Als Einsteiger in das Investment an der Börse fragen sich viele, wo das Geld besser angelegt ist und vergleichen daher Aktien vs. ETFs. Die Wahl zwischen dem Kauf von Aktien oder einem börsengehandelten Fonds (ETF) fällt nicht leicht und hängt von vielen Faktoren ab. Diese Entscheidung unterscheidet sich nicht von jeder anderen. Wie bei den meisten Anlageentscheidungen steht ein geringes Risiko bei einer möglichst hohen Rendite im Vordergrund. Im Fall Einzelaktien vs. ETFs hängt es von der persönlichen Motivation und dem verfügbaren Kapital ab, welche Anlageform besser geeignet ist.

Bei Aktien vs. ETFs stellt sich die Frage, ob ein einzelnes Unternehmen besser ist als viele zusammen

Bei Aktien vs. ETFs stellt sich die Frage, ob ein einzelnes Unternehmen besser ist als viele zusammen

Unterschied von Aktien vs. ETFs in Kürze

Aktien vs. ETFs – Was ist besser? Viele Privatanleger stellen sich diese Frage und ob eine Investition überhaupt sinnvoll ist. Die wichtigsten Unterschiede für die Entscheidung Aktien vs. ETFs bei Kapitalanlagen sind die folgenden Punkte:

  • Mit einem ETF investiert man in viele Unternehmen, während Aktien nur von der Entwicklung eines einzelnen Unternehmens profitieren.
  • Aktien sind im Vergleich zu ETFs viel volatiler: Der Kurs schwankt stärker durch äußere Einflüsse und bietet dadurch mehr Potenzial für Gewinne und Verluste (Mehr Risiko = Mehr Chancen)
  • Die Wertentwicklung von ETFs hängt häufig von anderen Faktoren ab, als von Einzelaktien.
  • Allgemein gilt für den Anleger, dass Aktien mehr Zeitaufwand benötigen als ETFs.
  • ETFs – allgemeines Wissen vs. Aktien – spezialisiertes Fachwissen.
 

ETF

Aktie

Vermögenswert

Viele Unternehmen

Ein Unternehmen

Rendite

Begrenzt – träge, Sprünge selten

Unbegrenzt – positiv und negativ

Risiko

Geringeres Risiko durch Diversifizierung in viele Unternehmen gleichzeitig

Höheres Risiko durch Einzelinvestment – Totalverlust

Gebühren/Kosten

Niedrige Handelsgebühren, Sparpläne, laufende Kosten unter 1 %

Höhere Handelsgebühren (meistens) – keine Sparpläne, keine laufenden Kosten

 

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Aktien

Eine Aktie ist eine Form des Eigentums an einem börsennotierten Unternehmen, die dem Anleger Vorteile wie Dividenden und Stimmrechte einräumt. Eine Aktie (Stammaktie) reicht bereits aus, um an der jährlichen Hauptversammlung teilzunehmen, um von seinem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Aktien können bei einem Broker an der Börse gehandelt werden. Einige Anbieter oder Handelsplätze verlangen eine Gebühr für jedes Kauf- oder Verkaufsangebot.

Aktien haben ein unterschiedliches Maß an:

  • Kursvolatilität – einige weisen im Vergleich zu anderen stärkere Kursschwankungen auf
  • Liquidität – einige werden im Vergleich zu anderen häufiger gekauft oder verkauft

Wenn Sie Aktien kaufen, werden Sie im Grunde zu einem Teileigentümer des Unternehmens. Sie können Aktien von kleinen Unternehmen und führenden Firmen kaufen, darunter auch bekannte Namen wie Coca-Cola oder Apple.

Stammaktie vs. Vorzugsaktie

Innerhalb der beiden häufigsten Aktienkategorien – Stammaktien und Vorzugsaktien – gibt es noch viele weitere Arten. Kauft man eine Aktie an der Börse, erhält man normalerweise eine Stammaktie. Mit einer Stammaktie erhält man nach dem Aktiengesetz das Recht zur Teilnahme an der Hauptversammlung und damit auch das Stimm- und Auskunftsrecht, sowie ein Recht auf die Anfechtung von Beschlüssen. Eine Vorzugsaktie hat im Gegensatz zur Stammaktie kein Stimmrecht, dafür aber eine Vorabdividende mit einer höheren Gewinnbeteiligung. Können die höheren Gewinne nicht ausgezahlt werden, erhalten Vorzugsaktien ein Stimmrecht, bis der fälligen Zahlungen geleistet werden.

