Martin Thiel (51) aus Hamburg, Finanzvorstand und Co-CEO der TAG Immobilien AG aus Hamburg, führt die Liste der 15 Immobilienkrisen-Trotzer in Deutschland 2023 an © Unternehmensfoto mit freundlicher Genehmigung von Martin Thiel
Martin Thiel (51) aus Hamburg, Finanzvorstand und Co-CEO der TAG Immobilien AG aus Hamburg, führt die Liste der 15 Immobilienkrisen-Trotzer in Deutschland 2023 an © Unternehmensfoto mit freundlicher Genehmigung von Martin Thiel

Das Wohnungsunternehmen TAG Immobilien AG aus Hamburg, das Bürounternehmen AGROB Immobilien AG aus Ismaning bei München und das Stadtquartierunternehmen Diok One AG aus Köln führen die Liste der 15 Immobilienkrisen-Trotzer 2023 in Deutschland an, die Business-Leaders.net als neue Helden auf dem deutschen Immobilienmarkt ausgemacht hat.

Inhaltsverzeichnis:

Insgesamt 15 Immobilien-Unternehmen haben der Immobilienkrise 2023 erfolgreich getrotzt. Business Leaders wollte wissen: Wie haben sie das geschafft?

Nur wenige ließen sich in die Karten schauen. Hier drei Erfolgsrezepte:

Die TAG Immobilien AG aus Hamburg baut Wohnungen in Polen und gleicht deutsche Mietverluste mit Gewinnen aus Polen aus.

Die GIEAG Immobilien AG aus München überlebt dank „dem Zweisäulen Prinzip – also Projektentwicklung und Bestandshaltung“ von Wohnungen.  

Der Wohn- und Gewerbe-Player Aroundtown SA aus Luxemburg schaffte den Turnaround durch einen „beträchtlichen Pool an unbelasteten Vermögenswerten“.

Die Liste der 15 Immobilienkrisen-Trotzer auf dem deutschen Markt 2023:

  1. TAG Immobilien AG, Hamburg (Wohnungen)
  2. AGROB Immobilien AG, Ismaning (Büros)
  3. Diok One AG, Köln (Stadtquartiere mit Wohnen, Büros, Einzelhandel, Praxen, Pflege, Freizeit)
  4. CPI Property Group SA, Luxemburg (Büros, Wohnungen, Hotels)
  5. CA Immobilien Anlagen AG, Wien und Frankfurt am Main (Büros, Gewerbeimmobilien)
  6. GIEAG Immobilien AG, München (Wohnprojektentwickler)
  7. Aroundtown SA, Luxemburg (Wohnungen, Hotels, Büros, Einzelhandel, Logistik)
  8. GAG Immobilien AG, Köln (Wohnungen)
  9. Immovaria Real Estate AG, Nürnberg (Wohnungen, Nicht-Einzelhandel-Gewerbe)
  10. Daiwa House Modular Europe B.V., Montfoort, Niederlande und Bochum (Wohnungen)
  11. Capital Bay Group SA, Luxemburg und Berlin (Wohnungen)
  12. Franconofurt AG, Frankfurt am Main (Mehrfamilienhäuser, Wohn- und Geschäftshäuser, Konversion von Bürogebäuden zu Wohnhäusern)
  13. RCM Beteiligungs AG, Sindelfingen (Wohnungen)
  14. Stern Immobilien AG, Grünwald (Optimierung von substanzstarken Wohnobjekten, Geschäftshäusern sowie Grundstücken)
  15. Lübke Kelber AG (bislang Dr. Lübke & Kelber GmbH), Frankfurt am Main (Wohngebäude, Büros, Einzelhandel, Hotels, Gesundheitswesen, Leichtindustrie, Freizeit)

Beginnen wir mit Martin Thiel (51) aus Hamburg, Finanzvorstand und Co-CEO der TAG Immobilien AG, der uns am 17. November 2023 folgendes Interview gab. Sein erster Tipp: Immer schön flüssig bleiben.

  1. TAG Immobilien AG Martin Thiel: „Mehr Liquidität in der Bilanz halten“

Martin Thiel (51) aus Hamburg, Finanzvorstand und Co-CEO der TAG Immobilien AG aus Hamburg, führt die Liste der 15 Immobilienkrisen-Trotzer in Deutschland 2023 an © Unternehmensfoto mit freundlicher Genehmigung von Martin Thiel
Martin Thiel (51) aus Hamburg, Finanzvorstand und Co-CEO der TAG Immobilien AG aus Hamburg, führt die Liste der 15 Immobilienkrisen-Trotzer in Deutschland 2023 an © Unternehmensfoto mit freundlicher Genehmigung von Martin Thiel

Business Leanders: Wie Sie wissen, haben in diesem Jahr mehrere prominente Unternehmen des deutschen Immobilienmarktes Insolvenz angemeldet, wie Sie auch bei uns im August und Oktober 2023 lesen konnten.

Dazu kommt, dass fast sämtliche Marktteilnehmer aus der Branche hohe Werteverluste abschreiben mussten. Der Markt kennt momentan insgesamt nur eine Richtung: nach unten. Aber, wenn man sich das genau anguckt, da gibt es ein paar wenige Unternehmen, die zumindest nicht ganz so stark wie der Wettbewerb Verluste schrieben – oder sogar eine Tendenz nach oben hatten. Auch in den letzten Jahren. Auch in der Krise. Uns interessiert, warum das so ist.

Die TAG Immobilien AG steht als „Fels in der Brandung“. Wer vor 10 Jahren Ihre Aktie für 8,29 Euro gekauft hat, hat heute bei einem Kurs von 12,58 Euro einen Zuwachs von fast 52 Prozent. Also eine Veranderthalbfachung des Wertes. Wir finden: Dass das eine ausführliche Nachricht wert ist.

