Finanzen
Anlage-Barometer 2025/26: Gold gewinnt Vertrauen – besonders bei jungen Erwachsenen
Das Anlage-Barometer 2025 zeigt deutlich: In Zeiten anhaltender geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit verschiebt sich das Anlageverhalten der Deutschen spürbar. Sicherheit und Werterhalt rücken stärker in den Fokus – während klassische Renditeversprechen an Überzeugungskraft verlieren. Besonders auffällig ist das wachsende Vertrauen in Gold, vor allem bei jungen Erwachsenen.
Anlage-Barometer 2025/26
Anlageverhalten im Wandel: Rund zwei Drittel der Deutschen empfinden die Finanzmärkte weiterhin als unsicher. Wertstabile und vermeintlich sichere Anlageformen gewinnen deutlich an Bedeutung.
Gold im Aufwind: Erstmals seit 2022 gehört Gold wieder zu den drei beliebtesten Anlageklassen. Bei den 25- bis 34-Jährigen ist es sogar die bevorzugte Form der Geldanlage.
Generationenwandel: Junge Anleger setzen stärker auf Werterhalt, langfristige Vorsorge und Nachhaltigkeit. Gold etabliert sich zunehmend als strategischer Baustein moderner Portfolios.
Unsicherheit prägt das Anlageklima
Militärische Konflikte, geopolitische Spannungen, eine zunehmend protektionistische US-Zollpolitik sowie der rasante technologische Wandel durch Künstliche Intelligenz sorgen auch 2026 für anhaltende Verunsicherung. Zwei Drittel der Bevölkerung (67 Prozent) machen sich Sorgen um ihr Vermögen und bewerten die Lage an den Finanzmärkten als unsicher. Das ist das zentrale Ergebnis des „Anlage-Barometers 2025“ der Deutsche Börse Commodities GmbH.
Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Verian im November 2025 insgesamt 1.023 Personen in Deutschland. Die Ergebnisse gelten als repräsentativ für die deutsche Bevölkerung und behalten angesichts der unverändert angespannten Rahmenbedingungen auch Anfang 2026 ihre Relevanz.
Gold rückt wieder in die Spitzengruppe der Geldanlagen
Vor dem Hintergrund dieser Unsicherheit gewinnen stabile und wertbeständige Anlageformen weiter an Bedeutung. Erstmals seit 2022 zählt Gold wieder zu den drei beliebtesten Investments in Deutschland. Auf die Frage, wie ein Anlagebetrag von 25.000 Euro investiert würde, nannten 27 Prozent Gold – nahezu gleichauf mit Tagesgeld oder Sparbuch (31 Prozent) sowie Fonds und ETFs (28 Prozent).
Gleichzeitig verlieren klassische Anlageklassen an Attraktivität. Immobilien (16 Prozent) und Aktien (15 Prozent) spielen nur noch eine untergeordnete Rolle. Anleihen (7 Prozent) und Kryptowährungen (6 Prozent) bleiben Randthemen. Beim Vertrauen liegen weiterhin Tagesgeld und Sparbuch vorn (21 Prozent), gefolgt von Gold sowie Fonds und ETFs (jeweils 14 Prozent).
Junge Anleger setzen auf Werterhalt
Besonders ausgeprägt ist der Trend bei den 25- bis 34-Jährigen. Für sie ist Gold die beliebteste Anlageklasse. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) kann sich ein Goldinvestment vorstellen, 35 Prozent würden bei einem Anlagebetrag von 25.000 Euro gezielt auf Gold setzen. Auch beim Vertrauen liegt das Edelmetall vorn: 18 Prozent dieser Altersgruppe halten Gold für die vertrauenswürdigste Anlageform – noch vor Tagesgeld, Immobilien oder Fonds.
Auffällig ist zudem der langfristige Blick der jungen Generation. Für fast die Hälfte der 25- bis 29-Jährigen (48 Prozent) spielt Gold eine Rolle bei der Altersvorsorge – deutlich mehr als im Gesamtdurchschnitt (29 Prozent). Jeder Fünfte in dieser Altersgruppe nennt zudem Nachhaltigkeits- und ESG-Kriterien als Argument für langfristige Goldinvestments. In der Gesamtbevölkerung liegt dieser Wert lediglich bei acht Prozent.
Stabilitätsanker in unsicheren Zeiten
„Das Anlagebarometer zeigt, dass eine konstante Mehrheit der Deutschen die Lage an den Finanzmärkten als unsicher empfindet“, sagt Steffen Orben, Geschäftsführer der Deutsche Börse Commodities GmbH. Gleichzeitig steige das Interesse an Gold, dessen Wertentwicklung in den vergangenen Jahren viele Anleger überzeugt habe. Studien empfehlen einen Goldanteil von fünf bis zehn Prozent im Portfolio, um Vermögen gegen Krisen und Inflation abzusichern.
Inzwischen können sich 45 Prozent der Deutschen grundsätzlich vorstellen, in Gold zu investieren – sei es zur Altersvorsorge, als Inflationsschutz oder für den langfristigen Vermögensaufbau. Neben physischem Gold gewinnen dabei auch börsengehandelte Produkte weiter an Bedeutung, da sie einen einfachen und kosteneffizienten Zugang ermöglichen.
Fazit
Das Anlagejahr 2026 ist geprägt von Vorsicht und einem neuen Sicherheitsbedürfnis. Auffällig ist dabei weniger die Rückkehr des Goldes als Anlageklasse – sondern der Umstand, dass ausgerechnet junge Anleger dem Edelmetall zunehmend vertrauen. In einer Welt wachsender Unsicherheiten wird Gold nicht mehr als nostalgischer Wertaufbewahrer gesehen, sondern als strategischer Baustein moderner Vermögensplanung.









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