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Die internationale Expansion der Circus SE geht in die nächste Phase. Das Münchner KI- und Robotikunternehmen hat den kommerziellen Betrieb in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) aufgenommen. Mit dem Start in Abu Dhabi erschließt Circus seinen ersten Markt außerhalb Europas. Partner vor Ort ist Royal Prestige Food Contracts, ein etablierter Anbieter von Catering- und Verpflegungslösungen in der Golfregion.
- Markteintritt in den VAE: Circus SE startet mit dem autonomen Kochroboter CA-1 in Abu Dhabi und plant anschließend die Expansion nach Dubai.
- Partnerschaft mit Royal Prestige: Der Catering-Anbieter produziert jährlich mehr als 3 Millionen Mahlzeiten und wird lokaler Launch-Partner von Circus.
- Aufbau einer regionalen Infrastruktur: Circus setzt auf lokale Beschaffung und perspektivisch lokale Produktion der Circus Pods – mit dem Ziel, KI- und Robotik-Lösungen für die autonome Lebensmittelproduktion in der Golfregion zu skalieren.
Für Circus geht es dabei um mehr als die Auslieferung einzelner Roboter. Das Unternehmen will in den VAE schrittweise eine regionale Infrastruktur für autonome Lebensmittelproduktion mit KI und Robotik aufbauen.
Circus SE startet kommerziellen Betrieb in Abu Dhabi
Der erste operative Standort befindet sich in Abu Dhabi. Dubai soll anschließend folgen. Im Mittelpunkt steht der CA-1, der autonome Mahlzeitenproduktion mit Robotik, KI-Software und einer zentralen Betriebsplattform verbindet.
Der kommerzielle Launch wird am 6. Oktober 2026 mit einem Presse- und Launch-Event in Abu Dhabi begleitet. Damit setzt Circus die im Sommer angekündigte Expansion in die Golfregion planmäßig um.
Bereits im Juli hatte das Unternehmen die vollständige regulatorische Zertifizierung für den Betrieb und Import seiner autonomen Robotiksysteme in den VAE erhalten. Die Zulassung erfolgte im Rahmen des Emirates Conformity Assessment Scheme (ECAS) des UAE-Ministeriums für Industrie und Advanced Technology.
Damit war eine wesentliche Voraussetzung für den kommerziellen Markteintritt geschaffen.
Royal Prestige wird Launch-Partner von Circus
Für den Markteintritt setzt Circus auf einen lokalen Partner: Royal Prestige Food Contracts. Das Unternehmen zählt nach eigenen Angaben zu den führenden unabhängigen Contract-Catering-Anbietern am Arabischen Golf und versorgt täglich mehr als 10.000 Mahlzeiten in den Bereichen Industrie, Wirtschaft und Bildung. Zu den genannten Kunden und Einsatzfeldern gehören unter anderem ADNOC, der Rote Halbmond, Veranstaltungen der UAE Army sowie der UAE Royal Palace.
Laut Circus produziert Royal Prestige jährlich mehr als 3 Millionen Mahlzeiten. Zu den Auftraggebern zählen unter anderem die Streitkräfte der VAE, Ministerien, ADNOC und der Rote Halbmond.
Die Zusammenarbeit soll dabei über eine klassische Vertriebskooperation hinausgehen. Die Circus-Roboter werden über Royal Prestige mit lokal beschafften Zutaten betrieben. Auch die Circus Pods, das von Circus entwickelte Nachfüllsystem für autonome Versorgungssysteme, sollen künftig lokal produziert werden.
Damit entsteht von Beginn an eine regionale Wertschöpfungskette – von der Beschaffung über die Produktion bis zum Betrieb der Robotiksysteme.
Warum die VAE für Circus SE und Food Robotics interessant sind
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Standort für Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Automatisierung entwickelt. Für Circus eröffnet der Markt deshalb besondere Einsatzmöglichkeiten.
Gerade in Metropolen wie Abu Dhabi und Dubai treffen hohe Bevölkerungsdichte, große Büro- und Hotelkomplexe, industrielle Infrastruktur und ein stark entwickelter Cateringmarkt aufeinander.
