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Der Goldpreis hat Ende Januar 2026 eine Marke überschritten, die lange als psychologische Obergrenze galt: 5.500 US-Dollar pro Feinunze.
Was früher wie ein extremes Szenario wirkte, ist heute Realität. Und immer mehr namhafte Banken, Analysten und Investoren stellen nun eine neue, noch deutlich ambitioniertere Frage:
Ist Gold auf dem Weg zu 10.000 US-Dollar pro Unze?
Gold-News.org meldete am 9. Februar 2026: „Erste Fachleute sehen den Goldpreis demnächst bei 10.000 US-Dollar. J.P.Morgan und Yardeni Research bis Ende 2029. Die Standard Bank Group und Saxo Bank sogar schon bis Ende 2026.“
Auch Martin Armstrong vom US-Analysehaus Armstrong Economics erwartet laut USAwatchdog.com vom 3. Februar 2026 zunächst Gold bei 8.500 US Dollar und anschließend bei 10.000 US Dollar je Unze „in den nächsten Jahren“.
Die Research-Analystin von Goldman Sachs, Lina Thomas, bekräftigte am 9. Oktober 2025 auf YouTube, dass die Rallye weiter anhält, weil sie „auf Fundamentaldaten und nicht auf Raserei beruht“.
Gold 10.000 Dollar – das Wichtigste in Kürze
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Aktueller Goldpreis: rund 5.500 US-Dollar pro Feinunze (Januar 2026)
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Prognose: 10.000 US-Dollar je Unze bis spätestens Ende 2029
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Zentrale Treiber: Dollarschwäche, Rekordkäufe der Zentralbanken, geopolitische Risiken
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Befürworter: J.P. Morgan, Yardeni Research, Goldman Sachs, Saxo Bank, Standard Bank Group
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Charakter der Rally: fundamental getrieben, keine spekulative Übertreibung
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Kernaussage: Gold dient zunehmend als systemischer Absicherungsanker
Goldman Sachs: Warum Gold weiter steigen könnte
Was ist der Hauptgrund für die Prognose: „Gold demnächst bei 10.000 Dollar“?
Gold-News.org schrieb: „Hauptgrund ist die innere Abwertung des Dollars. Wer kann, rettet sich in Sachwerte wie Aktien und Gold.“
Die aktuelle Rallye unterscheidet sich jedoch grundlegend von der Goldpreis-Rally von 1979 bis 1980: Sie wird von strukturellem Vertrauensverlust in Währungen, rekordhoher Investmentnachfrage und anhaltender geldpolitischer Reflation getragen – Faktoren, die ein baldiges Ende des Aufwärtstrends unwahrscheinlich machen.
Was nach Übertreibung klingt, wird von einer wachsenden Zahl an Fachleuten mit erstaunlich nüchternen Argumenten unterlegt.
Wie begründen die Fachleute ihren Ausblick: „Gold demnächst bei 10.000 Dollar“?

1. J.P.Morgan Chase & Co.: Gold bei 10.000 Dollar ist „halb-rational“
Selbst ausgewiesene Goldskeptiker schlagen inzwischen andere Töne an. Jamie Dimon, CEO von J.P.Morgan, sagte im Oktober 2025 auf der Fortune’s Most Powerful Women Conference in Washington, er sehe „eine gewisse Logik darin, Gold zu halten“.
„Ich bin kein Gold-Käufer“, so Dimon, „es kostet rund vier Prozent pro Jahr, es zu besitzen. Aber in einem Umfeld wie dem aktuellen könnte Gold ohne Weiteres auf 5.000 oder sogar 10.000 US-Dollar steigen.“
Auch die hauseigenen Strategen um Nikolaos Panigirtzoglou argumentieren datenbasiert: Sollte der Goldanteil in privaten Portfolios von derzeit rund drei Prozent auf etwa 4,6 Prozent steigen, könnte dies – aufgrund der geringen Marktgröße – einen Preisanstieg von über 40 Prozent auslösen.
Ein weiterer Treiber: Laut Zahlen des World Gold Council erreichte die weltweite Goldnachfrage 2025 ein Rekordniveau. Zentralbanken kaufen so viel Gold wie seit Jahrzehnten nicht mehr – aus Sorge um Währungsstabilität, Sanktionen und geopolitische Brüche.