Dividende durch Aktien

Einige Unternehmen zahlen Dividenden an ihre Aktionäre, d. h. sie geben einen bestimmten Prozentsatz ihrer Gewinne weiter. Ein Unternehmen kann zum Beispiel eine Dividende von 0,20 € pro Aktie zahlen. Die gesamte Dividende ergibt sich dann aus der Anzahl der Aktien und der Dividende pro Aktie. Dividendenstrategien sind ein Weg ein einfaches passives Einkommen aufzubauen, da einige Unternehmen ihre Aktien attraktiv machen, indem die Dividende jedes Jahr erhöht wird. Schafft ein Unternehmen das über 25 Jahre wird die Aktie zu einem Dividendenaristokraten. Vorzugsaktien eignen sich bei Kleinanlegern meistens besser für eine Dividendenstrategie, während Großanleger auf Stammaktien setzen, um Einfluss auf die Höhe der Dividende bei der Hauptversammlung zu nehmen.

Bei der Frage „Aktien vs. ETFs“, geht es Anlegern auch um die Dividende. Spezialisierte ETFs sind auf Dividenden ausgelegt und zahle diese auch an die ETF Besitzer aus. Doch was sind nun ETFs?

ETFs

Der Begriff ETF ist die Kurzform für den englischen Begriff „Exchange Traded Fund“ – börsengehandelter Fonds. ETFs werden ebenfalls an den Börsen gehandelt und sind eine Sammlung von mehreren Aktien. Durch einen einzelnen ETF erhält man ein Bruchstück von vielen Aktien aus einem Index. Diese Anlagemöglichkeiten sind bei Anfängern aufgrund ihrer großen Verfügbarkeit sehr beliebt. Der Grundgedanke ist, dass eine Sammlung von vielen Aktien weniger Risiko hat, als eine Einzelaktie. Aktuell sind fast alle ETFs passiv und folgen einem Leitindex mit festen Regeln. Es gibt aber auch einen kleinen Markt an aktiven ETFs, der sich in den USA entwickelt.

Im Wesentlichen kann ein ETF mit einer gut diversifizierten Auswahl von Anlagen verglichen werden. So kann ein ETF beispielsweise eine Mischung aus hochwertigen Aktien, kommunalen Anleihen und Edelmetallen sein. Der klassische Welt ETF versucht die gesamte Weltwirtschaft abzubilden, während spezialisierte ETFs z.B. nur Aktien mit hoher Dividende führen. Weitere beliebte Beispiele sind ETFs für Emerging Markets, Small Caps, Technologie, S&P 500, NASDAQ, DAX.

Ein ETF erhält Geld von den Anlegern und hat festgelegte Regeln, wie dieses Geld auf Aktien von Unternehmen aufgeteilt wird. Diese Regeln sind in einem Index festgehalten, denen auch mehrere ETFs folgen können. Es kann also ETFs geben, die genau die gleichen Aktien kaufen, oder auf einem anderen Index basieren und nur in eine Teilauswahl investieren, z.B. die 10 größten Unternehmen. Die geläufigen ETFs passen diesen Index entweder einmal pro Jahr oder einmal pro Quartal leicht an, da sich die Bewertung von Unternehmen verändert hat.

Physische vs. Synthetische ETFs

Bei ETFs gibt es die physische oder synthetische Nachbildung. Die Replikationsmethode gibt an, ob die Aktien tatsächlich (physisch) gekauft werden oder nur künstlich (synthetisch) nachgebildet werden. Ein synthetischer ETF hat einen Vertragspartner, der sich dazu verpflichtet, die Kursänderungen, Dividenden auszuzahlen. Dabei gibt es das sogenannte Kontrahentenrisiko, falls der Vertragspartner in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Physische vs. Synthetische ETFs haben beide Vor- und Nachteile.

