Andreas Jelinek

Vorstand
Proindex Capital AG

Berufsweg:

Nach Abschluss seiner kaufmÀnnischen Berufsausbildung war er bis 1989 in verschiedenen Funktionen im internationalen Handel und Logistik tÀtig.

Seit 1990 ist Andreas Jelinek in der Finanzdienstleistungsbranche tĂ€tig und grĂŒndete 1992 das Finanzdienstleistungsunternehmen Jelinek & Partner. Im Jahr 1995 wurde das Einzelunternehmen in eine GmbH eingebracht und erhielt 1998 noch unter dem Namen Jelinek Finanzdienstleistungs GmbH eine Zulassung nach § 32 Kreditwesengesetz als Finanzdienstleistungsinstitut. Die Firma European Financial Advisors Services GmbH war als sogenanntes Haftungsdach fĂŒr die Wertpapiervermittlung tĂ€tig. Hier sammelte Andreas Jelinek Erfahrungen als GeschĂ€ftsfĂŒhrer eines Finanzdienstleistungsinstitutes und in der Anlageberatung fĂŒr Dachfonds.

Andreas Jelinek ist ein erfahrener Unternehmer und grĂŒndete verschiedene erfolgreiche Unternehmen. Seine zahlreichen Erfahrungen als Gesellschafter und GeschĂ€ftsfĂŒhrer oder Vorstand dieser Unternehmen bringt er seit dem 17. April 2015 als Vorstand in die Proindex Capital AG ein.

Qualifikationen:

Seit April 2015 Vorstand der Proindex Capital AG

Unternehmen - Proindex Capital AG:



Land- und Forstwirtschaft im Einklang mit der Natur

Die Triple A Trust-Unternehmensgruppe produziert Reale Werte: land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse, Lebensmittel und Energie....

Informationen:

Handelsregister:
Jena
Register Nummer:
HRB502804
USt.-ID.-Nr.:
DE261242025
Rechtsform:
Aktiengesellschaft
Branche:
Consultants / Berater
Mitarbeiter:
10
Weitere Informationen:
Referenzen:
La Rivera S.A.
Paso PĂ© S.R.L.
GT Industrial S.A.
Bionuts OOD
Green Value SCE

Auszeichnungen:

Scoredex-Siegel fĂŒr Proindex Capital AG

Transparenz:

100%


Als Vollmatrose der DDR-Handelsflotte bereiste der ThĂŒringer Andreas Jelinek (58) aus Suhl in jungen Jahren die ganze Welt. Heute verkauft er fruchtbares Land und nachhaltige Bewirtschaftung ab 30 Hektar in Paraguay – eine eigene Farm in SĂŒdamerika fĂŒr jedermann.

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 verkaufte er wie so viele Ostdeutsche Versicherungen und Finanzprodukte. Die Finanzkrise 2007 rĂŒttelte ihn auf. Seitdem sucht er nach Sachanlagen und autarken Überlebensmöglichkeit außerhalb des Brennpunkts Europa. Und fand vor 10 Jahren einen sicheren Lebens-Hafen in Paraguay. Als Aufforster und Farmer mit Rinderzucht, Fischfang, GemĂŒseanbau und Ölpflanzen (Rizinus).

Mitarbeiter und Fahrzeuge beim 11jÀhrigen JubilÀum der La Rivera S.A. der Estancia San Salvador in Paraguay © La Rivera S.A.

Mitarbeiter und Fahrzeuge beim 11jÀhrigen JubilÀum der La Rivera S.A. der Estancia San Salvador in Paraguay © La Rivera S.A.

Aber das tat er nicht nur fĂŒr sich. Sondern auch fĂŒr andere Deutsche, Österreicher und Schweizer.

