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Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland bleibt auf hohem Niveau. Das erhöht nicht nur den Druck auf betroffene Firmen, sondern auch auf Lieferanten, Kunden und Geschäftspartner. Bonitätsprüfung, laufendes Monitoring und eine nachvollziehbare Bewertung der Seriosität werden damit zu einem wichtigen Bestandteil professionellen Risikomanagements.
„Die Krise überträgt sich entlang der Lieferketten.“
— Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen
Die wichtigsten Punkte in der Übersicht:
- Unternehmensinsolvenzen bleiben auf hohem Niveau
- Auch größere Unternehmen geraten unter Druck
- Lieferketten können Ausfälle weitertragen
- Bonitätsprüfung gewinnt deutlich an Bedeutung
- Geschäftspartnerprüfung ergänzt reine Finanzdaten
- Transparenz kann Vertrauen und Wettbewerb stärken

Mehr Unternehmensinsolvenzen: Warum Bonität und Geschäftspartnerprüfung wichtiger werden
Deutschlands Unternehmen geraten stärker unter Druck. Die Zahl der Insolvenzen bleibt auf hohem Niveau, selbst große Unternehmen sind betroffen. Für Geschäftsführer, Lieferanten und Investoren verändert das eine zentrale Regel im Geschäftsleben: Vertrauen allein reicht nicht mehr. Wer neue Geschäftsbeziehungen eingeht, größere Aufträge vergibt oder längere Zahlungsziele einräumt, sollte genauer wissen, mit wem er es zu tun hat.
Aktuell – Oktober 2026: Deutschlands Pleitewelle rollt weiter! Alle 19 Minuten geht hierzulande rechnerisch ein Unternehmen in die Insolvenz. Im Juli registrierten die Amtsgerichte 2373 Firmenpleiten – acht Prozent mehr als im Vorjahresmonat. So viele waren es in einem Juli seit 13 Jahren nicht mehr. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit.
Die deutsche Wirtschaft erlebt eine Entwicklung, die sich inzwischen deutlich in den Insolvenzstatistiken ablesen lässt. Im Jahr 2025 registrierten die deutschen Amtsgerichte 24.064 Unternehmensinsolvenzen. Das waren 10,3 Prozent mehr als 2024. Bereits in den beiden Jahren zuvor hatte die Zahl der Firmeninsolvenzen jeweils um mehr als 20 Prozent zugelegt. Damit erreichte Deutschland 2025 annähernd wieder das Niveau von 2014.
Eine nachhaltige Entspannung ist 2026 bislang nicht erkennbar. Im Juni meldeten die Amtsgerichte 2.266 beantragte Unternehmensinsolvenzen – 15,8 Prozent mehr als im Juni 2025.
Auch Creditreform kommt zu einem klaren Befund. Nach Berechnungen der Wirtschaftsforschung stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 um 7,8 Prozent auf rund 12.900 Fälle. Das war der höchste Halbjahresstand seit 2013.
Es geht damit längst nicht mehr nur um einige schwache Unternehmen. Hohe Kosten, schwache Nachfrage, geopolitische Unsicherheit, Finanzierungskosten und strukturelle Veränderungen treffen zunehmend auch Firmen, die jahrelang als etablierte Marktteilnehmer galten.
Insolvenzen werden zum Risiko für andere Unternehmen
Besonders wichtig ist aus wirtschaftlicher Sicht ein Punkt: Eine Insolvenz bleibt selten auf das betroffene Unternehmen beschränkt. Lieferanten verlieren Forderungen. Dienstleister verlieren Auftraggeber. Banken und Investoren müssen Risiken neu bewerten. Projektpartner müssen Ersatz finden. Kunden können Anzahlungen verlieren oder auf nicht mehr erbrachten Leistungen sitzen bleiben. Creditreform bezifferte die Schäden durch Unternehmensinsolvenzen allein im ersten Halbjahr 2026 auf rund 28,5 Milliarden Euro. Rund 165.000 Arbeitsplätze waren betroffen.
Das ifo Institut beschreibt genau diesen Übertragungseffekt. Im April 2026 sahen 8,1 Prozent der Unternehmen in Deutschland ihre wirtschaftliche Existenz gefährdet. Als Ursachen nennt das Institut unter anderem schwache Nachfrage, steigende Betriebs- und Energiekosten und zunehmende Liquiditätsprobleme.
Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen, bringt die Entwicklung auf einen kurzen Nenner:
„Die Krise überträgt sich entlang der Lieferketten.“
Damit verändert sich auch das klassische Verständnis von Risikomanagement. Es reicht nicht mehr aus, nur das eigene Unternehmen finanziell solide aufzustellen. Unternehmen müssen zunehmend auch die wirtschaftliche Stabilität und Verlässlichkeit ihrer Geschäftspartner im Blick behalten.
Selbst große Unternehmen bieten keine automatische Sicherheit
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei größeren Unternehmen. Allianz Trade registrierte im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland 33 Insolvenzen von Unternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Das waren zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bereits 2025 hatte Deutschland mit 94 Großinsolvenzen den höchsten Wert seit Beginn dieser Allianz-Trade-Auswertung im Jahr 2015 erreicht.
Unternehmen dieser Größenordnung stehen häufig im Mittelpunkt ganzer Lieferketten. Ihr Ausfall kann deshalb erheblich größere Folgen haben als die Insolvenz eines isolierten Kleinunternehmens.
Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz, warnt entsprechend:
„Fällt ein Marktteilnehmer dieser Größenordnung aus, geraten oftmals auch Zulieferer, Dienstleister und andere Geschäftspartner unter Druck.“
In den zwölf Monaten vor September 2026 entfielen nach Angaben von Allianz Trade rund 30 Prozent der erfassten Großinsolvenzen Westeuropas auf Deutschland. Die Unternehmensgröße allein ist damit kein ausreichendes Qualitätsmerkmal mehr.
Bonitätsprüfung wird wieder zur Managementaufgabe
Für Unternehmen stellt sich deshalb eine einfache Frage: Wie viel wissen wir eigentlich über diejenigen, mit denen wir Geschäfte machen?
Bei kleineren Aufträgen mag diese Frage weniger entscheidend erscheinen. Anders sieht es aus, sobald Unternehmen größere Warenlieferungen auf Rechnung erbringen, Anzahlungen leisten, langfristige Verträge abschließen oder sich wirtschaftlich von einzelnen Kunden und Lieferanten abhängig machen. Dann kann ein Zahlungsausfall schnell die eigene Liquidität belasten.
Eine klassische Bonitätsprüfung untersucht deshalb insbesondere die Wahrscheinlichkeit, dass ein Geschäftspartner seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann. Dazu gehören beispielsweise wirtschaftliche Kennzahlen, Zahlungsverhalten, Verschuldung und verfügbare Unternehmensinformationen. Das Ziel ist nicht, jede Geschäftsbeziehung möglichst skeptisch zu betrachten. Es geht um etwas wesentlich Nüchterneres: Risiken vor einer Entscheidung zu kennen.
Sechs Punkte für Unternehmen
-
Bonität neuer Partner prüfen
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Bestandskunden regelmäßig beobachten
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Abhängigkeiten von Großkunden reduzieren
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Zahlungsziele risikogerecht gestalten
-
Unternehmensinformationen laufend aktualisieren
-
Transparenz als Qualitätsmerkmal nutzen
Bonität allein erzählt nicht alles
Allerdings beantwortet eine Bonitätsauskunft nicht jede Frage, die für eine Geschäftsbeziehung relevant ist. Ein Unternehmen kann beispielsweise finanziell solide erscheinen und trotzdem wenig transparent kommunizieren. Gesellschaftsstrukturen können schwer nachvollziehbar sein. Aussagen über Geschäftsmodelle oder Verantwortlichkeiten können widersprüchlich sein. Umgekehrt können junge Unternehmen wirtschaftlich noch keine lange Historie vorweisen und dennoch transparent, professionell und nachvollziehbar arbeiten.
Deshalb gewinnt neben der klassischen Kreditwürdigkeitsprüfung eine breitere Geschäftspartnerprüfung an Bedeutung. Dabei können beispielsweise Unternehmensstruktur, Verantwortliche, öffentliche Registerinformationen, Medienberichte, Reputation, Marktverhalten und die Nachvollziehbarkeit von Unternehmensangaben berücksichtigt werden.