Kurzgefasst sollte ein synthetischer ETF immer UCITS im Titel haben, damit die Standards von europäischen Behörden umgesetzt werden, um das Kontrahentenrisiko zu minimieren. Bei physischen ETFs gibt es das sogenannte „sampling“. Der MSCI Emerging Markets Index nutzt beispielsweise sampling, da der Index auch sehr kleine Unternehmen führt mit einer Kapitalisierung von weniger als 100 Millionen Euro. Die Aktien werden nur selten gehandelt, wodurch schlechte Preise entstehen und ein erheblicher Mehraufwand für eine Position, die weniger als 0,01 % des ETFs ausmachen. Zur Kosteneinsparung werden in diesem Fall kleinere Unternehmen nur selten an den Sollwert des Indizes angepasst oder gar nicht gekauft.

Der Preis von Aktien und ETFs an der Börse ergibt sich aus Kauf und Verkaufsangeboten

Der Preis von Aktien und ETFs an der Börse ergibt sich aus Kauf und Verkaufsangeboten

Aktien vs. ETFs – Wie funktioniert der Handel an der Börse?

Aktien werden an großen Börsen wie der New York Stock Exchange oder Börse Frankfurt ge- und verkauft. Sie können Aktien während der Handelszeiten der Börsen kaufen und verkaufen, und bei einigen Maklerunternehmen können Sie den vor- oder nachbörslichen Handel nutzen. Einige Unternehmen bieten direkte Aktienkaufpläne an, die es Ihnen ermöglichen, Aktien ohne ein Maklerkonto zu kaufen. In der Regel müssen Sie jedoch ein Maklerkonto eröffnen, damit Sie in Aktien investieren und Ihre Aktien handeln können oder die Aktien deponieren und verwalten können.

An der Börse werden Kauf und Verkaufsangebote eingestellt. Eine Aktie wird von einem Inhaber zu einem bestimmten Preis angeboten oder ein Käufer stellt ein Kaufangebot zu einem bestimmten Preis ein. Dabei liegen die Kauf- und Verkaufsangebote meistens ein paar Cent oder sogar weniger als 1 Cent auseinander. Das Geschäftsmodell vieler Neobroker sind geringe Handelsgebühren und Handelsflatrates. Mit einem Depot bei einer klassischen Bank zahlt man meistens 10 € pro Handel plus eine prozentuale Gebühr, je nach Handelsplatz. Bei Neobrokern gibt es Flatrates für größere Orders ab 250 € oder 1 € pro Handelsauftrag.

Sparpläne sind häufig kostenlos, nur für den Verkauf wird eine Gebühr verlangt. Bei monatlichen Einzahlungen in einen ETF-Sparplan zahlt man häufig nur eine prozentuale Gebühr oder gar nichts, je nachdem um welchen ETF es sich handelt. Sparpläne eignen sich also besser für kleinere Investitionen, da Gebühren schnell ins Gewicht fallen können.

Hauptunterschiede – Aktien vs. ETFs

Aktien stellen ein Stück Eigentum an einem öffentlich gehandelten Unternehmen dar. ETFs sind ein Bündel von Vermögenswerten und Wertpapieren wie verschiedene Aktien und Anleihen. Ein einziger börsengehandelter Fonds kann Dutzende oder Hunderte verschiedener Aktien, Anleihen oder fast alles andere enthalten, was als investierbarer Vermögenswert gilt. Ein synthetischer ETF kann gesamte Märkte abbilden, sodass sogar Unternehmen ohne Aktien in die Bewertung einbezogen werden. Bei der Entscheidung Aktien vs. ETFs gibt es vier Hauptunterschiede zu beachten:

1. Diversifizierung von Vermögenswerten – Aktien vs. ETFs

Aktien investieren immer in ein einziges Unternehmen. Börsengehandelte Fonds investieren in viele verschiedene Arten von Vermögenswerten auf einmal. ETFs können in Aktien, Anleihen, Immobilien, Kryptowährungen, Edelmetalle und mehr investieren. Einige ETFs enthalten eine Mischung von Wertpapieren, sodass Sie mit einer einzigen Anlage in verschiedene Vermögenswerte investieren können.

Ein diversifiziertes Portfolio kann vor Verlusten schützen, wenn ein bestimmtes Unternehmen oder ein Vermögenswert ausfällt. Das Risiko durch direkte Konkurrenten wird in den meisten ETFs fast vollständig reduziert. Solange ein Produkt eine Nachfrage hat, kann ein Unternehmen durch ein anderes ersetzt werden, sodass Aktien stark schwanken, während der gesamte Markt über längere Zeit kaum schwankt.

