Recycling – der Wiederverwendung von Rohstoffen kommt eine immer größer werdende Bedeutung zu. Hier kann ein neuer Markt entstehen, der eine attraktive und zukunftsträchtige Beteiligungsmöglichkeit darstellen kann. Viele Startups sind in diesen Bereichen aktiv, wichtig ist es zu erkennen, welche Unternehmen seriös sind. Immer knapper werdende Rohstoffe, die in vielen Bereichen der Industrie und Wirtschaft benötigt werden – machen es erforderlich Verfahren zu entwickeln, die eine Wiederverwendung ermöglich. Wurden bis Ende des vergangenen Jahrhunderts für neue Produkte einfach immer mehr Rohstoffe verbraucht, nimmt das Recycling von bereits einmal genutzten Rohstoffen mittlerweile einen ständig wachsenden Stellenwert ein.

Recycling - eine attraktive zukunftsträchtige Beteiligungsmöglichkeit?
Recycling – eine attraktive zukunftsträchtige Beteiligungsmöglichkeit?

Recycling – die Wiederverwertung von Rohstoffen

Die Anlagemöglichkeiten am Recyclingmarkt sind vielfältig. Gerade im Energiesektor wird viel geforscht, an neuen Speichersystemen. Die bisherigen Energiespeicher – Batterien – verschlingen wertvolle Rohstoffe. Im Bereich der Batteriesysteme in E-Autos wird auch das Recycling sehr wichtig. Die dort verabeiteten Rohstoffe sind nur begrenzt verfügbar, aus diesem Grund wird an neuen Technologien zum Recycling gearbeitet. Auch wenn es bei Energiespeichern große Fortschritt und mitunter auch Revolutionen gibt, wie zum Beispiel die neuen Energiespeicher auf Nanotechnologie. Eine Nanopulver-Batterie – wie sie von Gene Berdichevsky – dem CEO von Sila Nano entwickelt wurde, soll den Markt revolutionieren. Die Wiederverwertung von Rohstoffen aus den bisher genutzten Batteriespeichersystemen bleibt trotzdem ein großer Markt. Duesenfeld GmbH. Das Recycling von Lithium-Ionen Batterien befindet sich noch im Ausbau. Kobalt, Nickel, Kupfer und Aluminium lassen sich aber schon recht effizient recyceln, das Problem dabei ist für die Wiederverwertung von Lithium und Kobalt sind noch weitere technische Probleme zu lösen. Im Fall von Lithium ist es auch noch nicht wirtschaftlich, da neu abgebautes Lithium immer noch billiger ist als der Rohstoff aus der Wiederverwertung.

Startups mit neuen Technologien

Ein Problem bei Recycling findet sich auch in der Autoindustrie. In Deutschland fallen – geschätzt – jährlich 600.000 Tonnen Reifenmüll an. Bisher wurden die meisten Reifen verbrannt, oder lagen bei Landwirtschaftlichen Betrieben auf der Folie von Silos. Das Startup Pyrum AG aus Deutschland entwickelte ein neues Recycling-Verfahren für die Altreifen. Der Vorteil, es werden Stoffe sowohl für die chemische Industrie sowie auch die Autoindustrie gewonnen. Die Reifen werden mit Hilfe eines Pyro-Thermolyseverfahren geschreddert. Aus den Metallgeflechten werden zum Beispiel Stahlstifte hergestellt. Im weiteren Verfahren wird Carbon ,Gas und Öl gewonnen. Gleichzeitig werden damit auch noch massiv CO2-Emmissionen eingespart.