Nach dem Vorbild des badischen Winzers Gerhard BĂŒhler, der nach dem I. Weltkrieg eine Überlebens-Fluchtburg suchte und 1919 in Paraguay die deutsche Colonia Independencia (Kolonie UnabhĂ€ngigkeit) grĂŒndete, in der heute 27.000 Menschen (davon 6.000 Deutsche) leben, hat Jelinek 2010 gleich nebenan in Villarrica die La Rivera S.A.  gegrĂŒndet.

Andreas Jelinek in der Baumschule Paso PĂ© (gegrĂŒndet 2012) in Villarrica im Departamento Guaira in Paraguay © La Rivera S.A.

Andreas Jelinek in der Baumschule Paso PĂ© (gegrĂŒndet 2012) in Villarrica im Departamento Guaira in Paraguay © La Rivera S.A.

Sie ist das AushĂ€ngeschild fĂŒr das Paraguay-Engagement der La Rivera S.A. Jelinek ist Vorstand und CEO.

Das HolzgeschÀft mit EukalyptusbÀumen, die er aufzieht und die schon nach 5 Jahren geerntet werden, lief auf Anhieb gut. Aber die Aufforstung ist nur der Anfang. Heute verhilft er jedem Interessierten zu eigenem Land oder auch zu einer eigenen Farm in Paraguay. Entweder als Zweitwohnsitz, zum Selber-Bewirtschaften oder zum Bewirtschaften-lassen. Wie das funktioniert?

Business Leaders rief Jelinek per Telegram auf seinem Handy an. Um 16 Uhr deutscher Zeit. Da ist es in Paraguay 10 Uhr vormittags.

 

Ab 500.000 Euro eine eigene Farm

 

Business Leaders: Herr Jelinek, erzÀhlen Sie uns von Ihrem neuesten Projekt.

Waldweide auf Farm mit Rindern und Eukalyptus in Paraguay © La Rivera S.A.

Waldweide auf Farm mit Rindern und Eukalyptus in Paraguay © La Rivera S.A.

Jelinek: „Die La Rivera S.A. arbeitet momentan mit unserer gesamten Mannschaft, 145 Leute, an der Aufforstung. Das ist unser GeschĂ€ft. Wir haben hier Kunden, die in Aufforstung von Wert- und Energieholz investieren. Ab einer Investitionssumme von 500.000 Euro gibt es die Möglichkeit zur GrĂŒndung einer eigenen Firma und wir ĂŒbernehmen das farm-management und die Bewirtschaftung. Das heißt, Sie grĂŒnden hier eine Gesellschaft. Die wird verwaltet von uns. Im Interesse der Investoren werden alle Arbeiten durch Spezialisten ausgefĂŒhrt und ĂŒberwacht. Die Gesellschaft wird gegrĂŒndet, dann wird das GrundstĂŒck gekauft und im Auftrag der Gesellschaft fĂŒr die Anpflanzungen vorbereitet, aufgeforstet und gepflegt. In der Regel machen wir Silvopastoril (Waldweide). Silvopastoril ist die Mischung aus Wald, etwas weniger BĂ€ume auf dem Hektar, 500 etwa, und dazwischen bleiben GrasflĂ€chen. Und diese GrasflĂ€chen benutzt man fĂŒr die Rindermast.“

Business Leaders: Also werde ich bei Ihnen mit einer Farm RinderzĂŒchter und Holzanbauer? Welches Holz?

70 Raummeter Schnittholz fÀhrt solch ein Truck aus dem Eukalyptuswald © La Rivera S.A.

70 Raummeter Schnittholz fÀhrt solch ein Truck aus dem Eukalyptuswald © La Rivera S.A.

Jelinek: „Ja. Sie mĂŒssen selber nichts tun. Eukalyptus. Wir produzieren Wertholz, also Balken, Bretter, Holzfertigprodukte et cetera, aber auch Energieholz wie Brennholz und Hackschnitzel.“

Business Leaders: Wie verkaufen Sie das Holz? Nutzen Sie den lokalen Markt?