Sie schreiben noch immer operative schwarze Zahlen. In Ihrer Unternehmens-Pressemitteilung vom 13. November 2023 heißt es: „Wie bereits in den beiden vorangegangenen Quartalen konnte die TAG Immobilien AG (TAG) die positive operative Entwicklung auch im dritten Quartal 2023 fortsetzen.“ Warum steht die TAG Immobilien AG so gut da?

Martin Thiel: „Wenn man ehrlich ist, haben wir im letzten Jahr auch einen schlechten Kursverlauf gehabt. Das gehört ja auch ein bisschen dazu, dass wir jetzt wieder viel davon aufgeholt haben, was wir verloren haben. Wir sind auch selbst im Branchenvergleich jetzt über 2 Jahre hinweg gut dabei. Insofern über einen längeren Zeitraum stimmt das, dass wir, man muss ja leider bei Immobilienunternehmen sagen, zumindest einen geringeren Verlust hinnehmen mussten, als andere.“

Business Leaders: Wie ist Ihr 3. Quartal 2023 aus Ihrer Sicht ausgefallen, Herr Thiel?

Martin Thiel: „Das ist gut ausgefallen. Wir haben ein besonderes Announcement gehabt. Wir haben am Montagabend (13. November 2023 – Anmerkung der Redaktion) mitgeteilt, dass wir vorschlagen werden, zum zweiten Mal in Folge die Dividende auszusetzen. Da sagt man normalerweise, das ist eine Nachricht, die freut einen nicht so sehr. Aber wir haben vorher schon relativ klar kommuniziert, und das ist vielleicht auch schon mal was, so als Differenzierungsmerkmal gegen manch anderen: Wir wollen einfach jetzt mehr Liquidität in der Bilanz halten. Wir wollen in dem Umfeld etwas konservativer agieren.“

Martin Thiel: „Sehr gute Investitionsmöglichkeiten in Polen“

Martin Thiel weiter: „Und wir haben, das ist der zweite Punkt, sehr gute Investitionsmöglichkeiten in Polen. Deswegen war es so, dass wir am Ende des folgenden Tages mit einem Kursplus von fast sieben Prozent aus dem Handel gegangen sind. Also trotz Dividendenverzichts 7 Prozent Kursplus auf Basis von guten Ergebnissen war, meine ich, ein erfolgreicher Tag.“

Business Leaders: Wie bewerten Sie Ihre Konkurrenz?

Martin Thiel: „Ich kann ja mal versuchen zusammenzufassen, was bei uns anders ist. Wir sind nicht nur im deutschen Immobilienmarkt tätig, sondern auch in Polen. Und haben da mittlerweile über eine Milliarde Euro investiert in den letzten vier Jahren. Und machen in Polen Wohnungsneubau. Wo wir Wohnungen ganz klassisch an Einzelerwerber verkaufen oder Wohnungen bauen, die wir dann halten und vermieten. Und der polnische Wohnungsmarkt ist wirklich in einer sehr, sehr guten Phase. War 2022, als die Zinsen anfingen zu steigen, schwächer. Aber im Moment steigen die Verkaufspreise. Es gibt eine enorme Nachfrage. Völlig gegensätzlich zu dem, wie sich gerade bei uns so der Bauträgermarkt und der Developermarkt entwickeln.“

Business Leaders: Wie kommt das?

Martin Thiel: „Na ja, in Polen sind die Wohnungen heute noch bezahlbar. In Warschau kaufen Sie eine 50-Quadratmeter-Wohnung so für 150.000 Euro. Da sprechen wir von einer Neubauwohnung mit guter Qualität, mit Balkon, mit Tiefgaragenstellplatz. Und das ist für viele Polen nach wie vor gut leistbar. Und dann ist in Polen die Entwicklung schon so, dass die Zinsen da beginnen zu sinken. Es gibt auch relativ großzügige Förderprogramme für zinsgünstige Darlehen gerade für Menschen, die erstmals eine Wohnung kaufen. Und es ist natürlich so, das ist auch ein wichtiger Grund: Viele Ukrainer sind nach wie vor in Polen. Man weiß nicht genau, wie hoch die Zahlen sind, aber man schätzt, dass bis zu 2 Millionen Ukrainer in Polen leben und dort wahrscheinlich auch bleiben werden. Und auf eine Bevölkerung von 38 Millionen ist das natürlich eine ganze Menge.“

Business Leaders: Was muss sich aus Ihrer Sicht in Deutschland ändern, damit es auch insgesamt am Markt wieder vorwärts geht?

Martin Thiel: „Also, man muss, glaube ich, differenzierter schauen, wo ist eigentlich das Problem? Wo nicht das Problem ist, ist im operativen Geschäft als Vermieter von Wohnungen. Weil, das ist wohl klar: Die Mietern werden weiter steigen. Keiner hat Probleme mit fallenden Mieten, mit steigenden Leerständen. Das operative Geschäft läuft eigentlich gut. Das ist bei allen so. Was natürlich drückt, sind die hohen Zinsen. Da hat man es als Unternehmen nicht in der Hand, etwas dagegen zu machen. Ich glaube, wir haben jetzt eine Phase erreicht, wo die Zinsen hoffentlich ihren Höhepunkt erreicht haben. Im Moment stellen wir natürlich fest, dass Transaktionsmärkte ganz wenig ihr Momentum haben. Alle warten, wo entwickeln sich die Zinsen hin? Ich glaube, es wird sich auch für Bestandshalter von Immobilien, da gehören wir ja auch dazu, vieles schnell lösen, wenn die Zinsen mal anfangen zu sinken. Dann wird sich auch dieser Knoten am Transaktionsmarkt lösen. Dann werden die Refinanzierungskosten vielleicht etwas weniger, die Sie als Aufschlag bei jeder Finanzierung bekommen. Da mache ich mir um unser Geschäft keine Sorgen. Das ist auch das Gute bei Wohnimmobilien. Das Produkt passt. Und wenn verfügbar, wahrscheinlich wird man das jetzt bald sehen: Mit etwas gelinderen Zinsen sind wir wieder sehr gut platziert.“

Business Leaders: Sie mussten kein Tafelsilber verkaufen für Anleihen oder ähnliches?