2. Yardeni Research: „Die goldenen 2020er“
Der US-Ökonom Ed Yardeni gehört zu den prominentesten Stimmen der aktuellen Debatte. In einem Interview Ende Dezember 2025 prognostizierte er: „10.000 Punkte für den S&P 500 und 10.000 US-Dollar für Gold bis Ende 2029. Ich nenne das die goldenen 2020er.“
Yardeni begründet seine Prognose mit einem langfristigen Vergleich zwischen Aktienmarkt und Gold seit der Aufhebung des Goldstandards durch Präsident Nixon in den frühen 1970er-Jahren. Gold und Aktien seien über lange Zyklen hinweg gegenläufig korreliert – genau das mache Gold zu einem effektiven Diversifikator.
Bemerkenswert ist Yardeni zufolge, dass er trotz steigender Kurse keine klassische Rezession erkennt. Das Szenario sei kein Krisen-Crash, sondern eine Phase struktureller Neubewertung von Vermögenswerten.
3. Standard Bank Group: Zinspolitik als Zündfunke
Deutlich kurzfristiger argumentiert die Standard Bank Group. Adrian Hammond, Analyst bei SBG Securities, sprach Ende Januar 2026 auf Investing.com von der „letzten Phase“ der Goldrally.
Sein Szenario: Sollte die US-Notenbank statt der erwarteten zwei drei Zinssenkungen vornehmen, könnte Gold zunächst auf 7.000 US-Dollar steigen – bei noch lockererer Geldpolitik sei selbst die 10.000-Dollar-Marke erreichbar.
Gleichzeitig warnt Hammond vor den Nebenwirkungen: Ein dauerhaft schwacher Dollar heizt Inflation und Energiepreise an. Politischer Druck auf die Fed – insbesondere unter Präsident Donald Trump – verschärft die Lage zusätzlich.
4. Saxo Bank: Der „Quanten-Schock“
Ein extremes, aber viel diskutiertes Szenario kommt von der Saxo Bank. Der Stratege Neil Wilson warnt vor einem möglichen „Q-Day“ im Jahr 2026: dem Moment, in dem Quantencomputer gängige Verschlüsselungen aushebeln.
Neil Wilson: „Schon der Hinweis auf diesen Durchbruch reicht aus, um Vertrauen zu zerstören. Kryptowährungen wären besonders betroffen. Gold hingegen ist der ultimative passwortfreie Vermögenswert.“
In einem solchen Vertrauensschock könnten Kapitalflüsse panikartig in physische Werte gehen – mit Goldpreisen von 10.000 US-Dollar und mehr als Konsequenz.
5. Martin Armstrong: „Perfekter Sturm“ aus Schulden, Krieg und Edelmetallen
Der Zyklus Analyst Martin Armstrong warnt vor einem „perfekten Sturm aus Schulden, Wirtschaftskrise, Krieg und Edelmetallen“. Er sieht Europa „verzweifelt auf Krieg aus“ und interpretiert die Kriegsrhetorik als Ablenkung von strukturellen Problemen wie explodierenden Staatsschulden und kollabierenden Pensionssystemen.
Für Gold und Silber ist er deutlich bullisch:
Bei Silber sieht er Kursziele von 165 bis 200 US Dollar pro Unze.
Für Gold erwartet er zunächst einen Preis bei 8.500 US Dollar und anschließend 10.000 US Dollar je Unze „in den nächsten Jahren“.
Seine Begründung:
Die aktuelle Korrekturphase sei nur eine Konsolidierung, kein Trendwechsel.
Vor uns lägen „zu viel Verrücktheit“ – von möglichen Staatsbankrotten über geopolitische Eskalationen bis hin zu einem erneuten Krieg in Europa.
Der Dollar bleibe trotz allem Zufluchtsort für Großanleger, weil es aus seiner Sicht keine echte Alternative für „ernsthaftes Geld“ in Kanada, Mexiko, Japan oder Europa gebe – was die USA und ihre Kapitalmärkte weiter stärkt.
6. Historischer Vergleich: Die Goldrally 1979–1980
In den 1970er-Jahren stieg der Goldpreis von 35 US-Dollar auf über 800 US-Dollar im Januar 1980 – ein Plus von mehr als 2.000 Prozent.