Genau an dieser Stelle lässt sich auch das Bewertungsmodell von SCOREDEX einordnen.
SCOREDEX: Nicht nur Bonität, sondern Vertrauen bewerten
SCOREDEX versteht seine Unternehmensanalyse nicht als Ersatz für eine klassische Bonitätsauskunft, sondern betrachtet weitere Faktoren, die für Kunden, Investoren und Geschäftspartner relevant sein können.
Das aktuelle SCOREDEX-T5-Verfahren bewertet Unternehmen anhand von fünf Vertrauensdimensionen:
Transparenz, Reputation, Nachvollziehbarkeit, Stabilität und Marktverhalten.
Nach Angaben von SCOREDEX werden Unternehmensinformationen recherchiert, strukturiert und bewertet, um Entscheidungen auf eine nachvollziehbarere Informationsgrundlage zu stellen. Eine Bewertung soll dabei gerade nicht allein davon abhängen, wie sich ein Unternehmen selbst präsentiert.
Das Prinzip dahinter ist nachvollziehbar: Eine Bilanz beantwortet finanzielle Fragen. Sie beantwortet aber beispielsweise nicht vollständig, wie offen ein Unternehmen kommuniziert, wie nachvollziehbar seine Strukturen sind oder wie es am Markt wahrgenommen wird.
SCOREDEX formuliert seinen Ansatz deshalb so:
„Nicht die Bewertung schafft Vertrauen. Ihre Nachvollziehbarkeit tut es.“
Eine gute Bewertung wird selbst zum Wettbewerbsvorteil
Die steigende Bedeutung von Unternehmensprüfungen hat noch eine zweite Seite. Nicht nur Unternehmen wollen ihre Geschäftspartner überprüfen. Geschäftspartner überprüfen zunehmend auch sie. Ein Mittelständler, Projektentwickler, Finanzdienstleister oder Technologieunternehmen, das neue Kunden, Investoren oder Kooperationspartner gewinnen möchte, muss deshalb immer häufiger selbst erklären, warum ihm vertraut werden kann. Eine unabhängige Unternehmensbewertung kann hier einen zusätzlichen Informationsbaustein liefern.
Eine positive SCOREDEX-Bewertung dokumentiert beispielsweise, dass sich ein Unternehmen einer externen Prüfung gestellt hat und relevante Kriterien wie Transparenz, Reputation, Nachvollziehbarkeit, Stabilität und Marktverhalten untersucht wurden. SCOREDEX weist ausdrücklich darauf hin, dass Unternehmen die Prüfung beauftragen, nicht jedoch ein bestimmtes Ergebnis kaufen können. Gerade in Märkten mit vielen Anbietern kann eine solche nachvollziehbare externe Bewertung deshalb zur Differenzierung beitragen.
Der entscheidende Vorteil liegt weniger in einem Siegel selbst als in der Botschaft dahinter:
Wir stellen uns einer unabhängigen Prüfung.
Das kann bei potenziellen Kunden, Lieferanten, Investoren oder Finanzierungspartnern eine zusätzliche Vertrauensgrundlage schaffen.
Vertrauen wird messbarer
Die steigenden Insolvenzzahlen zeigen damit auch eine grundsätzliche Veränderung des Wirtschaftslebens. Viele Geschäftsentscheidungen wurden jahrzehntelang nach einem relativ einfachen Prinzip getroffen: Man kannte sich, kannte den Markt oder vertraute auf Größe und Reputation eines Unternehmens. In einer zunehmend digitalisierten und vernetzten Wirtschaft funktioniert dieses Prinzip nur noch eingeschränkt.
Geschäftsbeziehungen entstehen schneller. Unternehmen arbeiten über Ländergrenzen hinweg zusammen. Lieferketten werden komplexer. Neue Anbieter können innerhalb weniger Jahre erhebliche Marktanteile gewinnen. Gleichzeitig können sich finanzielle Rahmenbedingungen schneller verändern. Unternehmensinformationen werden deshalb zu einem wirtschaftlichen Produktionsfaktor. Wer Informationen früher richtig einordnet, kann Risiken besser begrenzen.
