S&P Dow Jones Index – erfolgt die Platzierung willkürlich? Eine Mitgliedschaft im einflussreichen Börsenindizes ist bei den Unternehmen sehr begehrt. Ein Platz im S&P Dow Jones Index ist eine Mitgliedschaft im Eliteclub auf dem Parkett. Von S&P Dow Jones Indices stammen einige der weltweit am stärksten beachteten und renommiertesten Indizes.

S&P Dow Jones Index - erfolgt die Platzierung willkürlich?

S&P Dow Jones Index – erfolgt die Platzierung willkürlich?

S&P Dow Jones Index – der beste Einzelindex

Zu den Indizes von S&P Dow Jones gehören renommierte Finanzmarktindikatoren wie der S&P 500 und der Dow Jones Industrial Average. Wer Mitglied in einem der großen Börsenindizes der Welt ist, wie dem deutschen Leitindex Dax, dem S&P Dow Jones Index S&P 500 oder dem Weltindex MSCI World, hat einen sehr hohen Prestigegewinn für das eigene Unternehmen. Ein Grund ist unter anderem, viele Privatanleger folgen mit ETF-Indexfolgern inzwischen eins zu eins den großen Börsenindizes der Welt.

Der S&P 500® gilt weithin als der beste Einzelindex mit US-Aktien von Large Caps. Über 9,9 Billionen USD sind indexiert oder an den Index gebunden. Davon entfallen rund 3,4 Billionen USD auf indexiertes Vermögen. Der Index umfasst 500 führende Unternehmen und deckt etwa 80 % der verfügbaren Marktkapitalisierung ab.

Wie wird Dow Jones berechnet?

Zur Ermittlung des Dow Jones Kursindex wird die Summe aller Kurse der Einzelwerte durch den Dow-Divisor dividiert. In die Berechnung des Kursindex fließen ausschließlich die Aktienkurse ein. Dividenden, Sonderzahlungen oder Bezugsrechte und Ähnliches bleiben außen vor.

Was sagt der Dow Jones aus?

Er gibt als Index Auskunft über die Entwicklung der Aktienkurse der wichtigsten Unternehmen der USA. Den Dow Jones gibt es bereits seit 1884. Es ist ein Aktienindex, der seinen Namen vom Urheber Charles Dow bekam, der erstmals einen Durchschnittswert aus den Aktienkursen von elf Unternehmen errechnete.

Wer bestimmt die Zusammensetzung des Dow Jones?

Seit 1928 enthält er die 30 wichtigsten Industrieunternehmen, inzwischen auch bedeutende Aktien anderer Branchen. Die Zusammensetzung wurde bisher mehr als 40 mal geändert. Der Dow Jones Index ist preisgewichtet, deshalb wird der relative Anteil einer Aktie am Index ausschließlich durch ihren Kurs bestimmt.

Ein Forscherteam das sich mit dem Thema auseinandersetzte fand in einer aktuellen Studie heraus, dass nicht einmal 70 Prozent der Aufsteiger in den US-Leitindex alle Kriterien des Indexbetreiber S&P Dow Jones erfüllen. Aus dem Blick darf man dabei nicht verlieren, dass an den US-Börsen genug Firmen existierten, die alle Kriterien der S&P-Indexmacher ohne Probleme erfüllt hätten. Das Indexkomitee behält sich ganz ausdrücklich „diskret geheime“ Entscheidungsspielräume vor.

Die Information auf der Webseite der Studie (Übersetzung):
Während auf große Börsenindizes große Geldanlagen folgen, dokumentieren wir, dass Entscheidungen über die Mitgliedschaft im S&P 500-Index einem nicht trivialen Ermessensspielraum unterliegen. Wir zeigen, dass der Kauf von S&P-Ratings durch Unternehmen ihre Chancen auf einen Einstieg in den Index zu verbessern scheint (jedoch nicht der Kauf von Moody’s-Ratings). Darüber hinaus neigen Unternehmen dazu, mehr S&P-Ratings zu kaufen, wenn es freie Indexpositionen gibt. Ein solches Muster wird auch durch eine Ereignisstudie bestätigt, die eine Regeländerung zur Indexmitgliedschaft im Jahr 2002 untersucht. Schließlich zeigen diskretionäre Zugänge eine nachträgliche Verschlechterung der finanziellen Performance im Vergleich zu regelbasierten Zugängen.

Der Verdacht aus der Studie

Durch die Studie kommt ein Verdacht auf. dass der Indexanbieter S&P Dow Jones bei den Aufnahmeentscheidungen für sein Prestigebarometer nicht neutral vorgeht. Ist es denkbar, dass Unternehmen einen Platz im Index erkaufen?

Die Süddeutsche Zeitung weist darauf hin, dass es womöglich einen Zusammenhang zwischen S&P-Index-Aufsteigern und deren Aufträge an die Ratingagentur Standard & Poor‘s bezüglich Bonitätsnoten geben könnte. Viele der Indexanwärter schienen zuletzt verstärkt Anleihe-Ratings bei der Ratingagentur Standard & Poor‘s zu kaufen, einer Schwester des Indexanbieters unter dem Dach des Konzerns S&P Global.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt dazu folgendes: Niemand in der Finanzwelt würde über Willkür und moralische Grauzonen klagen, wenn alle Indexanbieter ihre Börsenbarometer endlich nach bindenden und nachvollziehbaren Kriterien zusammensetzen würden. Wenn sie im Leitindex S&P 500 vereinfacht gesagt zum Beispiel die Liste der wertvollsten US-Börsenunternehmen von oben nach unten abhaken würden. Wenn statt Gutdünken und Gusto-Entscheidungen endlich kühle Arithmetik angesagt wäre.