Jelinek: „Momentan ja.  Der Holzbedarf in Paraguay ist sehr hoch. NatĂŒrlich ist es auch denkbar, Holz zu exportieren, aber dann Halb- oder Fertigprodukte. Die Transportkosten momentan sind sehr hoch.“

Business Leaders: Der baden-wĂŒrttembergische Forstwirt Josef Miller baut ja seit 2007 in Paraguay Eukalyptus und Kiefern an und verkauft das Holz als Hackschnitzel in der Region. Er musste seinen Waldinvestoren im Herbst 2020 raten, mit der Holzernte doch lieber zu warten, weil die Holzpreise im Keller sind. Wie gehen Sie solchen Problemen aus dem Weg?

Jelinek: „ Es gab hier in Pandemiezeiten einen deutlichen Einbruch, weil die Wirtschaft heruntergefahren war. Ein Großteil der Wirtschaft, auch der Landwirtschaft, der Trocknung, der Silos oder der GetrĂ€nkehersteller schrĂ€nkten die Produktion ein. Ja, durch die Auswirkungen der Pandemie gab es einen RĂŒckgang der Preise und es ist in so einer Situation sinnvoll, mit der Holzernte zu warten, bis die Preise wieder stabil sind. Alle produzieren Dampf, heiße Luft oder heißes Wasser mit Holz hier. Also es gibt hier kein Öl oder Gas. Sondern dieses Land Paraguay hat mit Ausnahme des Straßenverkehrs 100 Prozent saubere Energie. Das heißt, die Energieproduktion fĂŒr die WĂ€rme kommt komplett aus Holz.“

Business Leaders: Ok, ich bin interessiert. Ich habe 500.000 Euro, will eine Firma grĂŒnden, die eine Farm kauft. Wo komme ich an Sie ran? Wo muss ich mich hinwenden als Investor?

Jelinek: „Auf der Webseite der La Rivera S.A. www.larivera-py.com haben wir ein Kontaktformular. Hinterlassen Sie einfach dort Ihre Anfrage, und ein deutschsprachiger Mitarbeiter setzt sich dann mit Ihnen in Verbindung. Wir bauen gerade noch etwas Neues auf, eine Webseite dazu wird gerade erstellt. Wir sind da voll dabei. Gestern war wieder Projekttag fĂŒr das ganz neue Projekt, was wir haben:  die Fraktionierung.“

 

NĂ€chstes Projekt: BaugrundstĂŒcke nahe der Colonia Independencia

 

Typischer Garten in Guairå,  Paraguay

Typischer Garten in Guairå,  Paraguay

Business Leaders: Worum geht es bei der Fraktionierung?

Jelinek: „Wir machen einen großen Wohnpark. Momentan sind es etwa 300 BaugrundstĂŒcke. Er kann aber noch erweitert werden. Das ist so ein Bereich fĂŒr WohnhĂ€user und auch kleine Gewerbetreibende. Mit eigener Sicherheit und eigener Infrastruktur. Eine Schule, SupermĂ€rkte, alles in der NĂ€he und innerhalb von 15 bis 20 Minuten zu erreichen. In einer wunderschönen Lage direkt an der Colonia Independencia, etwa 7 Kilometer entfernt. Das ist eine deutsche Auswandererkolonie seit den 1920er Jahren. Das waren badische Weinbauern, die die Kolonie gegrĂŒndet haben. Die sind natĂŒrlich vor dem Elend nach dem I. Weltkrieg in Europa geflĂŒchtet. Dort leben so etwa 5.000, 6.000 Deutsche. Dort gibt es auch eine deutsche Schule. Komplett vom Kindergarten bis zum Abitur alles da. Die komplette Infrastruktur.“

Business Leaders: Was kostet da ein Haus? Muss man doch kaufen, wenn man da hinzieht, oder?