Martin Thiel: „Ja, wir haben das zum Glück nicht in großem Umfang machen müssen. Wir haben im letzten Jahr 2.000 Wohnungen verkauft. Immerhin. Aber von 87.000. Und haben jetzt unser Programm weitgehend abgeschlossen. Das war eine überschaubare Größenordnung. Aber trotzdem war das eine Menge Arbeit, am Markt überhaupt 2.000 Wohnungen zu verkaufen, nicht nur in einer Transaktion, sondern in mehreren.“

Business Leaders: Die Wohnungsvermieterin Vonovia SE aus Bochum entwickelt zwar weiter Projekte, aber hat sich nun einen Baustopp auferlegt, wie Vonovia-CEO Rolf Buch (58) aus Gütersloh am 3. November 2023 in einer Pressemitteilung bekannt gab. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Martin Thiel: „Die Projektentwicklungszyklen sind lang“

Martin Thiel: „Wir machen in Deutschland gar kein Neubaugeschäft. Was ja eine Aussage ist seit vielen Jahren. Also, das ist jetzt nicht neu. Was wir in Polen intensiv und ausschließlich machen. So gehen wir in beiden Märkten unterschiedlich vor. Und in Deutschland, wir fanden das schon von jeher nicht so richtig attraktiv, die Renditen waren schon immer nicht besonders hoch, zumindest, wenn man es in großen Größenordnungen braucht. Es gibt ja viele erfolgreiche lokale Developer, die haben halt hier und da ein Grundstück. Aber bei einem Börsenunternehmen, wo man sagt, man muss Tausende von Wohnungen im Jahr bauen, so dass man eine signifikante Größenordnung bekommt, das war in Deutschland irgendwie überhaupt nicht möglich. Die Projektentwicklungszyklen sind lang. Das Problem hat sich ja jetzt noch mal verschlimmert. Jetzt kommen die hohen Zinsen dazu. Deshalb ist das ja im Moment eine richtige Krisensituation am Developermarkt in Deutschland.“

Business Leaders: Und würde es Ihnen in den Fingern jucken, jetzt gestoppte Projekte von Konkurrenten zu übernehmen? Wie etwa den von der Stadt Hamburg Anfang November 2023 wegen zu langer Untätigkeit gestoppten Bau der geplanten 250 Wohnungen der Neuen Mitte Stellingen am Hamburger Sportplatzring von der Berliner BUWOG Bauträger GmbH, einer Tochter der Vonovia SE? Das wären ja jetzt Schnäppchen für Sie.

Martin Thiel: „Nein, das juckt nicht. Sondern da juckt es eher in den Fingern, mehr in Polen zu machen.“

Business Leaders: Und die Stabilität ist tatsächlich auch gegeben in Polen?

Martin Thiel: „Ja, den Markt beobachten wir schon länger. Und wir sind jetzt seit 4 Jahren in Polen aktiv. Und es waren ja keine einfachen 4 Jahre. Also wir haben erstmalig Ende 2019 gekauft. Kurz danach begann Corona. So, dann war das ausgestanden. Dann begann der Krieg in der Ukraine, dem Nachbarland von Polen, mit dem starken Zinsanstieg. Und trotzdem haben wir in Polen in 4  Jahren wirklich eine sehr gute Zeit gehabt. Wenn wir mal in eine gewisse normale Welt kommen, dann, glaube ich, wird Polen wirklich auch langfristig ein guter Markt sein.“

Business Leaders: Wie kamen Sie auf Polen? Was war der Anstoß damals vor 4 Jahren?

Martin Thiel: „Meist ist das Leben ja von Zufällen geprägt. Man kann immer schön Stories erzählen, dass man ganz strategisch rangegangen ist. Aber tatsächlich war es so: Wir hatten, das war so die eigentliche Initialzündung, jemanden, von dem wir in Deutschland ein Portfolio gekauft haben. Dann sagt der, ‚Mensch, übrigens, ich bau gerade ein Portfolio in Polen. Ist das für euch was Interessantes?‘ Aus der Transaktion ist nichts geworden. Das haben wir nicht gemacht. Aber so haben wir überhaupt erst mal angefangen, uns mit dem Gedanken zu beschäftigen.“

Business Leaders: Darf ich fragen, auf dem Golfplatz?

Martin Thiel: „Nein, nein. Im Besprechungszimmer.“

Business Leaders: Ok, also ganz hanseatisch.

Martin Thiel: “Ja, ja. Ganz genau.“

Business Leaders: Herr Thiel, wir danken für Ihre Zeit und wünschen Ihnen viel Glück in Deutschland und in Polen.

  1. AGROB Immobilen AG erweitert seinen Büro-Campus im Landkreis München

Die AGROB Immobilien AG, Ismaning (Mittelbarer Mehrheitsgesellschafter mit 52,18 Prozent ist die UniCredit Bank AG, München, der Rest ist Streubesitz) schreibt noch immer schwarze Zahlen.

