Lars Bergmann

Vorstand
IMMOVATION Immobilien Handels AG

Berufsweg:

Herr Lars Bergmann, geboren am 06. Mai 1964, studierte Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre. Sein Studium schloss er 1993 erfolgreich als Diplom-Kaufmann ab.
In den Jahren 1986 bis 1987 war Herr Bergmann jeweils als Werksstudent bei der Deutschen Bank Kassel im Bereich Effektenhandel und in den Jahren 1988 bis 1989 bei Hoechst-Behringwerke Marburg mit dem Schwerpunkt Controlling tÀtig.

Herr Bergmann besitzt GeschĂ€ftsfĂŒhrertĂ€tigkeiten bei folgenden Firmen: Immovation Wohnungsbaugenossenschaft eG, Global Conzept GmbH, Immobilien-Projektgesellschaft Salamander-Areal Kornwestheim mbH, Immovation Fonds-GeschĂ€ftsfĂŒhrungs GmbH, iCapital Consulting- & Vertriebsgesellschaft mbH, Immovation Projektgesellschaft Kassel mbH, IMMOVATION Immobilien Handels AG, Immobilien-Projekt Höfe am Kaffeeberg Ludwigsburg GmbH, Ipsak Energie GmbH, Immobilien-Projekt Zanger Berg Heidenheim GmbH, Immobilien-Projekt Park Schönfeld Carree Kassel GmbH, Immobilien-Projekt Baunsberg Baunatal GmbH, Immokles AG, Immobilien-Projekt Lingner Altstadtgarten Dresden GmbH, Immobilien-Projekt Hohe Geest GmbH, Immobilien-Projekt Seeviertel GmbH

Qualifikationen:

Bereits seit 1988 ist Herr Bergmann mit der Vermittlung von Immobilien und Kapitalanlagen in Immobilien befasst.

Von 1995 bis 2004 war er Mitglied der IHK-Vollversammlung Kassel und ist seit 2003 ehrenamtlicher Handelsrichter beim Landgericht Kassel.

Herr Bergmann grĂŒndete 1996 die IMMOVATION Kapitalanlagenvertriebs GmbH. Seit der Umwandlung in die IMMOVATION Immobilien Handels AG im Jahr 2002 ist er Finanz-Vorstand. In dieser Funktion ist er fĂŒr die Bereiche Konzeptionen und Strategien, Rechnungswesen, Vertrieb & Marketing sowie das Finanz-Management von Bauprojekten verantwortlich.

Unternehmen - IMMOVATION Immobilien Handels AG:



Das GeschĂ€ftsmodell der IMMOVATION-Unternehmensgruppe basiert auf einem breit gefĂ€cherten Leistungsangebot rund um die Immobilie. Im Zentrum der GeschĂ€ftstĂ€tigkeit der IMMOVATION AG stehen der An- und Verkauf (Handel), die Projektierung klassischer Revitalisierungsobjekte und urbaner EntwicklungsgrundstĂŒcke sowie das Bestandsmanagement von Wohn- und Gewerbeimmobilien.

IMMOVATION-Unternehmensgruppe - Wertschöpfung mit Immobilien - Die Spezialisten fĂŒr Projektierung, Bestandsmanagement und Handel mit Immobilien.

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Informationen:

Handelsregister:
Kassel
Register Nummer:
HRB6062
USt.-ID.-Nr.:
DE168194473
Rechtsform:
Aktiengesellschaft
Branche:
BautrÀger / Finanzdienstleistungen
Mitarbeiter:
38
Weitere Informationen:
Referenzen:
iCapital Consulting- & Vertriebsgesellschaft mbH
Global Concepts Enterprise Inc.
IMMOVATION Immobilien Handels AG & Co. 3. KG
Adamietz & Bergmann Immobilien GbR
IMMOVATION Wohnungsbaugenossenschaft eG

Auszeichnungen:

Scoredex-Siegel fĂŒr IMMOVATION Immobilien Handels AG

Transparenz:

99%

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Teil 2: Lars Bergmann (IMMOVATION AG): „Alte FabrikgebĂ€ude können eine Art Persönlichkeit haben“

Im zweiten Teil des Interviews mit Business-Leaders.net erzĂ€hlt Lars Bergmann, der Vorstand der IMMOVATION AG aus Kassel, fĂŒr welche StĂ€dte er schwĂ€rmt, wie er einer alten Schuhfabrik neues Leben einhauchte und warum er so gern Marathon lĂ€uft. Den ersten Teil des Interviews: Lars Bergmann (IMMOVATION AG): Geldsegen fĂŒr Immobilien-Investoren lesen Sie auf SCOREDEX News.

