Die Bedeutung eines gut organisierten und angewendeten Risikomanagements für den unternehmerischen Erfolg wird oft unterschätzt. Insbesondere junge Startups vernachlässigen wichtige Maßnahmen und verzögern so die Entwicklung einer resilienten Risikokultur im eigenen Unternehmen. Dabei sollten die Grundpfeiler für richtigen Umgang mit möglichen Risiken bereits in den Anfangstagen gelegt werden – angefangen mit der Berücksichtigung von entsprechenden Szenarien im Businessplan.

Neben direkten wirtschaftlichen Risiken gibt es auch eine Reihe indirekter Risiken, die sich jedoch stark auf die finanzielle Situation eines Unternehmens auswirken können. Diese können sein:

  1. technische Defekte
  2. Lieferkettenprobleme
  3. justiziable Handlungen
  4. Reputationsverlust

Mit den Best-Practices im Bereich des Risikomanagements lassen sich diese Risikofaktoren angemessen handhaben.

Ziele des erfolgreichen Risikomanagements

Gründer sollten immer das nötige Maß an Optimismus mitbringen und vom Erfolg der eigenen Unternehmensidee überzeugt sein. Damit sich das Geschäftskonzept und die angebotenen Produkte am Markt bewähren können, bedarf es allerdings angemessener Reaktionen auf reelle Risiken. Das Risikomanagement setzt deshalb auf einen bewussten und strategischen Umgang mit diesen Gefahren, damit sie nicht zu einer existenziellen Bedrohung werden.

Zum Erreichen dieses Ziels gibt es eine ganze Reihe an Maßnahmen, die dabei helfen, Risiken zu minimieren und zu vermeiden. Dabei ist das Risikomanagement selbst in stetigem Wandel. Neue Formen der Wirtschaftskriminalität im digitalen Raum haben den Aspekt der Cyber-Security immer stärker in den Vordergrund gerückt. Darüber hinaus sind auch Gesellschaften in unserer schnelllebigen Zeit sehr dynamisch geworden und Trends entstehen oder vergehen in Augenblicken. Egal ob neue Konkurrenten, Inflation, Hacker-Angriffe oder Rechtsstreitigkeiten: Ein gutes Risikomanagement berücksichtigt alle Arten von Gefahren.

SWOT Analyse
SWOT-Analysen sind ebenso wie die FMEA-Methode geeignet, unternehmerische Risiken zu identifizieren und zu bewerten.

Verschiedene Methoden zur Identifikation und Bewertung von Risiken nutzen

Ein entscheidender Schritt hin zum praktikablen Risikomanagement ist die Erstellung eines Risikoprofils für das Unternehmen. Zur Identifikation und Bewertung bestehender Risiken gibt es verschiedene Analysemethoden. Zu diesen gehören die SWOT-Analyse und die FMEA-Methode.

SWOT steht für „Strenghts, Weakness, Opportunities and Threats“ und die damit verbundene Analyse zielt auf eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch die Berücksichtigung möglichst vieler Faktoren ab.

Bei der FMEA-Methode stehen hingegen Fehler-Szenarien (Failure Mode) und deren Auswirkungen (Effects Analysis) im Vordergrund. Sie eignet sich gut zur Identifikation von Fehlerquellen und der Priorisierung im Risikomanagement. Aufgrund der spezifischen Stärken der Methoden empfiehlt sich eine situationsabhängige Kombination. 

Effektivere Risikosteuerung dank guter Eigenkapitalquote

Die Analyse und Bewertung von Risiken stellt jedoch nur den ersten Schritt dar. Im Anschluss folgt die Risikosteuerung, also das Ergreifen von konkreten Maßnahmen. Diese umfasst die präventive Risikovermeidung, Möglichkeiten zur Minderung von bestehenden Risiken sowie Optionen zum Risikotransfer. Zur Risikovermeidung gehört es beispielsweise potenziell risikoreiche Geschäftsfelder zu umschiffen. Das bedeutet natürlich auch, dass ein Unternehmen im Zweifelsfall darauf verzichtet, ein bestimmtes Produkt anzubieten.

Häufig unterschätzt wird außerdem der Faktor Eigenkapitalquote. Mit einer hohen Quote am Gesamtkapital kann ein Unternehmen auch umsatzschwächere Zeiten deutlich besser überstehen. Experten empfehlen eine Quote von 30 Prozent. Sie steht für ein solides finanzielles Fundament und ist nicht zuletzt für die Bewertung der Bonität ausschlaggebend. 

KPIs und Dashboards für das Monitoring nutzen

Entscheidend ist es, die Risiken nicht nur zu kennen, sondern sie auch gut im Auge zu behalten. Ein passendes Instrument für das Risikomonitoring sind die Key Performance Indicators (KPIs). Hierbei handelt es sich um konkret messbare Größen, die dazu dienen, die Leistung des Unternehmens zu bewerten. In Bezug auf das Risikomanagement sind relevante KPIs die Anzahl gemeldeter Risiken in einem bestimmten Zeitraum, die Gesamtzahl vorhandener Risikofaktoren und der Anteil bereits ergriffener Maßnahmen zur Risikosteuerung.

  • Um die Übersicht zu behalten, lohnt sich die visuelle Darstellung auf Dashboards. Auf einem Dashboard werden alle relevanten Informationen auf einen Blick ersichtlich. Sie dienen vor allem der leichteren Verständigung im Team und können Missverständnisse oder Unklarheiten aus dem Weg räumen. 

Das Potenzial der Digitalisierung ausschöpfen

Egal, für welche Strategien, Methoden und Maßnahmen sich ein Unternehmen entscheidet: bei der Umsetzung sollten immer digitale Hilfsmittel genutzt werden. Moderne Tools sind intuitiv zu bedienen und Cloud-basiert, sodass die Daten jederzeit und vollkommen ortsunabhängig bereitstehen. Gleichzeitig kann der Prozess der digitalen Transformation in einem Unternehmen auch selbst dazu beitragen, Risiken zu mindern oder abzuwenden. Zentral ist dabei die Standardisierung in der Planung und Organisation von Finanzprozessen.

Bei der Automatisierung von Arbeitsabläufen sinkt die Fehleranfälligkeit, was speziell im Finanzbereich enorm dazu beiträgt, das Risikopotenzial zu senken. Ein weiterer Vorteil ist die große Menge an Daten, die bei miteinander verknüpften Systemlandschaften vorhanden ist. Daten aus der Produktion, der Entwicklung, dem Einkauf sowie dem Vertrieb können vom Risikomanagement genutzt werden, um bessere Entscheidungen zu treffen.

Zentrale Herausforderungen für das Risikomanagement

Das moderne Risikomanagement steht vor einigen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Ein Problem, mit dem insbesondere ältere Unternehmen zu kämpfen haben, ist die Komplexität der Risiken. Durch die globale Vernetzung in logistischer und auch digitaler Hinsicht sind unzählige kleine Risikofaktoren hinzugekommen. Auf viele dieser „Räder im Getriebe“ kann ein einzelnes Unternehmen selbst mit bester Risikosteuerung keinen direkten Einfluss mehr nehmen. Umso wichtiger werden daher Strategien wie die Diversifizierung und das Ausschöpfen technologischer Wettbewerbsvorteile. Eine weitere große Herausforderung ist der Umgang mit dem stetig wachsenden Fachkräftemangel.

(TF)

 

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