2. Kosten von Aktien vs. ETFs

Obwohl es möglich ist, ein eigenes diversifiziertes Portfolio aus einzelnen Aktien zu erstellen, kann dies kostspielig sein. Das Portfolio muss regelmäßig angepasst werden, um das Risiko zu minimieren und jeder Kauf und Verkauf verlangt Gebühren. Experten gehen davon aus, dass man mindestens 20 Aktien benötigt, um ein Portfolio ausreichend zu diversifizieren. Mit einem börsengehandelten Fonds können Sie dagegen Anteile kaufen und schnell und mit einer viel geringeren Anfangsinvestition in Hunderte von Wertpapieren investieren.

3. Verwaltung von Aktien vs. ETFs

Bei Einzelaktien müssen Sie selbst – oder ein professioneller Anlageberater – auswählen, welche Aktien Sie kaufen und verkaufen wollen. Wenn sich der Markt verändert, müssen Sie Aktien kaufen und verkaufen, um Ihr Portfolio neu balancieren. Dazu muss man sich mit Nachrichten auseinandersetzen und entsprechend reagieren.

ETFs können passiver sein und stehen für ein entspanntes Investieren. Ein passender Indexfonds investiert nach den eigenen Vorlieben und benötigt weniger Aufmerksamkeit. Es ist allgemein einfacher, einen gesamten Markt zu beobachten, als viele einzelne Unternehmen in diesem Markt. Es gibt aber auch erste Konzepte mit Robo-Advisorn, die das eigene Portfolio nach festgelegten Regeln verwalten und diversifizieren. In Zukunft könnten sich so auch kleine Investmentgesellschaften bilden, die eine neue Rolle bei der Betrachtung von Aktien vs. ETFs einnehmen werden.

4. Risiko von Aktien vs. ETFs

Die Renditen von Aktien können höher sein als bei ETFs, dafür aber auch das Risiko. Ist ein Unternehmen erfolgreich, wird die Position bei den meisten ETFs größer, sodass der ETF oftmals auch davon profitiert. Verliert ein Unternehmen an Wert, wird die Position dagegen meistens kleiner. Dabei entstehen natürlich auch Verluste, aber ein Totalverlust wie bei Aktien ist nicht fast nicht möglich, da es sehr unwahrscheinlich ist, dass mehrere hundert Unternehmen auf einmal insolvent gehen.

Viele Aktien im Portfolio können einen erheblichen Verwaltungsaufwand bedeuten

Viele Aktien im Portfolio können einen erheblichen Verwaltungsaufwand bedeuten

Fazit Aktien vs. ETFs – Was ist besser?

ETFs vs. Aktien: Was ist das Beste für Sie? Wenn Sie sich für eine Anlageform entscheiden, sollten Sie Ihre aktuelle finanzielle Situation, Ihre Ziele und Ihre Risikobereitschaft berücksichtigen. Wenn Sie nicht bereits über ein diversifiziertes Portfolio verfügen, kann der Aufbau eines solchen Portfolios mit einzelnen Aktien teuer und zeitaufwändig sein und erfordert möglicherweise eine laufende Verwaltung.

Mit börsengehandelten Fonds (ETFs) können Sie Ihr Portfolio sofort diversifizieren, indem Sie Anteile des börsengehandelten Fonds kaufen, sodass Sie zu geringeren Kosten in eine Vielzahl von Wertpapieren investieren können. Außerdem sind ETFs meistens passiv sein, sodass sie sich eher für Anleger eignen, die sich nicht um die Verwaltung kümmern müssen.

Wenn man Aktien kauft, sollte man sich mit den Unternehmen beschäftigt haben und von dem Wert überzeugt sein und die Aktien halten. Genauso muss man sich aber trauen, die Aktien zu verkaufen oder die Gewichtung im Portfolio anzupassen, wenn sich diese Überzeugung ändert. ETFs können ein kosteneffektiver Ausgleich zur Diversifizierung gegenüber Aktien sein, da diese auch auf Edelmetalle, Immobilien usw. setzen können. Es sollte aber kein vollständiger Ausgleich zur klassischen Diversifikation mit Immobilien, Edelmetallen, Fiat oder alternativen Anlagen sein.

(TB)