 

Kunststoffmüll – mehr als 80 Kilo Plastikmüll pro Bundesbürger

Wie die internationale Natur- und Umweltschutzorganisationen World Wide Fund For Nature (WWF) berichtet, landen in Deutschland jährlich fast 450.000 Tonnen Kunststoff in der Umwelt. Kunststofferzeugnisse sind nur sehr schwer biologisch abbaubar, der Prozeß dauert ca. 400 Jahre. Die Umweltprobleme mit Kunststoffmüll nehmen trotz einer internationalen Zero-Waste-Bewegung und globaler Proteste für mehr Klima- und Umweltschutz weiter drastisch zu. Das Unternehmen ENESPA AG verarbeitet gemischte Kunststoffabfälle mit dem Thermolyse-Verfahren zu hochwertigem Produktöl. Diese Technologie ermöglicht die gemischten Kunststoffabfällen ohne CO2-Ausstoss zu verarbeiten. So werden in dem Verfahren aus 1.000 kg Plastikabfall dann 1.000 Liter hochwertiges Produktöl. Dieses kommt in der chemischen Industrie für die Kunststoffherstellung zur Anwendung und ersetzt damit fossiles Erdöl. Der Prozess ist nahezu CO2-neutral.

Das Umweltproblem mit den Windrädern

In Deutschland stehen – mit Stand 2022 insgesamt 29.731 Windräder. Bereits demontiert und Abgebaut wurden in Deutschland bisher rund 6.000 Windräder (Förderung ausgelaufen). Bis zum Jahr bis 2025 sollen weitere 8.000 Windenergieanlagen folgen, auch diese werden komplett zurückgebaut. Bis zu 90 Prozent eines Windrads lassen sich heute recyclen – die Rotorblätter allerdings noch nicht. Das Umweltbundesamt verweist auf Informationen vom Fraunhofer Institut, wonach Rotorblätter aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) in Sandwichbauweise mit Kunststoffschaum oder Balsaholz als Füllstoff bestehen.

Die Rotorblätter auf eine Deponie zu verbringen ist nicht gestattet. Sie bestehen wegen verwendeter Harze, Füller und Sandwich-Materialien – und zu rund 30 Prozent aus organischen Anteilen und übertreffen den zulässigen Grenzwert für die Ablagerung deutlich. Auch einer Verbrennung in einer Müllverbrennungsanlage widerspricht das GFK, da die Aufenthaltszeit in den heißen Zonen von Müllverbrennungsanlagen zu knapp ist, um eine vollständige Verbrennung zu gewährleisten.

Es gibt nach Darstellung des ForCycle-Abschlussberichts eine Reihe anderer Aufbereitungsmöglichkeiten zur Aufbereitung von Rotor-Materialien wie Pyrolyse und Wirbelschichtfeuerung (thermisch), Solvolyse (chemisch) oder Zerkleinerung (mechanisch). Hier ist das Unternehmen Eurecum GmbH & Co. KG aktiv und hat ein Entsorgungsverfahren entwickelt, in dem die Rotorblätter an Ort und Stelle rationell zerschnitten, zum Entsorgungsbetrieb transportiert und zu einem industriell wertvollen GFK-Granulat zerkleinert werden. Die Kunststoffindustrie verwertet dieses Material für Kfz-Teile, Gartenmöbel oder Terrassendielen.

Eine Initiative namens CETEC (Circular Economy for Thermosets Epoxy Composites) aus Dänemark macht ebenfalls mit einer neuen Technologie auf sich aufmerksam. Ein zweistufiger Prozess soll die 100-prozentige Recycelbarkeit des Rotorblatt-Material ermöglichen. Dazu werde den Angaben nach zuerst der Duroplast-Epoxydharz-Verbundstoff in Fasern und Harz getrennt. Ein neues Chemcycling-Verfahren soll dann das Harz in – Primärstoffen vergleichbare – Basiskomponenten aufspalten. Dieses Material kann zur Herstellung neuer Turbinenblätter eingesetzt werden und schließt damit den Kreislauf für Epoxyd-Harze.

Der Markt im Bereich von Recycling boomt, die Rückgewinung von Rohstoffen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Oft sind es Startups die mit neuen und innovativen Ideen auf den Markt drängen. Wichtig ist immer, die Seriosität eines Unternehmens zu prüfen, und umfassende Informationen einzuholen, selbstverständlich zu schauen wer die Initiatoren und Investoren sind.