American Water Works

Der Dividenden-Meister unter den Wasseraktien

Das Wasserversorgungsunternehmen American Water Works Company Inc. aus New Jersey hat seine Aktionäre noch nie enttäuscht. Ein wahrer Musterschüler. Seit dem Börsengang im Jahr 2008 zahlt der 1886 gegründete Konzern, der mit seinen aktuell 6.800 Mitarbeitern 15 Millionen Kunden in 46 Bundesstaaten der USA und Kanada versorgt, jedes Vierteljahr eine Dividende aus. Jedes Mal mehr.

Die erste vierteljährliche Dividende wurde am 2. September 2008 bezahlt (0,20 US-Dollar, 0,17 Euro). Die letzte am 1. Juni 2021 (rund 0,60 US-Dollar, rund 0,51 Euro). Auf das Jahr hochgerechnet schüttet der Konzern 2,41 US-Dollar (rund 2,04 Euro) aus. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei rund 1,6 Prozent. Die Aktie ist allerdings kein Schnäppchen. Sie kostet an der Börse Stuttgart rund 139 Euro. Das durchschnittliche Kursziel der Börsenexperten liegt jedoch bei 144 Euro.

Nicht ohne Grund: Von Januar bis März 2021 setzte der Konzern 888 Millionen US-Dollar um. Im Vorjahreszeitraum waren es 844 Millionen Dollar. Der Nettogewinn stieg von 124 auf 133 Millionen Dollar. Der Aktienkurs stieg innerhalb eines Monats um 4 Prozent, innerhalb eines Jahres um fast 18 Prozent und innerhalb der letzten fünf Jahre um fast 87 Prozent.

Völlig unbeeindruckt von Corona oder anderen Katastrophen entwickeln sich einige Wasserunternehmen und  Wasserfonds sehr erfolgreich. Nicht sprunghaft, aber dafür kontinuierlich und renditestark.

Diese vier hier fallen besonders positiv auf: die Firmen American Water und Tetra Tech aus den USA sowie die Wasserfonds BNP Paribas Aqua Classic aus Luxemburg und RobecoSAM Sustainable Water Equities aus Holland.

 

Im Jahr 2021 wurde Tetra Tech Inc. von Engineering News-Record (ENR) zum 18. Mal in Folge als Nummer 1 im Bereich Wasser in der Ausgabe "Top 500 Design Firms" aufgeführt © Pressefoto Tetratech.com

Im Jahr 2021 wurde Tetra Tech Inc. von Engineering News-Record (ENR) zum 18. Mal in Folge als Nummer 1 im Bereich Wasser in der Ausgabe „Top 500 Design Firms“ aufgeführt © Pressefoto Tetratech.com

Tetra Tech Inc.

Der Rendite-Meister unter den Wasseraktien – mit 271 Prozent in den letzten 5 Jahren

Mit einem Plus von rund 271 Prozent weist das US-Unternehmen Tetra Tech Inc. aus Pasadena in Kalifornien die größte Wertsteigerung in seiner Branche aus. Die Aktie kostet derzeit an der Stuttgarter Börse rund 103 Euro.

Die 1966 gegründete Tetra Tech Inc. hat sich auf Planungs-, Analyse- und Ingenieursdienstleistungen rund um das Thema Wasserinfrastruktur spezialisiert: Kanäle, Abwassersysteme, Pumpanlagen und Dämme – nicht nur in den USA, sondern auch in Entwicklungsländern. Zudem betreibt das Unternehmen eigene Labore, in denen Wasser- oder Bodenproben auf Verunreinigungen hin untersucht werden.

Tetra Tech Inc. bietet auch Dienstleistungen für Bergbaukonzerne und die Ölindustrie an, macht also dreckige Branchen sauberer.

Die Prognosen von 8 Analysten für das laufende Fiskaljahr belaufen sich auf einen durchschnittlichen Gewinn je Aktie von 3,68 US-Dollar (rund 3,11 Euro) gegenüber 3,26 USD (rund 2,75 Euro) je Aktie im Vorjahr. Beim Jahresumsatz erwarten 8 Analysten durchschnittlich 2,49 Milliarden US-Dollar (2,10 Euro) im Vergleich zu 2,35 Milliarden US-Dollar (rund 2 Euro) im vorherigen Jahr.