Jelinek: „Muss man nicht. Wir haben keinen Bauzwang in dem Zusammenhang. Wir machen eins: Sie kaufen ein GrundstĂŒck. Die GrundstĂŒcke sind so zwischen 800 und 2.000 Quadratmeter groß. Man kann aber auch zwei GrundstĂŒcke nebeneinander kaufen, wenn einem das zu wenig ist. Wir sind ungefĂ€hr ab 25 Euro pro Quadratmeter inklusive der gesamten Erschließung. (Zum Vergleich: Ein BaugrundstĂŒck im Rostocker Umland kostet 300 Euro pro Quadratmeter – Anmerkung der Redaktion). Erschließung heißt Strom, Wasser, Internet und natĂŒrlich die Straßen ringsum. Die Straßen landestypisch hier mit Steinen gepflastert. Richtig romantisch, wie wir es frĂŒher noch hatten. Das sorgt auch dafĂŒr, dass alle schön langsam fahren im Objekt. Da rast keiner. Ein neues Haus bekommt man in Paraguay schon fĂŒr etwa 50.000 Euro, nach oben sind natĂŒrlich keine Grenzen gesetzt.“

Business Leaders: Wer ist Ihre Zielgruppe? Wer soll da hin?

Jelinek: „Es gibt interessierte Paraguayer, die so etwas kaufen. Die Hauptzielgruppe sind natĂŒrlich MitteleuropĂ€er. Wir werden das in Mitteleuropa und in Paraguay vermarkten.“

 

Im Paket: Daueraufenthaltsgenehmigung

 

Business Leaders: Ist das ein Zweitwohnsitz oder Auswandern?

Jelinek: „Wir bieten folgendes an: Der Kunde kauft sich ein GrundstĂŒck. Wenn er will, kann er mit uns dann auch ein Haus bauen. Er kann sich aber auch frei am Markt orientieren. Er muss nicht mit uns. Im Paket bekommt er eine Daueraufenthaltsgenehmigung, vergĂŒnstigt fĂŒr 2 Erwachsene, gegebenenfalls fĂŒr einen besseren Preis fĂŒr die Kinder. Das heißt, ich habe dann   eine lebenslange, unkĂŒndbare Daueraufenthalt. Mit einem Tourismusvisum darf man ja nur 90 Tage bleiben. Das ist so eine Art ich sage mal Alterssitz, zweiter Wohnsitz fĂŒr Leute, die immer mal wieder raus wollen aus Deutschland, vor allem wenn schlechtes Wetter ist, wenn da Winter ist. Oder die hier ein GeschĂ€ft grĂŒnden wollen, hier gibt es viele gute GeschĂ€ftsmöglichkeiten. Also da gibt es viele Motive. Wenn Sie mal googeln Paraguay, da gibt es richtig viele im Moment.“

Business Leaders:  Was kostet eine Daueraufenthaltsgenehmigung?

Jelinek: „Eine Daueraufenthaltsgenehmigung fĂŒr 2 Erwachsene kostet 2.500 Euro. Das sind die Kosten der Erstellung mit allen GebĂŒhren. WĂ€hrend der Beantragungsphase muss ich umgerechnet rund 4.300 Euro hier hinterlegen bei der Nationalbank als Solvenz Nachweis. Das kann ich dann aber, wenn ich die Cedula habe, wieder abholen.“

Business Leaders: Also bauen Sie zwei Standbeine fĂŒr Investitionen in Paraguay auf – einmal eine Farm mit Waldweide, die Sie fĂŒr mich in meinem Auftrag dort betreiben, ich brauche mich nur zurĂŒcklehnen und warten, dass Sie das Holz und Fleisch verkaufen. Und als weitere Option einen Wohnsitz in einem Wohnpark, den ich auch vermieten kann. Oder?