Vorstand Diplombetriebswirt Achim Kern (60) aus Renningen in Baden-Württemberg schrieb seinen Aktionären und Geschäftsfreunden am 28. August 2023: „Wir freuen uns, Ihnen auch wieder für das 1. Halbjahr 2023 positive Geschäftsentwicklungen unserer Gesellschaft präsentieren zu können.

Unsere Umsatzerlöse konnten in den letzten 3 Jahren kontinuierlich gesteigert werden, bei einem Halbjahresumsatz 2023 in Höhe von fast € 6 Mio. blicken wir auf eine 3‐Jahresentwicklung von ca. T€ 400 im Vergleich zum Halbjahresumsatz in 2021 mit € 5,6 Mio.

Mit einer einhergehenden Reduktion der Aufwandspositionen in diesem Zeitraum hat sich entsprechend auch unser Periodenergebnis zum Halbjahr 2023 mit € 1,6 Mio. im Vergleich zum Halbjahresergebnis 2021 um T€ 500 verbessert.

Eine ebenfalls sehr erfreuliche Nachricht können wir Ihnen aus dem operativen Bereich unserer Standortentwicklung verkünden: Das Landratsamt München hat für unser Neubauprojekt ‚set‘ die Baugenehmigung erteilt! Wir sind somit in der Lage, unseren Campus um 10.000 m² Bruttogeschossflächen für die Zukunft weiterzuentwickeln.“

Für das Gesamtjahr 2023 erwarten die AGROB Immobilien AG laut Ad-hoc-Mitteilung vom 26. Oktober 2023 ein Jahresergebnis von bis zu 1,8 Millionen Euro.

Achim Kern hat unsere Presseanfrage vom 30. Oktober 2023: Warum stehen Sie so verhältnismäßig gut da? leider noch nicht beantwortet.

  1. Diok One AG, Köln: Aktie legte in 3 Jahren 44,85 Prozent zu

Über den Zeitraum von 3 Jahren hat die Diok One AG-Aktie eine Performance von +44,85 %, meldete Wallstreet-Online.de am 30. Oktober 2023.

Während die 65 börsennotierten Immobilien-Aktiengesellschaften in Deutschland, zu denen die Diok One AG ja auch zählt, insgesamt im 3. Quartal 2023 im Vergleich zum 3. Quartal 2022 rund 17,7 Milliarden Euro (rund 21,23 Prozent) an Wert verloren, hat die Diok One AG im selben Zeitraum einen Zuwachs von 12,38 Prozent.

Auf unsere Presseanfrage an den CEO und Mitgesellschafter Daniel Grosch (57) aus Köln in NRW und Finanzvorstand Christoph Krieger (34) aus Seligenstadt am Main in Hessen vom 30. Oktober 2023: Wie begründet sich Ihre clevere Unternehmenspolitik? erhielten wir leider noch keine Antwort.

  1. CPI Property Group SA, Luxemburg: “Kraftpaket mit fast 400 Millionen Euro EBITDA“

CPI steht für Czech Property Investments. Die CPI Property Group SA gehört zu 89 Prozent dem tschechischen Immobilienmilliardär Radovan Vítek (52).

Die CPI Property Group SA schreibt noch immer schwarze Zahlen. Ex-CEO Martin Nemecek (bis 21. November 2023) schrieb in seinem Aktionärsbrief zur 1. Halbjahresbilanz 2023: „CPIPG ist ein ertragsstarkes Kraftpaket mit fast 400 Millionen Euro EBITDA (Einnahmen vor Steuern und Abgaben – Anmerkung der Redaktion) und mehr als 200 Millionen Euro FFO (Cash-Überschuss aus dem operativen Geschäft, welcher nachhaltig und wiederkehrend erwirtschaftet werden kann – Anmerkung der Redaktion) in H1 2023. Die vertraglich vereinbarte Bruttomiete für die Gruppe liegt bei mehr als 900 Millionen Euro (ohne Hotels), und es  freut mich, dass unser Hotelgeschäft (in dem CPIPG weiterhin Eigentümer/Betreiber bleibt) nun Einnahmen erzielt, die deutlich über dem Niveau vor COVID liegen. Das flächenbereinigte Mietwachstum war mit 8,3 % für H1 2023 ausgezeichnet, verglichen mit 7,6 % für das Gesamtjahr 2022.“

Während die 65 börsennotierten Immobilien-Aktiengesellschaften in Deutschland, zu denen die die CPI Property Group SA ja auch zählt, insgesamt im 3. Quartal 2023 im Vergleich zum 3. Quartal 2022 rund 17,7 Milliarden Euro (rund 21,23 Prozent) an Wert verloren hat, hat die CPI Property Group SA im selben Zeitraum einen Zuwachs von 2,25 Prozent.

Unsere Presseanfrage vom 31. Oktober 2023: Warum stehen Sie so gut da? wurde weder vom einstigen CEO Martin Nemecek, noch von seinem Nachfolger als CEO ab 21. November 2023, dem bisherigen Finanzvorstand David Greenbaum, leider noch nicht beantwortet.

  1. CA Immobilien Anlagen AG, Wien baut in Berlin schneller als geplant

Die CA Immobilien Anlagen AG aus Wien mit der CA Immo Deutschland GmbH in Frankfurt am Main schreibt noch immer schwarze Zahlen. Mehrheitsgesellschafter der CA Immobilien Anlagen AG ist mit 59 Prozent Anteil die Starwood Capital Group mit Chairman und CEO Barry Sternlicht mit Sitz in Miami Beach in Florida.