Auslöser waren:
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das Ende des Bretton-Woods-Systems
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hohe Inflation
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Ölkrisen
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geopolitische Spannungen
Laut Lina Thomas, Analystin bei Goldman Sachs, ist die heutige Rally jedoch fundamental getrieben – durch Zentralbankkäufe, Untergewichtung in Portfolios und geldpolitische Lockerung.
„In Wirklichkeit ist dieser Schritt gar nicht so ungewöhnlich. Die Zentralbanken kaufen noch immer Rekordmengen an Gold, und private Anleger ziehen einfach nach, während die Fed die Zinsen senkt“, sagte Thomas. „Nach Jahren der Untergewichtung handelt es sich also eher um eine Normalisierung als um eine Manie.“
Auch Ray Dalio von Bridgewater Associates sieht Parallelen zur damaligen Phase der Systemunsicherheit. In einer Rede auf dem Greenwich Economic Forum Anfang Oktober 2025 sagte er, dass der Anstieg des Goldpreises zusammen mit der Aktienmarktrallye die Situation in den 1970er-Jahren widerspiegelt.
7. Warum endete die Rally 1980 – und warum fehlt dieser Faktor heute?
Die damalige Hausse brach erst, als Fed-Chef Paul Volcker die Zinsen auf über 20 Prozent anhob. Inflation fiel, der Dollar erstarkte – Gold verlor seine Funktion als Schutzschild.
Heute ist die Lage grundlegend anders:
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Rekordverschuldung der Staaten
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politischer Druck gegen harte Zinspolitik
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fragile geopolitische Ordnung
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strukturelle Dollarschwäche
Ein „Volcker-Schock“ gilt aktuell als politisch kaum durchsetzbar. Genau deshalb sehen viele Analysten kein klares Ende der Goldrally.
Fazit
Gold demnächst bei 10.000 US-Dollar pro Feinunze ist weniger Euphorie als Warnsignal. Gold spiegelt den Zustand des globalen Finanzsystems wider: Misstrauen gegenüber Währungen, Schulden und politischer Stabilität. Solange diese Faktoren bestehen, bleibt Gold gefragt – nicht als Spekulationsobjekt, sondern als letzter Anker in einer zunehmend fragmentierten Welt.
Weiterführende Links:
Lesen Sie auf Business-Leaders.net auch das Anlagebarometer vom 27. Januar 2026: „Junge Anleger setzen auf Werterhalt“.
Eine Analyse „Gold-Dinar versus US-Dollar: Kampf um die harte Leit-Währung“ vom Dezember 2025 finden Sie auf SQUAREVEST.AG.
Warum Deutschland die Deutsche Goldreserve besser nicht von New York nach Frankfurt holt, lesen Sie in einem Artikel vom Dezember 2025 auf Scoredex.com.
Kann der Goldpreis wirklich auf 10.000 US-Dollar steigen?
Mehrere große Häuser wie J.P. Morgan, Goldman Sachs, Yardeni Research und Saxo Bank halten einen Goldpreis von 10.000 US-Dollar bis spätestens Ende 2029 für möglich. Die Prognosen stützen sich auf Dollarschwäche, rekordhohe Zentralbankkäufe, geopolitische Risiken und eine strukturelle Neubewertung von Vermögenswerten – nicht auf kurzfristige Spekulation.
Im Gegensatz zur Rally 1979–1980 wird der aktuelle Anstieg als fundamental getrieben bewertet. Treiber sind reale Nachfrage, Portfolio-Untergewichtung, expansive Geldpolitik und Vertrauensverlust in Währungen. Ein abrupter Zins-Schock wie unter Fed-Chef Paul Volcker gilt heute als politisch kaum durchsetzbar – deshalb fehlt ein klarer Auslöser für ein schnelles Ende der Rally.
Ein stark steigender Dollar, unerwartet harte Zinserhöhungen oder eine nachhaltige Entspannung geopolitischer Spannungen könnten den Goldpreis bremsen. Viele Analysten halten diese Faktoren jedoch für wenig wahrscheinlich, da hohe Staatsverschuldung, politischer Druck auf Notenbanken und globale Unsicherheiten strukturell fortbestehen.







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