Vier Milliarden Menschen weltweit haben laut UNICEF keinen verlässlichen Zugang zu sanitären Grundeinrichtungen und Waschgelegenheiten. Die WHO schätzt, dass konsequente Handhygiene jährlich rund 1,4 Millionen Todesfälle verhindern könnte. Gleichzeitig verbraucht das alltägliche Händewaschen in Industrieländern erhebliche Mengen Wasser. Genau an dieser Schnittstelle positioniert sich Soapeya: eine wasserlose Handseife, die hygienische Handreinigung ohne Wasser ermöglichen soll – und zugleich zum Investment eines börsennotierten Frankfurter Finanzkonzerns geworden ist.

 

Was ist Soapeya?

Soapeya ist eine wasserlose Handseife der Save the Water Holding AG. Statt Wasser und Schaum nutzt das Produkt ein pflanzenbasiertes Granulat, das Schmutz und Mikroorganismen durch Reibung von den Händen löst. Nach rund 30 Sekunden wird das Granulat einfach abgeklopft – ein Spülvorgang ist nicht erforderlich. Entwickelt wurde Soapeya vor allem für Regionen mit Wasserknappheit sowie für mobile Einsatzbereiche, in denen klassische Handwäsche nur eingeschränkt möglich ist.

 

Auf einen Blick: Die wichtigsten Fakten zu Soapeya

 

  • Was ist Soapeya? Ein granulatbasiertes System zur Handhygiene ohne Wasser, das laut Unternehmensangaben eine Reinigungsleistung von 99,5 Prozent erreicht.

 

  • Wer investiert in Soapeya? Die börsennotierte DN Group AG hält seit Juni 2025 9,5 Prozent an der Save the Water Holding AG und sieht in Soapeya ein skalierbares Impact-Investment.

 

  • Wie fällt der Praxistest aus? Feldstudien zeigen eine hohe Akzeptanz in Schulen und auf Märkten, gleichzeitig bestehen Vorbehalte im medizinischen Bereich.

 

So funktioniert Soapeya

Soapeya ersetzt die klassische Handwäsche durch eine trockene Handreinigung. Das Granulat enthält pflanzenbasierte Inhaltsstoffe, die Schmutzpartikel und Mikroorganismen binden. Gleichzeitig sorgt die feine Körnung für einen mechanischen Reinigungseffekt. Nach etwa 30 Sekunden intensiven Händereibens werden die Rückstände einfach abgeklopft.

Nach Unternehmensangaben bescheinigte das unabhängige Prüfinstitut Dermatest Soapeya eine Reinigungsleistung von 99,5 Prozent auf künstlich verschmutzten Händen. Zusätzlich erhielt das Produkt das Siegel „Microbiome Friendly“, da die natürliche Hautflora laut Test nicht beeinträchtigt werde. Die zugrunde liegenden Prüfberichte sind allerdings nicht öffentlich verfügbar. Eine unabhängige wissenschaftliche Bewertung durch Fachgesellschaften steht bislang aus.

 

 

Welche Vorteile bietet Soapeya?

Die wasserlose Handseife soll insbesondere dort Vorteile bieten, wo Wasser knapp oder gar nicht verfügbar ist.

Zu den wichtigsten Vorteilen zählen:

  • Handreinigung ohne Wasser
  • keine zusätzliche Infrastruktur erforderlich
  • schneller Einsatz in Katastrophengebieten
  • geeignet für mobile Arbeitsplätze und Außeneinsätze
  • geringerer Wasserverbrauch
  • potenziell geringerer Ressourcenbedarf gegenüber klassischer Handwäsche

➡️ Gerade in Regionen mit eingeschränkter Wasserversorgung könnte Soapeya eine Alternative zur herkömmlichen Handwäsche darstellen.

 

Gibt es auch Nachteile?

Neben den potenziellen Vorteilen zeigen erste Feldstudien auch Grenzen.