Das bedeutet nicht, dass jede Geschäftsbeziehung einer umfassenden Due-Diligence-Prüfung unterzogen werden muss. Der Prüfungsumfang sollte vielmehr zur wirtschaftlichen Bedeutung des Geschäfts passen. Bei einer Bestellung über einige hundert Euro gelten andere Maßstäbe als bei einem langfristigen Liefervertrag, einer Beteiligung, einem Millionenprojekt oder einer größeren Vorauszahlung.
Die neue Sorgfalt im Geschäftsleben
Deutschland steht 2026 vor einer ungewöhnlichen Situation: Unternehmensinsolvenzen befinden sich auf einem hohen Niveau, und gleichzeitig treffen wirtschaftliche Schwierigkeiten zunehmend auch größere und etablierte Firmen. Für Unternehmer entsteht daraus keine Notwendigkeit zu Misstrauen – wohl aber zu professioneller Vorsicht. Die wirtschaftliche Grundregel lautet deshalb zunehmend:
Erst informieren, dann entscheiden.
Bonitätsprüfungen helfen dabei, finanzielle Risiken zu erkennen. Weitergehende Geschäftspartnerprüfungen können zusätzliche Informationen zu Struktur, Reputation, Transparenz und Marktverhalten liefern. Und Unternehmen, die selbst offen und nachvollziehbar auftreten und sich einer unabhängigen Bewertung stellen, können genau daraus einen Vorteil ziehen. In Zeiten steigender Insolvenzen wird Vertrauen nicht unwichtiger.
Es braucht nur eine bessere Grundlage.
Wirtschaftsforschungsinstitute und Kreditversicherer nennen unter anderem schwache Nachfrage, hohe Energie- und Betriebskosten, Finanzierungskosten, geopolitische Unsicherheiten und strukturelle Veränderungen einzelner Branchen.
Nach Destatis registrierten die Amtsgerichte 2025 insgesamt 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 10,3 Prozent mehr als 2024.
Weil eine Insolvenz direkte Auswirkungen auf Lieferanten, Kunden, Kreditgeber und andere Partner haben kann. Besonders bei hohen Forderungen, Anzahlungen oder wirtschaftlichen Abhängigkeiten können Ausfälle erhebliche Auswirkungen haben.
Bonität beschreibt vor allem die Fähigkeit und Wahrscheinlichkeit, finanzielle Verpflichtungen erfüllen zu können. Eine weitergehende Seriositäts- und Unternehmensprüfung berücksichtigt darüber hinaus beispielsweise Transparenz, Unternehmensstruktur, Reputation und Marktverhalten.
Das aktuelle SCOREDEX-T5-Verfahren betrachtet die fünf Bereiche Transparenz, Reputation, Nachvollziehbarkeit, Stabilität und Marktverhalten.
Eine positive Bewertung kann nach außen dokumentieren, dass sich ein Unternehmen einer unabhängigen Prüfung gestellt hat. Damit erhalten Kunden, Geschäftspartner und Investoren eine zusätzliche Informationsgrundlage für ihre Entscheidung.
Quellen
Statistisches Bundesamt (Destatis): Unternehmensinsolvenzen 2025 sowie laufende Insolvenzstatistik 2026, Abruf 7. Oktober 2026.
Creditreform Wirtschaftsforschung: Insolvenzen in Deutschland, 1. Halbjahr 2026, 23. Juni 2026, Abruf 7. Oktober 2026.
Allianz Trade: Großinsolvenzen steigen weiter: Jede dritte Firmenpleite in Westeuropa kommt aus Deutschland, 4. September 2026, Abruf 7. Oktober 2026.
ifo Institut: Jedes zwölfte Unternehmen sieht wirtschaftliche Existenz bedroht, 11. Mai 2026, Abruf 7. Oktober 2026.
SCOREDEX: Unternehmensprüfung und SCOREDEX T5-Verfahren, Abruf 7. Oktober 2026.
Rechtlicher Hinweis:
Dieser Beitrag dient der allgemeinen wirtschaftlichen Information und stellt weder eine Bonitätsauskunft noch eine Anlage-, Rechts- oder Unternehmensberatung dar. Unternehmensbewertungen und externe Prüfungen können die eigene geschäftliche Prüfung und Entscheidung nicht ersetzen.







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