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FC Bayern und Manchester City gehören zur europäischen Fußballspitze. Bei Finanzierung und Kontrolle lohnt sich jedoch ein genauer Vergleich: Bayerns veröffentlichten Gewinnen, seinem Eigenkapital und der Vereinsmehrheit stehen die Feststellungen im Finanzverfahren gegen City gegenüber. Der englische Club bestreitet die Entscheidung und kündigt Berufung an. Der Fall zeigt, welchen Wert nachvollziehbare Finanzen im Profifußball haben.
Redaktionsstand: 30. September 2026. Die Feststellungen im City-Verfahren betreffen die Spielzeiten 2009/10 bis 2017/18; die Bayern-Finanzzahlen das Geschäftsjahr 2024/25.
Auf dem Rasen zählt, wer den Ball über die Linie bringt. In der Bilanz zählt auch, woher das Geld für den Torschützen kommt. Genau dort wird es für Manchester City ungemütlich. Eine unabhängige Kommission sieht schwere Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League als erwiesen an. Während in England um die Folgen gerungen wird, rückt eine Stärke des FC Bayern München ins Blickfeld, die zwischen Transfergerüchten und Trainerdebatten leicht untergeht: seine wirtschaftliche Substanz.
„Wir geben nicht mehr aus, als wir einnehmen.“
Jan-Christian Dreesen, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, bei der Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2024/25. Quelle
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City bestreitet die festgestellten Finanzverstöße.
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Bayerns Bilanz zeigt wirtschaftliche Substanz.
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Mitglieder behalten grundsätzlich die Kontrolle.
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Lizenzierung schafft regelmäßige finanzielle Prüfungen.
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Sponsoring verlangt nachvollziehbare Geldflüsse.
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Transparenz stärkt den sportlichen Wettbewerb.

Manchester City und die Finanzregeln: Was hat die Kommission festgestellt? Nach der am 29. September 2026 veröffentlichten Mitteilung der Premier League wurden zwischen 2009/10 und 2017/18 Einnahmen künstlich erhöht und Kosten zu niedrig ausgewiesen. Den Gesamteffekt beziffert die Liga auf Grundlage der Kommissionsentscheidung auf mehr als 900 Millionen Pfund. Sponsoren hätten teilweise nur einen Teil der vereinbarten Beträge bezahlt; den Rest habe die damalige Eigentümergesellschaft Abu Dhabi United Group übernommen. Manchester City bestreitet die Feststellungen und kündigt Berufung an. Sanktionen stehen zum Redaktionsstand aus.
Der entscheidende Punkt ist die Verbuchung: Geld des Eigentümers erschien nach Auffassung der Kommission als geschäftlich erwirtschaftete Einnahme. Damit sah der Club auf dem Papier wirtschaftlich leistungsfähiger aus. Für Finanzregeln, die Ausgaben an Einnahmen und zulässige Verluste binden, macht das einen erheblichen Unterschied. Ein finanziell entsprechend ausgestatteter Club kann mehr Gehalt bieten, einen breiteren Kader finanzieren und teure Fehlgriffe länger verkraften. Darin liegt die sportliche Brisanz. Welche konkrete Partie dadurch anders ausgegangen wäre, lässt sich allerdings nicht aus einer Bilanz ablesen. Entscheidung der unabhängigen Kommission
Die Finanzen des FC Bayern zeigen für 2024/25 ein positives Konzernergebnis und eine hohe Eigenkapitalbasis. In München lohnt sich deshalb ausnahmsweise der Blick auf die Bilanz vor dem Blick auf die Aufstellung.
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Kennzahl des FC-Bayern-Konzerns |
Geschäftsjahr 2024/25 |
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Umsatz |
978,3 Millionen Euro |
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Jahresüberschuss nach Steuern |
27,1 Millionen Euro |
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Eigenkapital zum 30. Juni 2025 |
585,5 Millionen Euro |
Quelle: veröffentlichter Jahresabschluss des FC Bayern München 2024/25. Alle drei Angaben beziehen sich auf den Konzern.
Spielbetrieb, Sponsoring, Medienrechte, Merchandising und Transfers tragen das Geschäft. Die Zahlen dokumentieren ein beträchtliches wirtschaftliches Fundament – und zeigen, wie viel kaufmännische Arbeit hinter der sportlichen Schlagkraft steckt.
Eigenkapital verständlich erklärt: Eigenkapital ist vereinfacht die Differenz zwischen den bilanzierten Vermögenswerten und den Schulden eines Unternehmens. Es ist nicht mit dem Kontoguthaben oder dem verfügbaren Transferbudget gleichzusetzen. Eine hohe Eigenkapitalbasis kann helfen, Verluste aufzufangen.
