Die junge Generation wird bereits mit dem Problem, dass das System der Rente nicht auf den demografischen Wandel vorbereitet wurde, ins Leben starten. Im Vergleich dazu geht es den heutigen Rentner gut. In 20, 30 Jahren werden wir darunter leiden, dass wir relativ wenig Junge und dafür viele alte Menschen haben, sagt Professor Axel Börsch-Supan, Leiter des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik in München.

Rente für die junge Generation wird zum Problem
Rente für die junge Generation wird zum Problem

Niveau der Rente noch zu hoch

Das Rentenniveau müsste sinken um den demografischen Wandel aufzufangen. Doch die Bundesregierung tut das Gegenteil. Dafür wurde die sogenannte doppelte Haltelinie in die Rente eingezogen. Bis 2025 darf das Niveau der Rente nicht unter 48% fallen und die Beitragssätze nicht über 20% steigen. Die Rentengarantie verhindert absinken des Rentenniveaus. Grundsätzlich ist es so, dass die Renten den Löhnen folgen. Sinken die Löhne, so müsste die Rente auch sinken. In der Politik wird dies als Nachholfaktor bezeichnet. Die durch die Corona-Pandemie bedingte Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit führt zu einem absinken des Lohnniveaus. Die Renten blieben allerdings auf dem selben Niveau, wie vor der Corona-Pandemie.

Nachholfaktor durch Rentengarantie eingetauscht

Die große Koalition bestehend aus Union (CDU/CSU) und SPD schaffte den Nachholfaktor 2018 ab und ersetzte ihn durch die Rentengarantie. Das heisst, die Rente bleibt auf einem konstanten Niveau, auch wenn die Löhne sinken, kritisiert Professor Börsch-Supan. In Zukunft müssen Beitragszahler für Rentenzahlungen einspringen. Wenn die Rentenbeiträge nicht mehr ausreichen, dann muss die Lücke vom Steuerzahler geschlossen werden. Im Jahr 2020 wurde das Umlagesystem der Rente mit Steuergeldern in Höhe von 106 Milliarden Euro unterstützt. Das entspricht etwa einem Drittel des gesamten Haushaltes der Bundesrepublik Deutschland. Dabei sind Kredite, die für die Bekämpfung der Corona-Pandemie aufgenommen wurden, nicht eingerechnet.

Der Generationsvertrag wackelt

Alleine schon wegen des demografischen Wandels befindet sich das Umlagesystem der Rente bereits im Wanken. 2020 waren es noch zwei Beitragszahler, die eine Rente finanzierten. 2050 werden es nur noch 1,2 Beitragszahler sein. Die junge Generation wird immer mehr zahlen müssen, aber wird selbst immer weniger Bezüge bekommen. Für die mittlere Generation, die sich auf die Bezüge verlassen hat, wird es besonders kritisch. Ihnen bleibt nicht mehr viel Zeit für die private Vorsorge.