Das Wichtigste in Kürze: Der Wohnungsbau in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Um den Bedarf an Wohnraum zu decken müssten jährlich 400.000 Wohnungen neu gebaut werden. Die aktuellen Zahlen zeichnen jedoch ein anderes Bild: Waren es 2023 noch 271.000 neugebaute Wohnungen schätzen die Branchenverbände für 2024 nur noch 235.000 Neubauten. Die Auftragsrückgänge und die Insolvenzen von Bauunternehmen, Projektentwicklern und Immobilienunternehmen nehmen weiter dramatische Ausmaße an. Der Neubau von Wohnungen und der Neubau von Einfamilienhäusern ist weiterhin rückläufig. Die Anzahl der Baugenehmigungen ist im Vergleich zum Vorjahr um ca. 15% eingebrochen. Die Preise für Baumaterialien steigen weiter deutlich an. 

Wohnungsbau in Deutschland ist weiter rückläufig

Die Bauministerin Klara Geywitz hat in ihrem Programm für den Wohnungsbau in Deutschland – jährlich bis zu 400 000 neue Wohnungen geplant. Doch auch im Jahr 2024  gibt es weniger Baugenehmigungen als 2022 und 2023. Im April 2024  sank die Zahl der Baugenehmigungen laut Statistischem Bundesamt um 17,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. 

Pressemitteilung Nr. 232 vom 18. Juni 2024

WIESBADEN – Im April 2024 wurde in Deutschland der Bau von 17 600 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 17,0 % oder 3 600 Baugenehmigungen weniger als im April 2023. Im Vergleich zum April 2022 sank die Zahl der Baugenehmigungen sogar um 43,5 % oder 13 500 Wohnungen. Von Januar bis April 2024 wurden 71 100 Wohnungen genehmigt. Das waren 21,0 % oder 18 900 Wohnungen weniger als im Vorjahreszeitraum. In diesen Ergebnissen sind sowohl Baugenehmigungen für Wohnungen in neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden als auch für neue Wohnungen in bestehenden Gebäuden enthalten.Baugenehmigungen im Neubau von Januar bis April 2024 zum Vorjahreszeitraum:

-32,5 % bei Einfamilienhäusern

-18,3 % bei Zweifamilienhäusern

-20,2 % bei Mehrfamilienhäusern

In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden im April 2024 insgesamt 14 300 Wohnungen genehmigt. Das waren 17,0 % oder 2 900 Wohnungen weniger als im Vorjahresmonat. Von Januar bis April 2024 wurden 57 100 Neubauwohnungen genehmigt und damit 23,7 % oder 17 800 Wohnungen weniger als im Vorjahreszeitraum. Dabei ging die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 32,5 % (-5 900) auf 12 300 zurück. Bei den Zweifamilienhäusern sank die Zahl genehmigter Wohnungen um 18,3 % (-1 000) auf 4 400. Auch bei der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, den Mehrfamilienhäusern, verringerte sich die Zahl der genehmigten Wohnungen deutlich um 20,2 % (-9 700) auf 38 500 Wohnungen.

(Quelle: Statistisches Bundesamt 2024)

Kommt eine neue Steuer?

Bausand wird knapp und dadurch auch teurer. Bündnis 90/Die Grünen aus dem Landesverband in Nordrhein-Westfalen fordern eine sogenannte „Rohstoffabgabe„. Gemeint ist eine Steuer auf Sand und Kies. Zur geplanten Einführung einer Rohstoffabgabe meldet sich der Vorsitzende des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa in der Bildzeitung in einer Stellungnahme zu Wort und warnt vor einer bundesweiten Einführung. „Die Bauwirtschaft lehnt die als Kies-Steuer bekannt gewordene Rohstoffabgabe ab“. Der Bund der Steuerzahler schreibt in einer Pressemeldung: „Die Einführung einer Rohstoffabgabe brächte zusätzliche Bürokratie sowie zahlreiche neue Probleme mit sich und würde dennoch nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Aus den genannten Gründen positioniert sich der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen gegen die Einführung einer Rohstoffabgabe auf Kies und Sand.

Thomas Olek – Vorhersage für das Immobilienjahr 2024

Thomas Olek, CEO der Equity AG und Großaktionär – mit bereits im Jahr 2022 eine Vorhersage für das Immobilienjahr 2023 getroffen. Der Immobilieninvestor Olek erwartete bereits für 2023 eine schwere Krise. Thomas Olek, Vorstandsvorsitzender von NEON Equity: „Milliarden an Immobilienwerten und Immobilienaktien werden verdampfen“. Die Immobilienkrise ist erst am Anfang ihrer Entwicklung. Jede Woche melden weitere Projektentwickler, Immobilienunternehmen und Bauträger Insolvenzen an.

Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) warnt vor einem Kollaps: „Einen Zusammenbruch der Baubranche können wir uns nicht leisten. Der Bau ist ein Schlüsselsektor, in dem mehr als 50 Prozent der rund 5,7 Millionen Handwerker arbeiten. Der Bau und seine handwerklichen Fachkräfte werden für die Zukunftsgestaltung unseres Landes gebraucht. Es wäre fatal, wenn die dafür nötigen Personalkapazitäten und Betriebe jetzt wegbrechen, weil politisch nicht entschlossen genug gehandelt wird.“

Wohnungsnotstand in vielen Städten

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie: „Wenn die Regierung nicht über die angekündigten Mittel hinaus weitere Initiativen ergreift, wird die Wohnungsnot zu einem der drängendsten politischen Probleme des kommenden Jahres.“ Bezahlbare freie Mietwohnungen in Berlin – die Menschen stehen Schlange, die Vermieter können sich vor Anfragen kaum retten. Um an eine der begehrten freien Wohnungen zu kommen, braucht man Zeit und eine Menge Glück. Wo gibt es freie und vor allem bezahlbare Wohungen in Berlin.

 

Der Traum vom Eigenheim – die staatlichen Fördermittel

Der Traum vom Eigenheim – Familien bekommen leichter Geld – Ab 16.10.2023 gelten erhöhte Einkommensgrenzen und großzügigere Kreditbeträge. Dabei steht nachhaltiges und energieeffizientes Bauen im Fokus. Martin Göcks – Geschäftsführer der MAGNA Real Estate GmbH: „Es gibt gute Nachrichten für Familien, die den Traum vom eigenen Zuhause haben! Die Bundesregierung hat beschlossen, mehr Familien auf ihrem Weg zum Wohneigentum zu unterstützen. Das seit Juni bestehende Programm (mehr Infos unter diesem Link) „Wohneigentum für Familien“ (WEF) wurde überarbeitet und bringt ab dem 16.10.2023 noch bessere Konditionen mit sich. Ein besonders erfreulicher Aspekt dieses überarbeiteten Programms ist, dass nun mehr Familien von staatlichen Fördermitteln profitieren können. Informieren Sie sich auch beim Ratgeber für Immobilienkredite 2024.

Bauträger ist Pleite – Ein Leitfaden

„…Sie sind gerade dabei ein Haus zu bauen oder genauer gesagt eines bauen zu lassen. Dann erreicht Sie die Nachricht, dass Ihr Bauträger einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht eingereicht hat. Der Bauträger ist pleite und ein Insolvenzverwalter bestimmt künftig die Geschicke der Baufirma…“

Wir geben Ihnen im diesem Beitrag einen Leitfaden an die Hand, wie Sie sich im Falle einer Bauträgerpleite richtig verhalten sollten. Wir zeigen, wie Sie finanzielle Verluste vermeiden können und warum die Hilfe von Profis an dieser Stelle besonders hilfreich ist.