Die Systeme von Circus sind darauf ausgelegt, Lebensmittelproduktion weitgehend autonom und auf begrenzter Fläche zu ermöglichen. Das macht sie insbesondere für große Kantinen, Industrieunternehmen, öffentliche Einrichtungen und andere Standorte mit hohem Verpflegungsbedarf interessant.
Bereits im Vorfeld des Markteintritts hatte Circus den Fokus auf die Golfregion gelegt. Business Leaders berichtete im Zusammenhang mit der ECAS-Zulassung, dass die ersten Systeme im September 2026 in Abu Dhabi in den operativen Betrieb gehen und Dubai im vierten Quartal folgen soll.
Mit dem jetzt erfolgten kommerziellen Start wird aus dieser angekündigten Expansion ein konkreter Marktaufbau.
Vom KI-Roboter zur autonomen Infrastruktur
Die strategische Bedeutung des UAE-Starts liegt auch darin, dass Circus sein Geschäftsmodell zunehmend als Infrastruktur für autonome Lebensmittelversorgung positioniert.
Der CA-1 ist dabei nur ein Bestandteil des Systems. Circus kombiniert autonome Robotik mit eigenen KI-Modellen und der Betriebsplattform CircusOS. Ziel ist es, nicht nur einzelne Kochprozesse zu automatisieren, sondern komplette Abläufe der Lebensmittelproduktion und Versorgung zu digitalisieren.
Diese Entwicklung passt zur bisherigen Unternehmensstrategie. Circus hat seine Technologie in den vergangenen Monaten schrittweise vom Entwicklungsprojekt zum kommerziellen Produkt weiterentwickelt. Zu den bereits bekannten Referenzkunden und Einsatzfeldern gehören unter anderem Meta, REWE und Mercedes-Benz.
Mit dem Eintritt in die VAE kommt nun erstmals ein größerer internationaler Markt außerhalb Europas hinzu.
CA-1: Der autonome Kochroboter von Circus
Im Zentrum der Expansion steht der CA-1. Der autonome Kochroboter soll Mahlzeiten weitgehend selbstständig produzieren und dabei verschiedene Prozessschritte miteinander verbinden.
Die Technologie basiert auf dem Zusammenspiel von Robotik, Sensorik, KI und Software. Dadurch soll der CA-1 nicht nur einzelne Handgriffe automatisieren, sondern die Lebensmittelproduktion als integrierten Prozess abbilden.
Für Circus ist dieser Ansatz entscheidend, weil sich daraus ein skalierbares Geschäftsmodell entwickeln soll. Neben dem Verkauf beziehungsweise der Bereitstellung der Hardware spielen wiederkehrende Software-, Service- und Lizenzumsätze eine wichtige Rolle.
Business Leaders hatte bereits im Frühjahr über die zunehmende Systemreife des CA-1 und die Entwicklung hin zu einem skalierbaren Robotik- und Softwaregeschäft berichtet.
Internationale Expansion trifft auf die Herausforderung der Skalierung
Der Markteintritt in den VAE kommt allerdings zu einem Zeitpunkt, an dem Circus gleichzeitig vor einer wichtigen operativen Aufgabe steht: der wirtschaftlichen Skalierung.
Das Unternehmen hatte seine ursprüngliche Umsatzprognose für 2026 im Juli deutlich reduziert. Nach Angaben von Business Leaders wurde die Prognose von ursprünglich 44 bis 55 Millionen Euro auf 5,2 Millionen Euro gesenkt. Als Gründe wurden unter anderem verschobene Systemeinführungen sowie Herausforderungen bei Onboarding, Integration und laufendem Service genannt.
Das macht den UAE-Markt zu einem interessanten Praxistest.
Denn die entscheidende Frage lautet nicht mehr nur, ob die Technologie funktioniert. Entscheidend ist zunehmend, ob sich Produktion, Installation, Betrieb, Wartung und Kunden-Onboarding international reproduzierbar und wirtschaftlich skalieren lassen.