In der Pressemitteilung vom 23. August 2023 zum 1. Halbjahresbericht 2023 gab die CA Immobilien Anlagen AG bekannt: „CA Immo verzeichnete im 1. Halbjahr 2023 trotz des Verkaufs nicht-strategischer Immobilien einen Anstieg der Mieterlöse um 12% auf 118,2 Mio. €. Diese Entwicklung ist vor allem auf höhere Mieteinnahmen im Bestand (inkl. Miet-Indexierungen) und die Fertigstellung von Projektentwicklungen im Vorjahr zurückzuführen.“

Zur Jahreszielsetzung 2023 schrieb die CA Immobilien Anlagen  AG in derselben Meldung: „Für das Gesamtjahr 2023 wird ein FFO I von über 100 Mio. € erwartet (1,02 € je Aktie). Die EBITDA-Erwartung für das Geschäftsjahr 2023 wird von > 200 Mio. € auf > 250 Mio. € erhöht. Dies wäre ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Wert für 2022 (149,5 Mio. €).“

CEO Keegan Viscius aus Wien (Ex-Senior Vice President – Acquisition von 2011 bis 2018 der Starwood Capital Group aus Miami Beach) sagte zur Fertigstellung (ein halbes Jahr früher als geplant) eines 84-Meter-Büro-Hochhauses am Europaplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof mit einer Gesamtinvestition von 150 Millionen Euro am 29. September 2023: „Wir freuen uns, das zehnte Gebäude der CA Immo im Teilmarkt Europacity vorzeitig und unter Budget fertiggestellt und dem exklusiven Mieter KPMG zum Bezug übergeben zu haben.“

In dieser Pressemitteilung vom 29. September 2023 nennt die CA Immobilien Anlagen AG noch weitere Erfolge: „Zahlreiche Gebäude wurden von CA Immo auf dem Areal bereits fertig gestellt und in den eigenen Bestand übernommen. Dazu gehören der Tour Total, das John F. Kennedy Haus, das ebenfalls von KPMG gemietete Bürogebäude Heidestraße 58, das MY.B sowie das Bürogebäude am Kunstcampus. Unmittelbar auf dem Washingtonplatz hat CA Immo überdies das Solitärgebäude cube berlin realisiert. Erst kürzlich erfolgte zudem die Grundsteinlegung für das upbeat am Nordhafen, welches bereits vollständig an die Deutsche Kreditbank AG (DKB) vermietet ist und Ende 2025 fertiggestellt sein wird.“

Hinzu kommt Freude für Ihre Aktionäre: Wer vor 3 Jahren 1.000 Euro in die CA Immobilien-Aktie zum damaligen Kurs von 23,55 Euro investiert hat, hat nun 42,463 Anteile im Portfolio. Die gehaltenen Anteilsscheine waren am 30. Oktober 2023 1.307,86 Euro wert, da sich der letzte Kurs auf 30,80 Euro belief. Damit hat sich der Wert der ursprünglichen Investition um 30,79 Prozent gesteigert, wie Finanzen.net am 31. Oktober 2023 vorrechnete.

Auf unsere Presseanfrage an das Vorstands-Duo, CEO Keegan Viscius und Finanzvorstand Dr. Andreas Schillhofer (52) aus Frankfurt am Main vom 31. Oktober 2023: Warum steht Ihr Unternehmen momentan (noch) so verhältnismäßig gut da? sandte uns Unternehmenssprecherin Susanne Steinböck am 6. November 2023 folgende Antwort aus Wien:

 „Hallo Herr Maiwald,

leider muss ich Ihnen nun doch absagen in Bezug auf Ihre Presseanfrage – wir können leider nur selektiv Anfragen von für uns relevanten Medien bearbeiten, vor allem wenn es um Vorstands-Statements geht. Gerne kann ich Sie aber in unseren Presseverteiler aufnehmen bei Bedarf.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Susanne Steinböck
Group Head of Corporate Communications and Sustainability”

  1. GIEAG Immobilien AG, München: Erfolg durch 2-Säulen-Prinzip Projektentwicklung und Bestandshaltung

Der Senior-Analyst Thomas Wissler von der Hamburger SRH AlsterResearch AG schätzte nach einem Update Call mit der GIEAG Immobilien AG am 23. Oktober 2023 ein: „In der Summe bleiben wir für die GIEAG positiv gestimmt, was nicht zuletzt dem Zweisäulen Prinzip – also Projektentwicklung und Bestandshaltung – zu verdanken ist. Wir bestätigen daher unsere KAUFEN-Empfehlung“. Sein Kursziel: 12 Euro. Aktueller Kurs: 6,55 Euro.

Während die 65 börsennotierten Immobilien-Aktiengesellschaften in Deutschland, zu denen die GIEAG Immobilien AG ja auch zählt, insgesamt im 3. Quartal 2023 im Vergleich zum 3. Quartal 2022 rund 17,7 Milliarden Euro (rund 21,23 Prozent) an Wert verloren, hat die GIEAG Immobilien AG im selben Zeitraum einen Zuwachs von 214,65 Prozent.

Auf unsere Presseanfrage vom 31. Oktober 2023: Wie machen Sie das? schickte uns CEO und Hauptgesellschafter Philipp Pferschy (41) aus München bis heute nur eine Abwesenheitsnotiz: „Just Travelling“.

  1. Aroundtown SA, Luxemburg: „unbelastete Vermögenswerte“

Im 3. Quartal 2013 schaffte die Aroundtown SA einen Turnaround. Die Aroundtown SA machte einen Sprung von Plus 53,58 Prozent im Vergleich zum 2. Quartal 2023.

Der beträchtliche Pool an unbelasteten Vermögenswerten des Unternehmens in Höhe von 20 Milliarden Euro bietet finanzielle Flexibilität und zusätzliches Liquiditätspotenzial, wie dem Halbjahresbericht vom 30. August 2023 zu entnehmen ist. Die Aktie der Aroundtown SA kletterte in den letzten 6 Monaten von 1,03 Euro auf 2,20 Euro – mehr als das Doppelte.