Lars Bergmann, Vorstand der IMMOVATION AG © IMMOVATION AG aus Kassel

Lars Bergmann, Vorstand der IMMOVATION AG © IMMOVATION AG aus Kassel

Business-Leaders.net: Sie haben die anteilige Projektfinanzierung ĂŒber private Kapitalgeber mitte 2016 vorerst eingestellt und den Fokus auf das Angebot individueller Beteiligungsprodukte fĂŒr institutionelle Investoren gerichtet. Was war der Grund und wie hat sich der Schwenk ausgezahlt?

Bergmann: „Die Emission von Genussrechten und Immobilienfonds fĂŒr private Anleger erfordert eine aufwĂ€ndige Vertriebsorganisation mit hohen Kosten. Hinzu kommt, dass die Emission von Kapitalanlagen fĂŒr den Retail-Markt durch die Aufsichtsbehörde umfangreicheren Regeln unterworfen ist. Und es erfordert relativ viel Zeit, bis grĂ¶ĂŸere Summen verfĂŒgbar sind. Das Kapitalanlageangebot fĂŒr private Kapitalanleger wurde eingestellt, weil die Realisierung großvolumiger Immobilien-Projekte mit anderen Wegen der Finanzierung effizienter möglich ist. Der Kapitalzufluss von institutionellen Anlegern bewegt sich in anderen Dimensionen und steht nach wesentlich kĂŒrzerer Zeit zur VerfĂŒgung.“


Business Leaders.net: Bereitet es Ihnen schlaflose NÀchte, wenn Sie beispielsweise Ende 2019 eine 30 Millionen Euro schwere Anleihe mit einer 55 Millionen Euro schweren Nachfolgeanleihe ablösen mussten? Hilft Ihnen dabei, dass Sie 1986 und 1987 Werksstudent bei der Deutschen Bank Kassel im Bereich Effektenhandel waren, also mit Teilhabereffekten wie Anleihen vertraut wurden?

Bergmann: „Wenn mir die Begebung von Anleihen schlaflose NĂ€chte bereiten wĂŒrde, wĂ€re es keine gute Entscheidung gewesen. Meine TĂ€tigkeit im Bereich Effektenhandel fĂŒr die Deutsche Bank hat sicher ihren Teil dazu beigetragen, dass die Börse kein Neuland fĂŒr mich war. Gerade deswegen bin ich mir der großen Verantwortung gegenĂŒber den Zeichnern einer Anleihe sehr bewusst. Mein Vertrauen in die LeistungsfĂ€higkeit der IMMOVATION ist jedoch so groß, dass ich ĂŒberzeugt davon bin, eine Anleihe auch zurĂŒckzahlen zu können.“


Business-Leaders.net: Was war die beste Entscheidung Ihres beruflichen Lebens? Möglicherweise die Entscheidung fĂŒr den Schwerpunkt Wohnimmobilien statt fĂŒr Gewerbe und BĂŒros? Die Hausbewirtschaftung erweist sich ja jedes Jahr mit ĂŒber 14 Millionen Euro als Ihr grĂ¶ĂŸter Dauer-Rohergebnisbringer. Und natĂŒrlich immer wieder die zur Baureife gebrachten GrundstĂŒcke, die sie mit großen Gewinnen an BautrĂ€ger beziehungsweise Investoren verkaufen.

Bergmann: „Die Entscheidung fĂŒr den Fokus auf Wohnimmobilien fiel bereits in der Anfangszeit meiner MaklertĂ€tigkeit. Ganz nach dem Motto ‚Gewohnt wird immer‘ war und bin ich davon ĂŒberzeugt, dass Investitionen in Wohnimmobilien bessere Chancen bieten, nachhaltig ErtrĂ€ge zu erwirtschaften. Diese Entscheidung bedeutet aber nicht, Chancen zu ignorieren, die sich bei besonderen Objekten ergeben. Da muss man auch mal kalkulierbare Risiken eingehen. Der Kauf und die Revitalisierung des Industriedenkmals Salamander-Areal in Kornwestheim sind dafĂŒr ein gutes Beispiel.“


Business-Leaders.net: Was reizt Sie persönlich an alten Fabriken? Wenn Sie eine Zeitreise machen dĂŒrften, was wĂŒrden Sie sich gerne persönlich ansehen?