Dazu gehören:

  • ungewohnte Anwendung ohne Wasser und Schaum
  • psychologische Vorbehalte gegenüber einer trockenen Reinigung
  • bislang nur begrenzte unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen
  • eingeschränkte Akzeptanz im klinischen Umfeld

➡️ Insbesondere medizinisches Personal verbindet hygienische Handreinigung häufig mit Wasser und sichtbarer Schaumbildung. Dieses gewohnte Reinigungsempfinden beeinflusst die Akzeptanz stärker als objektiv gemessene Reinigungsergebnisse.

 

Der Investment-Case hinter Soapeya

Im Juni 2025 beteiligte sich die DN Group AG (vormals DN Deutsche Nachhaltigkeit AG, ISIN DE000A3DW408) im Rahmen einer Barkapitalerhöhung mit 9,5 Prozent an der Save the Water Holding AG.

Für den Frankfurter Equity-Investor unter CEO Ole Nixdorff passt Soapeya in die Strategie des Impact Investing. Investiert wird gezielt in Unternehmen, die wirtschaftliches Wachstum mit messbarer gesellschaftlicher Wirkung verbinden möchten. Zum Portfolio der DN Group AG gehören unter anderem Beteiligungen aus den Bereichen Windenergie, vegane Materialien und Künstliche Intelligenz.

Nach eigenen Angaben erzielte die DN Group im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresüberschuss von 23,1 Millionen Euro. Die Analysehäuser GBC AG und First Berlin Equity Research veröffentlichten Kursziele zwischen 6,20 und 6,90 Euro. Solche Einschätzungen stellen Meinungen einzelner Analysten dar und ersetzen keine individuelle Anlageberatung.

 

Soapeya im Praxistest: Erfahrungen aus Mosambik

Ob eine wasserlose Handseife funktioniert, entscheidet sich letztlich nicht im Labor, sondern im Alltag.

In der mosambikanischen Provinz Sofala führte das Hilfswerk International im Juli 2025 eine 30-tägige Akzeptanzstudie mit 286 Teilnehmenden durch. Auftraggeber und Finanzierung erfolgten durch das Unternehmen, weshalb die Ergebnisse entsprechend eingeordnet werden sollten.

Die Resultate fallen differenziert aus.

In Schulen erreichte Soapeya Bewertungen von bis zu 4,8 von 5 Punkten hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit und wahrgenommenem Wasserspareffekt. Rund 71 Prozent der Teilnehmenden konnten sich eine dauerhafte Nutzung vorstellen.

Auf Märkten lag das subjektive Sauberkeitsgefühl zwar niedriger, die Nutzungsabsicht war mit 84 Prozent jedoch sogar höher.

Deutlich kritischer fiel die Bewertung in Gesundheitseinrichtungen aus. Für Anwendungen im Bereich Geburtshilfe erhielt Soapeya lediglich 2,7 von 5 Punkten. Obwohl objektiv keine Produktrückstände auf den Händen festgestellt wurden, empfanden viele Beschäftigte die trockene Reinigung ohne Wasser als ungewohnt und weniger vertrauenswürdig.

Gerade dieser Befund macht die Studie interessant: Sie zeigt nicht nur die Potenziale von Soapeya, sondern auch die Grenzen einer neuen Form der Handhygiene.

 

 

Pilotprojekt in Ghana

Ein weiteres Pilotprojekt entstand gemeinsam mit Plan International in Ghana.

Landarbeiterinnen berichteten laut Unternehmensangaben nicht nur von einer verbesserten Hygiene, sondern auch von einer schnelleren Regeneration beanspruchter Hände. Für diese Beobachtungen liegen bislang jedoch keine kontrollierten dermatologischen Studien vor.

 

Wo eignet sich Soapeya besonders?

Nach bisherigem Kenntnisstand könnte Soapeya insbesondere eingesetzt werden in:

  • Schulen
  • Katastrophengebieten
  • Flüchtlingsunterkünften
  • Entwicklungshilfeprojekten
  • Landwirtschaft
  • Outdoor- und Campingbereichen
  • mobilen Arbeitsplätzen
  • humanitären Einsätzen

Für hochsensible medizinische Anwendungen besteht dagegen weiterer Forschungsbedarf.