Auf unsere Presseanfrage vom 9. November 2023 an den CEO, Barak Bar-Hen (46) aus Amsterdam, und den Finanzvorstand, Eyal Ben David (49) aus Berlin: Warum stehen Sie so verhältnismäßig gut da? sandte uns Pressesprecher Frederic Hilke aus Köln am 10. November 2023 folgende Antwort:

„Sehr geehrter Herr Maiwald,

vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an der Aroundtown SA.

Wir werden Ihre Anfrage prüfen und kommen gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt auf Sie zu.

Beste Grüße

i.A. Frederic Hilke

Pressebüro Aroundtown SA“

  1. GAG Immobilien AG, Köln baut und modernisiert fast 2.000 Wohnungen

Wie die GAG Immobilien AG in ihrer Pressemitteilung vom 14. September 2023 schrieb, hat das Unternehmen den „schlechten Rahmenbedingungen getrotzt“: „Zum Stichtag 30. Juni 2023 hat die GAG ein EBITDA, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, in Höhe von 90,2 Millionen Euro erwirtschaftet. Das bisherige Ergebnis legt ein Gesamtergebnis für 2023 in Höhe von mehr als 30 Millionen Euro nahe.“ Bis Ende Juni 2023 hat die GAG Immobilien AG in diesem Jahr 253 Wohnungen neu gebaut und 43 Wohnungen modernisiert. 1.998 Wohnungen befanden sich zur Jahresmitte im Bau oder in der Modernisierung.

Auf unsere Presseanfrage an die Vorständinnen, Diplomkauffrau Anne Keilholz (57) aus Berlin und Architektin Kathrin Möller (59) aus Köln,  sowie den Leiter Recht und Kommunikation, Markus Thiele aus Köln, vom 13. November 2023: Wie haben Sie den schlechten Rahmenbedingungen getrotzt? bekamen wir am 14. November 2023 folgende Antwort:

„Guten Tag Frank Maiwald,

vielen Dank für Ihre Mail und Ihre Anfrage. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir über die in der Pressemitteilung getätigten Aussagen hinaus keine Angaben machen. Weitere Informationen zu unseren geschäftlichen Aktivitäten erhalten Sie regelmäßig in unserem Geschäftsbericht.

Mit freundlichen Grüßen
i. A. Jörg Fleischer
Pressesprecher
Recht & Kommunikation“

  1. Immovaria Real Estate AG, Nürnberg: „Überwiegend lastenfreie Immobilien“

Wie es aussieht, hat sich die Immovaria Real Estate AG von Mehrheitsaktionär Siegfried Axtmann (64 Jahre, zu 58,85 Prozent Wirtschaftlich Berechtigter) aus Nürnberg langfristig an den richtigen Immobilienunternehmen beteiligt.

Wer vor zehn Jahren beim Börsengang der Immovaria Real Estate AG am 1. Handelstag, dem 17. Dezember 2013, an der Börse München für 10.000 Euro Aktien zum damaligen Kurs von 1,43 Euro gekauft hat, kann sich bei einem Kurs von 2,50 Euro am 20. November 2023 über einen Wert von 17.483 Euro freuen. Das ist beinahe eine Verdoppelung des Kapitals.

Auf der Homepage ire.ag heißt es zum Geschäftsmodell: „Die Immovaria Real Estate AG, die ihr Vermögen in Immobilien, Immobilienobjektgesellschaften und Beteiligungen aller Art investiert, verfolgt im Gegensatz zu den Mitbewerbern am Markt ein überwiegend eigenkapitalfinanziertes Geschäftsmodell, welches bereits seit 2012 sehr erfolgreich umgesetzt wird. Das Unternehmen erwirbt seine neuen Immobilien oder Objektgesellschaften in der Regel unabhängig von Bankpartnern rein durch Ausgabe neuer Aktien und hebt sich damit deutlich von den Mitbewerbern ab.

Die Immovaria Real Estate AG kann ihre Investitionsentscheidungen zumeist ohne Druck von Bankpartnern treffen und Entscheidungen im Sinne des Unternehmens und nicht im Sinne einer finanzierenden Bank treffen. Dadurch, dass der Fokus auf Immobilien mit Entwicklungspotential liegt, können Immobilien deutlich unter Verkehrswert erworben werden und das Unternehmen mit seiner Expertise die Werte dieser Objekte in den darauffolgenden Jahren heben. Erklärtes Ziel ist es, stets eine möglichst hohe Dividende an seine Aktionäre auszuzahlen.“

Und: „Dabei ist es entscheidend, dass überwiegend lastenfreie Immobilien in der Gesellschaft existieren und eingebracht werden.“

Unsere Presseanfrage vom 20. November 2023 an Alleinvorstand Sebastian König (47) aus Neustadt, den Prokuristen und Verantwortlichen für Investor Relations, Igor Martinenko (31) aus Nürnberg, sowie Prokuristin Andrea Dippacher (52) aus Forchheim: Wie genau wählen Sie Ihre Beteiligungen aus? wurde bis heute leider nicht beantwortet.

  1. Daiwa House Modular Europe B.V., Montfoort baut neben Tesla eine Megafabrik für Gäude-Module

Die Daiwa House Modular Europe B.V. aus Montfoort in den Niederlanden mit ihrer Tochter Daiwa House Modular Europe GmbH in Bochum konnte im vergangenen Jahr ihren Gesamtkonzernwert im Vergleich zum Jahr davor veranderthalbfachen – von rund 266 Millionen Euro auf rund 417 Millionen Euro.