Bergmann: „Alte FabrikgebĂ€ude können eine Art Persönlichkeit haben – manche haben eine besondere AtmosphĂ€re, die Geschichte greifbar macht. Solche Immobilien können Menschen mit der Geschichte eines Ortes verbinden. FĂŒr OrtsansĂ€ssige können sie ein Aspekt ihrer IdentitĂ€t sein oder wenn Sie so wollen ‚Heimat‘ bedeuten – gerade in unserer schnelllebigen Zeit. Alten Immobilien eine Zukunft zu geben, ist außerdem unter dem Aspekt der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen eine reizvolle Aufgabe.

Bei einer Zeitreise wĂŒrde ich gerne Singapur und Hong Kong erleben, von der Entstehung ĂŒber die Kolonialzeit bis heute. Die Entwicklung dieser beiden Mega-StĂ€dte faszinieren mich immer wieder aufs Neue.“


Business-Leaders.net: Sie haben von 2009 bis 2014 aus der ehemaligen Salamander-Schuhfabrik (1885-2000) in Kornwestheim nördlich von Stuttgart auf 90.000 Quadratmetern einen bunten Mix aus Wohnungen, Dienstleistungen und Einzelhandel gestemmt. Und als das meiste geschafft war (Sie haben dann noch bis 2018 weitere Wohnungen und einen REWE und bis 2019 noch ergĂ€nzend ein Stadthaus mit Eigentumswohnungen gebaut), ließen Sie keine lange Weile aufkommen und kauften im Dezember 2014 das DDR-Computer-Robotron-Areal (1969-1990) mit 98.0000 Quadratmetern in der NĂ€he von Dresdens Altstadt, wo 3.000 Wohnungen entstehen sollen. Ihre fĂŒr das Salamander-Areal zustĂ€ndige Mitarbeiterin Stephanie Wackerbarth sagte 2014 gegenĂŒber dem Branchendienst k-mi: „Die IMMOVATION hat ein wirtschaftlich tragfĂ€higes Konzept entwickelt, das vielfĂ€ltige Nutzungsmöglichkeiten eröffnet.“ Was genau macht diese TragfĂ€higkeit aus?

Bergmann: „Bevor wir das Salamander-Areal in 2009 gekauft haben, haben mehrere Vorbesitzer bereits Versuche unternommen, das Industriedenkmal mit seinen großen Produktionshallen wiederzubeleben. Diese Versuche blieben aber auf die Renovierung eines Teils der ausschließlich gewerblich genutzten GebĂ€ude und deren Vermietung beschrĂ€nkt. Der anhaltende Wohnungsmangel und die steigenden Wohnungspreise im nahegelegenen Stuttgart machten es fĂŒr uns sehr wahrscheinlich, dass das Angebot von neuem Wohnraum nahe der Hauptstadt auf eine große Nachfrage treffen wĂŒrde.

Diese MarkteinschĂ€tzung haben wir mit der Erfahrung verbunden, dass einseitige Nutzungsarten ein höheres Mietausfallrisiko mit sich bringen. Daraus haben wir ein Konzept entwickelt, das eine Mischung aus Wohnen und Einkaufen, Dienstleistungen und Gewerbe vorsah. Ein wichtiger Baustein des Konzeptes war auch der Umbau von ĂŒber 30.000 Quadratmetern fĂŒr die Ansiedlung und die langfristige Vermietung des Grundbuchzentralarchivs des Landes Baden-WĂŒrttemberg. Die ErtrĂ€ge aus der zum Teil kleinteiligen Vermietung der Salamander-Areal-FlĂ€chen und dem Verkauf der neu gebauten Eigentumswohnungen zeigen, dass wir mit diesem Konzept den richtigen Weg eingeschlagen haben.“


Business-Leaders.net: Wie haben Sie in Kornwestheim das Balkonverbot durch den Denkmalschutz gelöst, Balkone sind in Schwaben Standard?