Genau hier könnte die Partnerschaft mit Royal Prestige eine wichtige Rolle spielen. Ein lokaler Partner mit bestehender Catering-Infrastruktur kann die Integration in bestehende Lieferketten und operative Abläufe erleichtern.
Lokale Produktion als nächster Schritt
Besonders interessant ist deshalb die angekündigte lokale Fertigung der Circus Pods. Sie zeigt, dass Circus die Expansion nicht ausschließlich über den Export fertiger Systeme organisieren will.
Stattdessen soll langfristig ein Teil der Wertschöpfung direkt in der Region stattfinden. Das kann Lieferketten verkürzen und die Voraussetzungen für eine größere Zahl installierter Systeme schaffen.
Für ein Robotikunternehmen ist dieser Punkt zentral: Mit zunehmender Zahl von Kunden werden nicht nur Produktionskapazitäten relevant. Auch Ersatzteile, Wartung, Logistik, Installation und laufender Service müssen zuverlässig organisiert werden.
Der UAE-Start wird damit auch zu einem Test für das internationale Betriebsmodell von Circus.
Abu Dhabi als Ausgangspunkt – Dubai soll folgen
Der Markteintritt beginnt in Abu Dhabi, doch Circus plant bereits den nächsten Schritt. Dubai soll im vierten Quartal 2026 folgen.
Damit entsteht perspektivisch ein regionaler Markt mit zwei wichtigen Wirtschaftszentren.
Für Circus könnte die Golfregion dadurch zu einem wichtigen Baustein der internationalen Expansion werden. CEO und Gründer Nikolas Bullwinkel sieht nach Unternehmensangaben erhebliches Wachstumspotenzial in den VAE und verweist auf die hohe Bereitschaft des Landes, neue Technologien einzusetzen.
Ob daraus tatsächlich ein großer Umsatzmarkt entsteht, wird allerdings erst die operative Entwicklung zeigen.
Was der UAE-Start für Circus SE bedeutet
Mit dem kommerziellen Start in Abu Dhabi erreicht Circus einen weiteren Meilenstein: Aus der angekündigten internationalen Expansion wird ein konkreter kommerzieller Betrieb.
Dabei kommen mehrere Entwicklungen zusammen:
- Erster Markt außerhalb Europas: Die VAE sind der erste außereuropäische Markt von Circus.
- Regulatorische Zulassung: Die Systeme verfügen über die erforderliche ECAS-Zertifizierung für den regionalen Betrieb.
- Starker lokaler Partner: Royal Prestige bringt Erfahrung im großvolumigen Catering und bestehende Kundenstrukturen ein.
- Lokale Lieferkette: Beschaffung und perspektivisch auch die Produktion der Circus Pods sollen regional erfolgen.
- Nächster Expansionsschritt: Nach Abu Dhabi ist der Markteintritt in Dubai vorgesehen.
- Skalierung als zentrale Herausforderung: Die internationale Expansion muss sich nun im operativen Alltag und wirtschaftlich bewähren.
Circus SE: Von Deutschland in die Golfregion
Der Start in den Vereinigten Arabischen Emiraten markiert damit einen wichtigen Übergang für Circus SE. Das Unternehmen entwickelt sich von einem europäischen KI- und Robotikunternehmen mit ersten kommerziellen Referenzen zu einem Anbieter, der seine autonomen Versorgungssysteme international ausrollen will.
Die VAE sind dafür ein besonders sichtbarer Testmarkt. Wenn es Circus gelingt, dort nicht nur einzelne CA-1-Systeme zu installieren, sondern eine funktionierende lokale Infrastruktur aus Robotik, Software, Lieferkette und Service aufzubauen, wäre das ein wichtiger Schritt für die weitere internationale Expansion.
Der nächste Meilenstein ist bereits gesetzt: Nach dem Start in Abu Dhabi soll Dubai im vierten Quartal 2026 folgen.
Damit steht Circus vor einer neuen Phase. Die Technologie ist am Markt angekommen. Jetzt geht es darum, daraus ein skalierbares internationales Geschäft zu entwickeln.








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