Der Umsatz für das erste Quartal 2021 belief sich auf 599,8 Millionen US-Dollar (rund 506,7 Millionen Euro) – ein Plus von 2,71 Prozent im Vergleich zum Vorjahresviertel, in dem Tetra Tech 584 Millionen US-Dollar (rund 493 Euro) erwirtschaftet hatte. Die Dividende liegt bei 0,54 Euro. Die Dividendenrendite bei 0,55 Prozent.

 

BNP Paribas Funds Aqua Classic Capitalisation Fonds

Der erfolgreichste Wasserfonds

Unter den zehn bedeutendsten Wasserfonds der Welt ist er bezogen auf die Wertentwicklung der erfolgreichste: der luxemburgische BNP Paribas Funds Aqua Classic Capitalisation Fonds von der BNP Paribas Asset Management Luxembourg. Bei Jahreskosten von 2,23 Prozent schaffte er auf Fünf-Jahres-Sicht eine Performance von 87,7 Prozent und damit eine Verdoppelung im Vergleich zum schwächsten Wasserfonds, dem liechtensteinischen AMCFM Equity Global Water von der Accuro Fund Solutions AG, der bei Jahreskosten von 2,73 Prozent lediglich 43,9 Prozent Wertzuwachs im 5-Jahreszeitraum hinlegte. Ein Anteil des 2015 aufgelegten und 3,18 Milliarden Euro schweren Fonds kostet rund 194 Euro. Die Ausschüttungen sind thesaurierend, werden also nicht ausgezahlt, sondern gleich wieder angelegt.

 

RobecoSAM Sustainable Water Equities D Fonds

Der zweit-erfolgreichste Wasserfonds, aber mit weniger Jahreskosten

Mit Jahreskosten von 1,71 Prozent ist der RobecoSAM Sustainable Water Equities aus Rotterdam und Frankfurt einer der günstigsten Wasserfonds. Aber im Wertzuwachs kaum schlechter als der deutlich kostenintensivere BNP Paribas Funds Aqua Classic Capitalisation Fonds. 86,5 Prozent beträgt der Wertzuwachs auf Sicht von fünf Jahren. Zum Vergleich: Der globale Leitindex MSCI World, den die meisten Aktienfonds nicht schlagen, hat im gleichen Zeitraum 85 Prozent zugelegt.

Auch der RobecoSAM Sustainable Water Equities D Fonds ist ein Schwergewicht, sein Volumen beträgt derzeit knapp 2,8 Milliarden Euro. Aufgelegt hat ihn 2006 die niederländische Fondsgesellschaft Robeco, die mittlerweile zum japanischen Mischkonzern Orix gehört. Schwerpunkte des Fonds sind Wassertechnikanbieter (Pentair, Masco/Hansgrohe, Kurita Water) und Wasseranalysespezialisten (Thermo Fisher, Xylem, Agilent). Dazu Versorger wie Suez, Veolia oder Hera und der Waschmaschinenhersteller Haier.

Robeco investiert stärker als der Schweizer Fondsemittent Pictet in Mischkonzerne, die nur einen kleinen Teil ihrer Umsätze mit Wasser erzielen, etwa Danaher. Ein Fondsanteil kostet 495 Euro. Die Gewinne werden auch hier thesaurierend ausgeschüttet, landen also gleich wieder im Fondstopf.

 

Unterm Strich kann man bei keinem Wasserfonds etwas falsch machen

Sie investieren in Wasseraktien. Alle Wasserfonds haben sich gut bis sehr gut entwickelt. Der mit Abstand größte weltweit, der Schweizer Pictet-Water P Fonds, ist derzeit sogar wegen Überfüllung geschlossen. Fast 8 Milliarden Euro verwaltet der Fonds der Schweizer Privatbank Pictet derzeit – so viel, dass er nicht mehr weiß, wohin mit neuem Geld, und daher bis auf Weiteres keines mehr annimmt. Auf fünf Jahre gesehen hat er knapp 73 Prozent an Wert gewonnen – ein gutes Ergebnis. (FM)