Dreesens Satz vom Ausgeben und Einnehmen klingt wenig glamourös. Im Fußballgeschäft besitzt genau diese Nüchternheit ihren Reiz. Wirtschaftliche Substanz verschafft einem Club Spielraum, wenn eine Saison sportlich hinter den Erwartungen bleibt.
Wem gehört der FC Bayern München?
Nach der aktuellen Darstellung des Clubs hält der FC Bayern München e. V. 75 Prozent der FC Bayern München AG. Adidas, Audi und Allianz sind mit jeweils 8,33 Prozent beteiligt. Große Unternehmen bringen Kapital und kommerzielle Beziehungen ein; die Mehrheit bleibt beim Verein. Dieses Modell verbindet wirtschaftliche Stärke mit einer klaren institutionellen Verankerung. Eigentümerstruktur des FC Bayern
Die 50+1-Regel sichert grundsätzlich den bestimmenden Einfluss des Muttervereins auf den ausgegliederten Profifußball.
Maßgeblich sind die Kontroll- beziehungsweise Stimmrechte. Ein Geldgeber kann deshalb nicht allein mit einem großen Scheck überall das Kommando übernehmen. Darin liegt aus wirtschaftlicher Sicht eine zusätzliche Hürde gegen die Konzentration von Entscheidungsmacht. Die inhaltliche Prüfung von Verträgen und Zahlungsströmen übernimmt diese Regel allerdings nicht. Erläuterung der Bundesliga zur 50+1-Regel
Dafür braucht es Finanzkontrolle. Die deutsche Lizenzierungsordnung verlangt Abschlüsse, Planrechnungen und Berichte von Wirtschaftsprüfern. Auch während der Saison müssen die Clubs ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bestätigen. Hinzu kommt die Veröffentlichung ausgewählter Finanzkennzahlen aller 36 Profivereine. Das macht wirtschaftliche Entwicklungen für Mitglieder, Medien und Öffentlichkeit besser nachvollziehbar. Der Schwerpunkt der Lizenzierung liegt wesentlich darauf, dass die Clubs ihren Verpflichtungen nachkommen und den Spielbetrieb finanzieren können. Lizenzierungsordnung, Stand April 2026 · Finanzkennzahlen der Proficlubs
Auch Dortmund liefert ein anschauliches Beispiel für öffentliche Rechenschaft. Der BVB weist im Geschäftsbericht 2025/26 einen Konzernverlust von 21,7 Millionen Euro aus. Der Aufsichtsrat erläutert die Abschlussprüfung, seine Kontrollarbeit und eine stichprobenartige BaFin-Prüfung, die nach seiner Darstellung ohne Feststellungen abgeschlossen wurde. Eine solche Offenlegung ist gerade dann wertvoll, wenn die Zahlen wenig Anlass zum Jubeln geben. Öffentlichkeit kann wirtschaftliche Entscheidungen nur beurteilen, wenn sie auch die schwächeren Ergebnisse kennt. BVB-Geschäftsbericht 2025/26
Sponsoring und Eigentümergeld müssen wirtschaftlich richtig eingeordnet werden.
Auch im deutschen Profifußball gibt es enge Verbindungen zwischen Kapital und Kabine: Bayer Leverkusen gehört vollständig zur Bayer AG; Volkswagen ist beim VfL Wolfsburg Eigentümer und Hauptsponsor. RB Leipzig ist eng mit Red Bull verbunden. Aus diesen Strukturen ergibt sich kein Befund wie im Verfahren gegen Manchester City. Entscheidend sind die tatsächlichen Verträge, Zahlungswege und ihre korrekte Darstellung. Bayer 04 · Volkswagen · Bundesliga zu RB Leipzig
Die heute geltenden UEFA-Regeln zur finanziellen Nachhaltigkeit verlangen für die Berechnung der maßgeblichen Fußballergebnisse eine Bewertung von Einnahmetransaktionen zum angemessenen Marktwert. Überhöhte Einnahmen müssen entsprechend korrigiert werden. Diese Vorgabe gilt unabhängig davon, ob der Geschäftspartner mit dem Club verbunden ist. Sie betrifft die erfassten Clubs aus Deutschland ebenso wie diejenigen aus England. UEFA-Reglement 2026, Anhang J.2
Financial Fair Play verständlich erklärt: Unter diesem Begriff werden häufig die Finanzregeln im europäischen Fußball zusammengefasst. Die UEFA hat ihr Regelwerk zu Regeln für finanzielle Nachhaltigkeit weiterentwickelt. Die Regelwerke von UEFA, Premier League und deutscher Liga haben unterschiedliche Zuständigkeiten und sind getrennt zu betrachten. UEFA zur finanziellen Nachhaltigkeit
Auch 50+1 bleibt eine Aufgabe für den Ligaverband. In seiner Stellungnahme vom 12. August 2026 begrüßte das Präsidium die abschließende Bewertung des Bundeskartellamts, das keine grundlegenden Bedenken gegen die Grundregel erhob. Zugleich stehen die Offenheit der Vereine und der Umgang mit Förderausnahmen weiter auf der Agenda. Der deutsche Fußball besitzt also ein schützenswertes Modell, an dessen konsequenter Anwendung gearbeitet werden muss. Stellungnahme der Bundesliga
Für Bayern und andere solide wirtschaftende Clubs liegt darin eine Chance, eine oft übersehene Leistung sichtbar zu machen. Eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen und zugleich wirtschaftliche Substanz aufzubauen, verlangt Entscheidungen, die auf dem Transfermarkt manchmal unpopulär sind. Die stärkste Bilanz schießt kein Tor. Sie kann aber dafür sorgen, dass ein Club auch nach einer misslungenen Saison aus eigener Stärke wieder angreifen kann. Im europäischen Fußball verdient auch das einen Platz auf der Anzeigetafel.