Jelinek: „Ja klar, Sie können das Haus auch vermieten. Jetzt ist es gerade Winter und nur zwischen 15 und 20 Grad warm, da kommen weniger GĂ€ste. Aber im Sommer von September bis April, da haben wir im Schnitt 100 GĂ€ste pro Monat, die immer wieder zu uns kommen. Wir helfen ihnen mit unserem Netzwerk, dass sie ein bisschen auf die FĂŒĂŸe kommen. Dass sie wissen, wo es was gibt. Sie werden betreut, wir bieten einen Anlaufpunkt. Wir sind ja hier 145 Mitarbeiter. Die meisten, die im Office sitzen, sind zwei- oder dreisprachig. Deutsch, Englisch, Spanisch. Von daher ist auch die Infrastruktur da.“

Business Leaders: Was gefÀllt Ihnen persönlich in Paraguay?

Jelinek: „Wir haben hier ein wunderbares Wetter. Wir haben Kontinentalklima. Das ist nicht ganz so feucht wie vielleicht in den tropischen Gebieten. Und auch ausgewogen. Wir haben auch so was wie Jahreszeiten. Das vermisst man ja, wenn man als MitteleuropĂ€er lĂ€ngere Zeit da ist. Also wir haben auch einen Großteil der BĂ€ume, die im Herbst ihre BlĂ€tter verlieren. Und im FrĂŒhjahr blĂŒht alles. 9 Monate ist herrlichstes Wetter fĂŒr MitteleuropĂ€er. 28 bis 32 Grad. Über 300 Sonnentage und nachts so 21 bis 22 Grad. Also kann man auch bei offenem Fenster schlafen. Ausnahmen im Sommer in den heißen Monaten Dezember/Januar. Und die kalten Monate Juni/Juli, da wird es sehr frisch hier. Da kann die Temperatur mal auf 3 bis 4 Grad in der Nacht runtergehen.“

Business Leaders: Wie sind Sie auf Paraguay gekommen?

Jelinek: „Vor 12 Jahren haben wir Investitionsmöglichkeiten gesucht. Außerhalb von Europa. Mit der Diversifizierung, dass wir a) in einem anderen WĂ€hrungsraum sind, nicht im Euro und b), dass wir strategisch auch einen sicheren Punkt haben. Was wir jetzt sehen, die Entwicklung gibt es ja schon lĂ€nger, dass wir auf eine Eskalation in Mitteleuropa zulaufen. Und dann wollten wir auch was ökologisch, menschlich Wertvolles machen.“

 

„Denn durch die Wiederaufforstung schĂŒtzen wir den Regenwald“

 

Andreas Jelinek im Eukalyptuswald © La Rivera S.A.

Andreas Jelinek im Eukalyptuswald © La Rivera S.A.

Business Leaders: Was meinen Sie?

Jelinek: „Denn durch die Wiederaufforstung schĂŒtzen wir den Regenwald. Das verstehen viele nicht. Sie sagen, na ja Eukalyptus ist Monokultur und die ist nicht so gut. Aber es gibt hier leider keine sichere Alternative. Denn man kann den Urwald nicht wiederaufforsten, jedenfalls nicht in menschlichen Dimensionen. Und was der Markt braucht, ist Holz. Und wenn ich kein preiswertes, qualitativ hochwertiges Holz dem Markt zur VerfĂŒgung stelle, dann mĂŒssen die Leute in den Urwald gehen, illegaler Weise, und das Holz stehlen. Und da kann man drĂŒber diskutieren, ob der Eukalyptus gut oder nicht gut ist, was ĂŒbrigens Blödsinn ist. Unsere Herangehensweise ist pragmatisch: Wir haben 145 Mitarbeiter, alle sind sozialversichert, alle bekommen Mindestlohn oder mehr. Wir haben Arbeitsschutzkleidung, wie es sich gehört. RegelmĂ€ĂŸige Schulung der Mitarbeiter. Wir sind ein begehrter Arbeitgeber. Sie können sich vorstellen, auf eine Stelle habe ich hier 150 Bewerber momentan.“

Business Leaders:  Was bedeutet denn La Rivera, und wann haben Sie die Firma gegrĂŒndet?