Bergmann: „Die Produktionshallen der ehemaligen Schuhfabrik haben sehr große FensterflĂ€chen. Im Rahmen des Umbaus eines der denkmalgeschĂŒtzten GebĂ€ude zu 70 Loft-Mietwohnungen haben wir die Gegebenheit genutzt, um die FlĂ€che vor einem dieser Fensterelemente so zu gestalten, dass ein großzĂŒgiger ‚Innenbalkon‘ geschaffen wurde. Er kann wie ein großer Wintergarten genutzt werden. Mit dieser Lösung konnte ein Mehrwert fĂŒr die Mieter geschaffen werden, ohne dass die historische Fassade durch Balkone verĂ€ndert wurde.“


Business-Leaders.net: Beim Start 2009 in Kornwestheim warf man Ihnen einen dicken Balken zwischen die Beine. Es gab eine anonyme Anzeige und eine anonyme Rufmordkampagne, Ihr Unternehmen wĂŒrde mit Kleinanlegergeldern ein Schneeballsystem betreiben. Die Staatsanwaltschaft Kassel hat das Verfahren schon nach 27 Tagen wieder eingestellt, weil es nicht einmal den „Anfangsverdacht einer strafrechtlichen Relevanz“ gab. Aber wie haben Sie Ihre Anleger ĂŒberzeugt zu investieren?

Bergmann: „Offenbar gab es Wettbewerber, denen der Erfolg der IMMOVATION ein Dorn im Auge war. Es war keine leichte Zeit fĂŒr das Unternehmen, auch wenn die schnelle Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft bewiesen hat, dass die anonyme Anzeige nur den Zweck hatte, unsere Reputation zu beschĂ€digen. Der Kauf des Salamander-Areals in Kornwestheim hat sich fĂŒr das Wiedergewinnen des Vertrauens der Anleger als Segen erwiesen. Mit einem Besuch vor Ort konnten wir anschaulich zeigen, dass das Geld der Kapitalgeber in konkrete Maßnahmen investiert wird. Das hat Interessenten und Vertriebspartner davon ĂŒberzeugt, dass wir ein vertrauenswĂŒrdiges Immobilienunternehmen und Emissionshaus sind.“


BusinessLeaders.net: Mit der neuen Vertriebszentrale in Kornwestheim konnten Sie Ihren Vertriebspartnern einen exklusiven Service bieten. Auf Wunsch ĂŒbernahm die IMMOVATION die gesamte Organisation einer Vertriebs-Veranstaltung. Wer war denn schon alles so an prominenten Vortragsrednern im Lurchi?

Bergmann: „Die Vertriebszentrale in Kornwestheim wurde geschaffen, um Kunden unserer Vertriebspartner die Möglichkeit zu geben, die Chancen des Salamander-Areal mit eigenen Augen zu erleben und seine Entwicklung selbst zu beurteilen. Besondere Persönlichkeiten bei Vertriebsveranstaltungen waren der Extrembergsteiger, Abenteurer und Buchautor Reinhold Messner und Fußballlegende und Manager Rudi Assauer zusammen mit Sportreporter Werner Hansch.

Da wir keine Kapitalanlagen fĂŒr private Anleger mehr anbieten, haben wir den Betrieb der Vertriebszentrale in Kornwestheim eingestellt.“


Business-Leaders.net: Sie haben 2010 ihre Verkaufsarmada von 47 auf 300 Vertriebspartner aufstocken können, wie sieht es heute aus?

Bergmann: „Da wir keine Kapitalanlagen fĂŒr private Anleger mehr anbieten, haben wir unser Vertriebspartnernetz nach der Platzierung des 3. Immobilienfonds nicht mehr erweitert. In Rahmen der Betreuung noch bestehender KundenvertrĂ€ge sind wir natĂŒrlich weiterhin Ansprechpartner fĂŒr unsere ehemaligen Vertriebspartner.“


Business-Leaders.net: Sie arbeiteten seit 2003 nebenher als Handelsrichter am Handelsgericht Kassel. Was war denn Ihr persönlich spannendster Fall und wie haben Sie entschieden?

