiedliche Reifegrade, Cashflow-Profile und Risikoebenen ab. Genau diese Kombination ist im Nachhaltigkeitssektor entscheidend: Wertschöpfung entsteht hier entweder planbar über Infrastruktur und Regulierung oder diskontinuierlich über technologische Durchbrüche.

Ein tragfähiges Nachhaltigkeits-Portfolio 2026 sollte diese Unterschiede gezielt abbilden.

Stabile Infrastruktur-Cases – Cashflow-Nähe & Visibilität

cylib, ecoworks

  • Charakter: Infrastruktur-nahe Geschäftsmodelle mit hoher Kapitalbindung

  • Erlöslogik: Langfristige Verträge, regulatorisch getriebene Nachfrage

  • Rolle im Portfolio: Stabilitätsanker mit planbaren Cashflows

  • Zeithorizont: 7-15 Jahre

  • Risiko: Operativ & regulatorisch, nicht technologisch

Diese Unternehmen profitieren von Pflichtmärkten (Batterierecycling, Gebäudesanierung) und eignen sich als Substanzbausteine für Investoren, die Nachhaltigkeit mit Berechenbarkeit kombinieren wollen.

Skalierbare Tech-Hebel – Wachstum & Margen

Twaice,OroraTech

  • Charakter: Software-, Daten- und Plattformmodelle

  • Erlöslogik: Wiederkehrende Lizenzen und Datenverträge

  • Rolle im Portfolio: Wachstums- und Bewertungshebel

  • Zeithorizont: 5-10 Jahre

  • Risiko: Marktdurchdringung, Integration bei Großkunden

Hier entsteht Wert über Skalierung statt Kapitalbindung. Margenpotenziale sind deutlich höher, Bewertungen reagieren stärker auf Wachstum, Vertragsabschlüsse und Marktführerschaft.

Bioökonomie-Upside – Rohstoff- & Materialwende

Susmata, Algene

  • Charakter: Industrielle Material- und Rohstoffplattformen

  • Erlöslogik: Premium-Ingredients, Materiallieferungen, IP-Modelle

  • Rolle im Portfolio: Strategische Upside-Position

  • Zeithorizont: 8-12 Jahre

  • Risiko: Skalierung, Produktionskosten, Marktdurchbruch

Diese Unternehmen adressieren die Substitution fossiler und tierischer Materialien. Der Wert entsteht langfristig – bei erfolgreicher Industrialisierung jedoch mit signifikantem Multiple-Potenzial.

Langfristige Optionen – asymmetrischer Impact

Fusion (Proxima Fusion, Marvel Fusion)

  • Charakter: DeepTech-Moonshots

  • Erlöslogik: Binär (Durchbruch oder Scheitern)

  • Rolle im Portfolio: Optionale Beimischung

  • Zeithorizont: > 10–20 Jahre

  • Risiko: Extrem hoch

Fusion ist kein Cashflow-Investment, sondern eine strategische Wette auf Systemdisruption. Geeignet ausschließlich als kleiner Portfolioanteil.

Beispielhafte Portfolio-Gewichtung (als Orientierung)

  • 40-45 % Infrastruktur & Pflichtmärkte (cylib, ecoworks)

  • 25-30 % skalierbare Tech-Modelle (Twaice, OroraTech)

  • 15-20 % Bioökonomie & Materialien (Susmata, Algene)

  • ≤ 5 % langfristige Optionen (Fusion)

Nachhaltige Startups sind keine homogene Assetklasse. Wer sie wie klassischen Venture-Capital behandelt, verkennt ihre Stärke.

Richtig strukturiert entsteht ein Portfolio aus:

  • planbarer Infrastruktur

  • skalierbarer Technologie

  • strategischer Rohstoff-Upside

  • optionaler Systemdisruption

Genau dort entsteht langfristiger Wert mit Nachhaltigkeit.

Welche Rolle spielen Fachkräfte für nachhaltige Startups?

Der Fachkräftemangel kann das Wachstum stärker bremsen als fehlendes Kapital, besonders in den Bereichen Technik, Bau und Industrie.

Wie wichtig sind internationale Märkte für nachhaltige Startups?

Viele Geschäftsmodelle werden erst außerhalb Europas wirklich skalierbar und exitfähig.

Warum ist Cybersecurity im Green-Tech-Sektor relevant?

Energie-, Infrastruktur- und Klimadaten gelten als kritische Systeme und müssen besonders geschützt werden.

Welche Rolle spielen die Konsumenten bei nachhaltigen Produkten?

Nachhaltigkeit allein reicht nicht – Preis, Qualität und Design bleiben kaufentscheidend.

Welche Bedeutung hat Fremdkapital für nachhaltige Geschäftsmodelle?

Banken, Projektfinanzierungen und Green Bonds werden mit wachsender Reife immer wichtiger.