Nach dem Community Campus in Bochum mit 737 Studentenapartments (der 12-Geschosser ist das höchste Modul-Gebäude in der EU) im vorigen Jahr, errichtet die DAIWA House Modular Europe B.V. seit Anfang diesen Jahres an  der Landsberger Allee 341 bis 343 in Berlin Alt-Hohenschönhausen auf einer alten  Brachfläche 1.500 Wohnungen. Es ist das weltgrößte Wohnprojekt aus Modulen.

In Fürstenwalde östlich von Berlin die Daiwa House Modular Europe B.V. 2022 für 14,5 Millionen Euro ein 15 ha großes Areal vom insolventen Stahlbehälterbauer Reuther STC gekauft und errichten nun unweit von Tesla ebenfalls eine Megafabrik – und zwar für Gebäude-Module. Die Produktion soll noch in diesem Jahr beginnen.

Auf unsere Presseanfrage vom 21. November 2023 an CEO Harry van Zandwijk (61) aus Amsterdam und die Vorstände Michael Koerts (52) aus dem niederländischen Vlist und Richard Brinkmann (54) aus dem niederländischen Bilthoven: Wie begründet sich Ihre clevere Unternehmenspolitik? erhielten wir leider bis heute noch keine Antwort.

  1. Capital Bay Group SA, Luxemburg baut in Berlin weltgrößtes Wohnprojekt aus Modulen

Der Immobilienentwickler Capital Bay Group SA aus Luxemburg und Berlin Schöneberg und die Immobilienbetreibergesellschaft 360 Operator GmbH aus Berlin Schöneberg, beide gehören Jörg Steffen (54), genannt George Salden, aus Berlin, stehen als „Felsen in der Brandung“. George Salden hat zum einen im Juni 2023 seine Pflegheimsparte Curata Gruppe aus Berlin erfolgreich saniert. Im Oktober 2022 hat seine Capital Bay Group S.A. mit dem Weltmarktführer für vorgefertigte Gebäudemodule, der Daiwa House Modular Europe B.V. aus Montfoort in den Niederlanden und Bochum, das joint venture creatingthefuture.eu gegründet.

Mit den Modulen verkürzt George Salden nach seinen Worten die Bauzeit um 50 Prozent.

Die Capital Bay Group SA baut seit Anfang diesen Jahres an  der Landsberger Allee 341 bis 343 in Berlin Alt-Hohenschönhausen auf einer alten  Brachfläche das weltgrößte Wohnprojekt aus Modulen mit 1.500 Wohnungen.

In Fürstenwalde östlich von Berlin errichtet die Capital Bay Group SA unweit von Teslas Gigafactory eine Megafabrik für Gebäude-Module. Geplanter Produktionsstart: noch 2023.

Auf unsere Presseanfrage vom 22. November 2023 an George Salden: Wie genau revolutionieren Sie die Immobilienbranche? hat Salden leider noch nicht geantwortet.

  1. Franconofurt AG, Frankfurt am Main: „Auf keinen Fall sind wir irgendwelche Helden“

Der von Christian Wolf (55) auf Frankfurt am Main zur Jahrtausendwende gegründete Frankfurter Wohnimmobilien-Investor Franconofurt AG hat seinen Bilanzgewinn im letzten Jahr um 1 Million Euro auf rund 13,6 Millionen Euro gesteigert.

Wer vor 18 Jahren zum Börsengang am 21. Juni 2005 eine Aktie zum Preis von 7,50 Euro kaufte, erhielt am 22. November 2023 dafür 950 Euro. Also rund das 127-Fache. Der Dividenden-Chart (Aktienkurs plus Ausschüttungen) ergibt laut MarketScreener in den letzten 13 Jahren von November 2010 bis November 2023 eine Wertentwicklung von rund 261 Prozent.

Während der Markt aus 65 an den Börsen in Deutschland notierten Immobilienunternehmen, zu denen die Franconofurt AG ja ebenfalls zählt, im dritten Quartal 2023 gegenüber dem zweiten Quartal 2023 insgesamt um 7,83 Prozent Werte verloren hat, hat die Franconofurt AG um 2,62 Prozent zugelegt.

Auf unsere Presseanfrage vom 22. November 2023: Warum steht die Franconofurt AG so gut da? antwortete CEO Christian Wolf am 24. November 2023:

„Sehr geehrter Herr Maiwald,

der nominal hohe Aktienkurs basiert auf einer Kapitalherabsetzung/Aktiensplitt von 7 Millionen auf 50.000 Aktien. Wir sind genauso betroffen vom Zinsanstieg wie alle anderen, unsere kurzfristigen Darlehen hätten uns fast gekillt Anfang 2023.

Auf keinen Fall sind wir irgendwelche Helden. Erzählen Sie Ihren Lesern bitte keine Märchen.

Unser Vorteil gegenüber anderen ist halt unser wertvoller Altbestand an Mietshäusern in bester Lage mit niedrigen Buchwerten. Der Nachteil ist, dass alle in den letzten drei Jahren gekauften Häuser weniger wert sind als der Buchwert aktuell. Das gleicht sich in etwa aus.

Die Firma ist auch mittlerweile eher ein Family Office, der freefloat beträgt max 5% . Und dass die Aktie in Hamburg gehandelt wird, erfolgt nicht auf unsere Veranlassung.

Mit freundlichen Grüßen

Slava Ukraini, Glory to the heroes

Christian Wolf”

  1. RCM Beteiligungs AG, Sindelfingen: Mit mehr Eigenkapital „neue Investitionschancen“

Das 1999 gegründete württembergische Wohnimmobilien-Unternehmen RCM Beteiligungs AG steht ebenfalls als „Fels in der Brandung“.