 

Nachhaltigkeitsziele und Unternehmensprognosen

Im Rahmen seiner Strategie „Vision 2030“ formuliert Save the Water Holding AG unter anderem folgende Zielgrößen:

  • 500 Millionen Handreinigungen pro Jahr
  • 250 Millionen Kubikmeter eingespartes Trinkwasser
  • 300 Millionen zusätzlich erreichte Menschen
  • mehr als 60 Millionen potenziell verhinderte Infektionen jährlich

Dabei handelt es sich um strategische Unternehmensziele und Prognosen für die zukünftige Entwicklung. Auch weitere Angaben des Unternehmens, etwa zu möglichen Wasser- oder CO₂-Einsparungen, basieren auf unternehmenseigenen Berechnungen und Szenarien. Eine unabhängige wissenschaftliche Validierung dieser Zielgrößen liegt nach aktuellem Stand nicht öffentlich vor.

 

Einordnung: Soapeya zwischen Innovation und Impact Investing

Soapeya steht beispielhaft für einen wachsenden Trend im Impact Investing. Produkte mit gesellschaftlichem Nutzen werden zunehmend als wirtschaftlich skalierbare Geschäftsmodelle entwickelt. Dadurch können soziale Innovationen unabhängiger von klassischen Spendenstrukturen werden.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Transparenz. Wenn Wirkung und wirtschaftlicher Erfolg eng miteinander verbunden sind, gewinnen unabhängige Studien, externe Prüfungen und nachvollziehbare Kennzahlen an Bedeutung.

Die bisher veröffentlichten Daten zu Soapeya zeichnen ein differenziertes Bild. Besonders positiv fällt auf, dass nicht ausschließlich erfolgreiche Ergebnisse kommuniziert werden, sondern auch bestehende Akzeptanzprobleme offen dokumentiert sind. Ob sich Soapeya langfristig als nachhaltige Alternative zur klassischen Handwäsche und als erfolgreiches Impact-Investment etabliert, dürfte maßgeblich von weiteren unabhängigen Untersuchungen und einer breiteren praktischen Anwendung abhängen.

 

FAQ zu Soapeya

Was ist Soapeya?

Soapeya ist eine wasserlose Handseife der Save the Water Holding AG. Das Granulat reinigt Hände ohne Wasser durch mechanische Reibung und pflanzenbasierte Inhaltsstoffe.

Wie funktioniert Soapeya ohne Wasser?

Das Granulat bindet Schmutz und Mikroorganismen. Nach rund 30 Sekunden Händereiben werden die Rückstände einfach abgeklopft.

Ist Soapeya wissenschaftlich getestet?

Nach Unternehmensangaben liegen Labortests von Dermatest sowie Feldstudien in Mosambik vor. Eine umfassende unabhängige wissenschaftliche Bewertung steht bislang noch aus.

Kann Soapeya Desinfektionsmittel ersetzen?

Derzeit nicht allgemein. Soapeya dient der Handreinigung und ist nicht automatisch mit einer medizinischen Händedesinfektion gleichzusetzen. Für den Einsatz in sensiblen klinischen Bereichen sind weitere Untersuchungen erforderlich.

Wo wird Soapeya eingesetzt?

Bisher unter anderem in Schulen, auf Märkten und in Gesundheitseinrichtungen in Mosambik sowie in einem Landwirtschaftsprojekt in Ghana.

Für wen eignet sich Soapeya?

Vor allem für Regionen mit Wasserknappheit, humanitäre Einsätze, Entwicklungshilfe, mobile Arbeitsplätze und Situationen, in denen kein fließendes Wasser verfügbar ist.

Kann man in Soapeya investieren?

Direkt nicht. Investoren können sich jedoch mit der DN Group AG an einem Unternehmen beteiligen, das seit Juni 2025 mit 9,5 Prozent an der Save the Water Holding AG beteiligt ist.