Bergmann: „Hier kann ich aus standesrechtlichen GrĂŒnden keine Angaben machen.“

 

Lars Bergmann als Immo Runner beim Nordhessencub 2017 © IMMOVATION AG

Lars Bergmann als Immo Runner beim Nordhessencub 2017 © IMMOVATION AG

Lars Bergmann mit der amtierenden Halbmarathon-Vizeweltmeisterin Melat Kejeta beim EAM Kassel Marathon 2018 © IMMOVATION AG

Lars Bergmann mit der amtierenden Halbmarathon-Vizeweltmeisterin Melat Kejeta beim EAM Kassel Marathon 2018 © IMMOVATION AG

Business-Leaders.net: Sie unterstĂŒtzen den Laufsport wie etwa den EAM Kassel Marathon, den Nordhessencup oder den 2018 gegrĂŒndeten Laufteam Kassel e.V. Sie sind selbst passionierter LĂ€ufer, wie kam es dazu und was lieben Sie am Laufen?

Bergmann: „Das Laufen macht mir wirklich Spaß. Es ist fĂŒr mich ein guter Ausgleich fĂŒr meine Arbeit, die sich fast ausschließlich im BĂŒro abspielt. Hinzu kommt, dass ich als erfolgreicher Unternehmer etwas Positives fĂŒr die Region tun möchte, in der ich lebe und das Unternehmen ansĂ€ssig ist. Am Laufen gefĂ€llt mir, das ich dabei wirklich abschalten kann und das GemeinschaftsgefĂŒhl, dass man bei den Veranstaltungen der meist kleinen Sportvereine in der Region erleben kann. Neben dem ehrenamtlichen Engagement unterstĂŒtze ich auch Top-Athleten des Laufteams Kassel, wie zum Beispiel die deutsche Olympiahoffnung und aktuelle Vize-Weltmeisterin im Halb-Marathon Melat Kejeta. Spitzensportler wie sie sind fĂŒr viele in den Vereinen ein Vorbild und ein Ansporn, selbst sportlich aktiv zu sein.“


Business-Leaders.net: Sie könnten ja persönlich ĂŒberall hinziehen und leben. Warum hĂ€ngen Sie aber so treu an der hessischen Metropole Kassel?

Bergmann: „Kassel mag fĂŒr manche kein Standort sein, den sie fĂŒr ein Unternehmen wie die IMMOVATION wĂ€hlen wĂŒrden. Aber Kassel liegt in der Mitte Deutschlands und andere Regionen sind von hier aus in relativ kurzer Zeit erreichbar – ein klarer Vorteil, wenn man Immobilien in ganz Deutschland verwaltet und Projekte entwickelt. Außerdem fĂŒhle ich mich auch persönlich mit der Region verbunden, da ich hier aufgewachsen bin.“


Business-Leaders.net: Sie sind vor einem Jahr mit Ihrem Firmenhauptsitz in die ehemalige Hindenburg-Kaserne innerhalb Kassels umgezogen. MĂŒssen Sie fĂŒr Ihre 80 Mann und Frau starke Mitarbeitertruppe manchmal wie ein General denken und handeln? Haben Sie selbst gedient, in welcher Truppe?

Bergmann: „Wenn‚ wie ein General denken‘ bedeutet, dass man als Unternehmer Dinge vorausplanen und strategisch denken sollte, um erfolgreich zu sein, dann ist die Antwort ‚ja‘. Als FĂŒhrungsstil ist das aber sicher nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ. Ich sehe die Arbeit fĂŒr die IMMOVATION als Teamarbeit. Auch die weichenstellenden Entscheidungen fĂŒr das Unternehmen werden gemeinsam in einem FĂŒhrungsgremium diskutiert und entschieden.

Ich habe meinen 15-monatigen Wehrdienst bei der Bundeswehr geleistet und war bei der 2. Panzergrenadier-Division in Wolfhagen stationiert.“


Business-Leaders.net: Aus dem Salamander-Schuhfabrik-Areal haben Sie inzwischen einen Wissenschafts-Standort gemacht. Seit Herbst 2020 können dort auf 400 Quadratmetern MietflÀche jÀhrlich 20 Studenten am Studiengang Digital Engineering & Management teilnehmen, der von der Uni Reutlingen angeboten wird. Wie halten Sie es selbst mit dem technologischen Fortschritt? Welche Tools, welche Apps, welche Software erleichtern Ihnen den Arbeitsalltag?

Bergmann: „Die Immobilienbranche ist nach meinem Eindruck tendenziell kein Vorreiter der digitalen Entwicklung. Aber natĂŒrlich nutzen wir Tools, wenn sie helfen, Arbeitsprozesse zu rationalisieren oder zu optimieren. FĂŒr unseren Immobilienbestand verwenden wir zum Beispiel die Hausverwaltungssoftware Haussoft und fĂŒr das Projektmanagement setzen wir die BIM-Software ARCHICAD in Verbindung mit Artlantis fĂŒr das 3D-Rendering ein.