Was unterscheidet den FC Bayern von Manchester City im Finanzvergleich?
Beim FC Bayern stehen die öffentlich dokumentierte Vereinsmehrheit, ein positives Konzernergebnis und eine hohe Eigenkapitalbasis im Mittelpunkt. Bei Manchester City geht es um die von einer Kommission festgestellte, vom Club bestrittene Darstellung von Einnahmen und Kosten in früheren Spielzeiten. Der Vergleich belegt keine entsprechenden Verstöße beim FC Bayern. FC Bayern · Premier League
Was schützt die Bundesliga vor finanziellen Fehlentwicklungen?
Mitgliederkontrolle, Lizenzierung und öffentliche Finanzberichterstattung schaffen unterschiedliche Kontrollmöglichkeiten. Die 50+1-Regel betrifft den Einfluss auf den Club; die Lizenzierung prüft unter anderem seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Keine dieser Vorkehrungen kann falsche Angaben vollständig ausschließen. Bundesliga · Finanzkennzahlen und Lizenzierung
Wie ist der Stand im Verfahren gegen Manchester City?
Am 29. September 2026 veröffentlichte die Premier League die Feststellungen der unabhängigen Kommission. Manchester City bestreitet sie und kündigt Berufung an. Über Sanktionen ist zum Redaktionsstand 30. September 2026 noch nicht entschieden. Premier League · Manchester City
Sind Sponsorenzahlungen dasselbe wie Eigentümerkapital?
Nein. Sponsoring ist grundsätzlich eine Zahlung für vertraglich vereinbarte Leistungen, etwa Werbung. Eigentümerkapital ist eine Finanzierung durch Gesellschafter. Für die UEFA-Finanzberechnungen werden Einnahmetransaktionen höchstens zum angemessenen Marktwert berücksichtigt. UEFA-Reglement
Ist Eigenkapital das verfügbare Transferbudget?
Nein. Eigenkapital ist eine Bilanzgröße. Für Transfers sind zusätzlich verfügbare Zahlungsmittel, bestehende Verpflichtungen und die sportliche sowie wirtschaftliche Planung entscheidend.
Quellen und Redaktionsstand:
Sämtliche Belege stehen direkt an den betreffenden Aussagen. Verwendet wurden die Premier-League-Mitteilung und Kommissionsentscheidung, die Stellungnahme von Manchester City, der Bayern-Jahresabschluss 2024/25, die offizielle Bayern-Eigentümerdarstellung, der BVB-Geschäftsbericht 2025/26, die deutsche Lizenzierungsordnung, Veröffentlichungen der Bundesliga, Unternehmensangaben von Bayer und Volkswagen sowie das UEFA-Reglement 2026. Abruf und Redaktionsstand: 30. September 2026. Die unterschiedlichen Berichtszeiträume sind ausdrücklich bezeichnet; die Zahlen bilden keinen Vergleich zeitgleicher Jahresabschlüsse.
Rechtlicher Hinweis:
Der Beitrag ordnet veröffentlichte Informationen journalistisch ein. Die Feststellungen der unabhängigen Kommission zu Manchester City werden vom Club bestritten und sind anfechtbar. Aus strukturellen Vergleichen ergibt sich kein Vorwurf gegen die genannten deutschen Clubs.







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