Die Einzelgesellschaft RCM Beteiligungs AG ist im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2023 in die Gewinnzone zurückgekehrt und weist einen leichten Gewinn aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 0,1 Millionen Euro (Vorjahresperiode minus 1,3 Millionen Euro) aus. Nachdem die RCM Beteiligungs AG ihre Verbindlichkeiten in der Einzelgesellschaft im laufenden Geschäftsjahr um 3,4 Millionen Euro zurückgeführt hat, erreicht deren Eigenkapitalquote nun 64,1% (31.12.2022 58,1%).

Hieraus ergeben sich nach Firmenangaben „neue Investitionschancen“. Die Gesellschaft freut sich, dass sie angesichts ihrer umfangreichen Eigenmittel- und Liquiditätsausstattung in der Lage ist, diese zügig nutzen zu können.

Auf unsere Presseanfrage vom 22. November 2023: Warum stehen Sie so gut da? gaben uns die Vorstände Martin Schmitt aus Gechingen in Baden-Württemberg und Reinhard Voss (63) aus Grafenau im Bayerischen Wald bislang leider noch keine Antwort.

  1. Stern Immobilien AG, Grünwald: „Schaffung von zusätzlichem Wohnraum“

Wie versprochen, löste die Stern Immobilien AG im September 2023 ihre 15 Millionen Euro schwere Altanleihe aus dem Jahre 2018 im September 2023 zu rund einem Drittel ab. Auf eine Folgeanleihe bis 2028 zur Ablöse der Altanleihe hat das Unternehmen verzichtet.

In der Einladung zur ordentlichen Hauptversammlung am 4. Dezember 2023 in München heißt es: „Die Gesellschaft hat in den vergangenen Jahren in erheblichem Umfang in neue Projekte investiert. Durch die Konzentration auf die Metropolregion München und Umland geht die Gesellschaft davon aus, sich trotz des derzeit herausfordernden Immobilienumfelds weiter positiv zu entwickeln.“

Die Stern Immobilien AG teilte am 30. Juni 2023 in einer Firmenmeldung mit: „Fokussiert auf innovative Nutzungskonzepte, die Nachverdichtung oder Optimierung von Standorten, strebt die STERN IMMOBILIEN AG auch zukünftig überdurchschnittliche Renditen bei der Immobilienbewirtschaftung an.

Bei dem 2021 erworbenen Wohnportfolio in München mit 152 Einheiten wurde planmäßig die Weiterentwicklung vorangetrieben. Es liegen bereits zwei Bauvorbescheide vor für die geplante Schaffung von zusätzlichem Wohnraum in ähnlicher Größenordnung wie bereits vorhanden.“

Während der Markt aus 65 an den Börsen in Deutschland notierten Immobilienunternehmen, zu denen die Stern Immobilien AG ja bislang ebenfalls zählte, im dritten Quartal 2023 gegenüber dem zweiten Quartal 2023 insgesamt um 7,83 Prozent Werte verloren hat, hat die Stern Immobilien AG um 40 Prozent zugelegt.

Auf unsere Presseanfrage vom 23. November 2023 an die beiden Vorstände Ralf Elender (51) aus dem bayerischen Wolnzach-Starzhausen und Eric Bichlmeier (51) aus dem bayerischen Vaterstetten: Was genau meinen Sie, wenn Sie von Ihren „innovativen Nutzungskonzepten“ und Ihrer „Optimierung von Standorten“ sprechen? haben wir leider noch keine Antwort erhalten.

  1. Lübke Kelber AG, Frankfurt am Main, kündigt Börsengang an

Die Lübke Kelber AG (bislang Dr. Lübke & Kelber GmbH) aus Frankfurt am Main verzeichnete 2022 einen Umsatz von rund 10 Millionen Euro und einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 1 Million Euro. Für das Jahr 2023 meldete das Unternehmen bereits Transaktionen in Höhe von rund 900 Millionen Euro und prognostiziert ein operatives Ergebnis, das mindestens dem Vorjahr entspricht.

In der Pressemitteilung vom 11. Oktober 2023 kündigte die Dr. Lübke & Kelber GmbH einen Börsengang als Lübke Kelber AG, die im November 2023 ins Handelsregister eingetragen werden soll, prospektfrei im Freiverkehr an der Börse Düsseldorf im Segment „Primärmarkt“ an, um neben der Transaktionsberatung künftig ihr Geschäft in den Bereichen Asset und Investment Management auszubauen.

Auf unsere Presseanfrage vom 24. November 2023 an die Lübke Kelber AG: Warum ist Ihr Geschäftsmodell so krisenresistent? haben Mehrheitsgesellschafter Jürgen Franz Kelber (66 Jahre, zu 94 Prozent Wirtschaftlich Berechtigter) aus Flein in Baden-Württemberg und die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Steffen Schaack (45) aus Frankfurt am Main und Marc Sahling (53) aus Schwerte in NRW leider noch nicht geantwortet.

(Autor: Frank Maiwald)

Youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=soCuWIbjgmo

Zusammenfassung: Nur wenige Unternehmen auf dem deutschen Immobilienmarkt zeigen sich krisenresistent. 15 schafften es auf die  Liste der Krisentrotzer 2023. Wir wollten wissen, wie sie das machen. Die TAG Immobilien AG aus Hamburg etwa baut Wohnungen in Polen und gleicht deutsche Mietverluste mit Gewinnen aus Polen aus. Die GIEAG Immobilien AG aus Köln überlebt dank „dem Zweisäulen Prinzip – also Projektentwicklung und Bestandshaltung“ von Wohnungen. Der Wohn- und Gewerbe-Player Aroundtown SA aus Luxemburg schaffte den Turnaround durch einen „beträchtlichen Pool an unbelasteten Vermögenswerten“.