FĂŒr den Einsatz von Apps sehen wir derzeit noch keinen zweckmĂ€ĂŸigen Anwendungsbereich. Sie werden aber bei den von uns beauftragten Dienstleistungsunternehmen, zum Beispiel bei der Verbrauchsdatenerfassung und -Messung, eingesetzt. Wir verfolgen die Entwicklung des Softwaremarktes und gehen davon aus, dass es in der nĂ€chsten Zeit wahrscheinlich auch Einsatzmöglichkeiten fĂŒr Apps bei der IMMOVATION geben wird.“


Business-Leaders.net: Wo sehen Sie Ihr GeschÀftsmodell in zehn Jahren?

Bergmann: „Die Wertschöpfung mit Immobilien wird fĂŒr die IMMOVATIOM auch in Zukunft weiter im Mittelpunkt des GeschĂ€ftsmodells stehen. ZusĂ€tzlich werden wir die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz als Schwerpunkte setzen. Mit der ESG Verordnung hat die EU die Bedeutung der Faktoren Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und UnternehmensfĂŒhrung (Governance) noch einmal herausgestellt. Wir sehen viele Möglichkeiten, nachhaltiges Handeln und Aspekte wie den Klimawandel, den Umweltschutz, soziales Engagement, Compliance und den Anlegerschutz in unser unternehmerisches Handeln zu integrieren. Zum Beispiel bei bautechnischen Maßnahmen an GebĂ€uden fĂŒr mehr Energieeffizienz und Ressourcenschonung, solare Energieversorgung sowie die UnterstĂŒtzung der ElektromobilitĂ€t durch Ladeeinrichtungen, um die CO2-Bilanz zu verbessern. Gefragt sind auch ‚grĂŒne Wohnformen‘ mit einer klimaausgleichenden GebĂ€ude- und FreiflĂ€chengestaltung. Hier gibt es viele Chancen, um das Unternehmen in den nĂ€chsten Jahren fĂŒr die Anforderungen der Zukunft fit zu machen.“


Business-Leaders.net: Wo sehen Sie sich selbst in zehn Jahren, was steht auf Ihrem vision board?

Bergmann: „Ich identifiziere mich vollstĂ€ndig mit der IMMOVATION und der Entwicklung des Unternehmens. Daher gibt es fĂŒr mich keinen Unterschied in der Vision fĂŒr meine persönliche Zukunft und der des Unternehmens.“


Business-Leaders.net: Die letzte IMMOVATION-Twitter-Meldung lautete: „Wir suchen GrundstĂŒcke, GebĂ€ude, und Revitalisierungs-Objekte, bevorzugt Wohnanlagen bzw. Wohn- und Gewerbe-Immobilien mit Instandhaltungs-Defiziten.“ Wo sollten diese GrundstĂŒcke liegen und welche Vorgeschichten wĂ€ren fĂŒr Sie am interessantesten?

Bergmann: „Wir suchen bevorzugt Wohn- und Gewerbe-Immobilien im Westen Deutschlands von Bayern bis Schleswig-Holstein. Dabei fokussieren wir unsere Suche nicht auf A-Standorte, sondern auf die Peripherie mittlerer GroßstĂ€dte und BallungsrĂ€ume. Geplant ist, Objekte mit Instandhaltungsdefiziten, Sanierungsbedarf und LeerstĂ€nden systematisch aufzuwerten und so einen Mehrwert zu schaffen. Entscheidend fĂŒr einen möglichen Ankauf ist die lokale Mikrolage. Konkret heißt das, unser Research hat die Aufgabe, das Umfeld angebotener Objekte im Detail unter die Lupe zu nehmen. Es geht darum, auch das auf den ersten Blick nicht sichtbare Entwicklungspotenzial zu erkennen und einzuschĂ€tzen.“


Business-Leaders.net: Herr Bergmann, wir danken fĂŒr das Interview.

 

Den ersten Teil des Interviews: Lars Bergmann (IMMOVATION AG): Geldsegen fĂŒr Immobilien-Investoren lesen Sie auf SCOREDEX News.

 

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