Jelinek: „La Rivera S.A. ist gegrĂŒndet worden 2010. Das ist ein Name einer Region hier in Paraguay. Und das gefiel mir so gut. Ich hatte mehrere Guarani- Optionen als Vorratsgesellschaft (Der Name Paraguay bedeutet „Wasser, das zum Ozean geht“, abgeleitet von der Sprache der Ureinwohner, GuaranĂ­ – Anmerkung der Redaktion). Und der Name erinnert so ein bisschen an die Riviera. Aber die ist auch hier. Das ist ein Strand in Paraguay. Allerdings ein Strand an den FlĂŒssen. Hier sind die FlĂŒsse so groß in manchen Bereichen wie das Meer. Da denken Sie, Sie sind am Meer.“

Business Leaders: Das Meer ist aber ein StĂŒck weg oder?

Jelinek: „Zwei Flugstunden. Wie von Berlin nach Malle.“

 

Exit aus Bio-Haselnuss und Walnuss in Bulgarien

 

Business Leaders: Eines Ihrer Zielinvestments sind auch Bio-HaselnĂŒsse und Bio-WalnĂŒsse?

Jelinek: „Die haben wir in Bulgarien. Dort haben wir zwei Tochtergesellschaften, die unter dem Namen Bionuts zusammengefasst wurden. Wir wollen diese Gesellschaften nicht weiter forcieren. Das sind 140 Hektar, die haben wir damals gĂŒnstig im Grenzgebiet zu Griechenland erwerben können. Wir werden das aber jetzt verkaufen, um uns auf Paraguay zu konzentrieren.“

Business Leaders: Ich muss mal zurĂŒckfragen. Steigen Sie aus Bulgarien aus, weil es nicht profitabel ist?

Jelinek: „Wir hatten letztes Jahr sogar so viele NĂŒsse an den BĂ€umen, dass wir sie abpflĂŒcken mussten, sonst wĂ€ren die Äste gebrochen. Die Problematik ist: Wir können uns nicht zerteilen. Wir haben nicht genug Ressourcen. Wir nutzen jetzt den Verkauf und konzentrieren uns aufgrund der gesamten Entwicklung ganz auf Paraguay.“

Business Leaders: Man wird bei Ihnen wirklich EigentĂŒmer oder?

Jelinek: „Richtig, der Kunde kauft direkt das GrundstĂŒck. Er bekommt einen richtigen GrundstĂŒckstitel und ist dann EigentĂŒmer seiner Parzelle.“

Business Leaders: Und bei der Objektgesellschaft?

Jelinek: „Bei dem Farm-Konzept, wo der Kunde eine GmbH grĂŒndet, wird er direkt EigentĂŒmer der der GmbH Anteile. Er grĂŒndet eine Gesellschaft oder ĂŒbernimmt von uns eine Vorratsgesellschaft. Und bei den GrundstĂŒckskĂ€ufen wird der Kunde persönlich EigentĂŒmer der FlĂ€che.“

Business Leaders: Und dann?

Jelinek: „Der Kunde kauft das Land und macht mit uns einen Aufforstungs- und Pflegevertrag. Er beauftragt uns als Dienstleister, seine FlĂ€che zu bearbeiten. Wenn er das nicht will, kann er sich auch jemand anderes suchen. Das heißt, er hat die Freiheit zu sagen, nein, ich will das anders machen. Der Kunde erhĂ€lt im Prinzip auch selbst das Holz, wenn er möchte. Also er kann auch das Holz haben, wenn er das selber vermarkten will, wenn er dazu in der Lage ist und das kann. Da ist er völlig frei in seiner Entscheidung. Wenn er meint, er bekommt irgendwo einen besseren Preis. Wir machen ihm immer VorschlĂ€ge.“

Business Leaders: Herr Jelinek, ich danke Ihnen fĂŒr das Interview.

Lesen Sie im zweiten Teil des Interviews auf news.scoredex.com, warum in SĂŒdamerika nach Jelineks Erfahrung nur ein Land zum Investieren in Frage kommt: Paraguay. Veröffentlicht am 30. Juni 2022. (FM)

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