Klein, klein gehört bei der publity AG aus dem Frankfurter OpernTurm der Vergangenheit an.

Nach nur 14 Monaten manage to core-Optimierung konnte publity das Frankfurter WestendCarree im April 2021 an den französischen Investor Ardian veräußern © publity AG

Nach nur 14 Monaten manage to core-Optimierung konnte publity das Frankfurter WestendCarree im April 2021 an den französischen Investor Ardian veräußern © publity AG

Mit einer Investmentgesellschaft in Luxemburg, die neuer Mehrheitsgesellschafter bei der publity-Tochter PREOS werden soll und die von einem Versicherungskonsortium unter Führung der Swiss Life kontrolliert wird, will publity künftig nicht mehr Büros bis lediglich 40 Millionen Euro akquirieren, sondern nur noch ab 50 Millionen Euro aufwärts.

publity-CEO Rechtsanwalt Frank Schneider (58, links) aus Pinneberg in Schleswig-Holstein und publity-Finanzvorstand Stephan Kunath (35) aus Leipzig in Sachsen © publity AG

publity-CEO Rechtsanwalt Frank Schneider (58, links) aus Pinneberg in Schleswig-Holstein und publity-Finanzvorstand Stephan Kunath (35) aus Leipzig in Sachsen © publity AG

„Die Transaktion ist ein Meilenstein in der Weiterentwicklung der publity-Unternehmensgruppe und ihre Tochtergesellschaften in der angestrebten Internationalisierung“, sagt publity-CEO Rechtsanwalt Frank Schneider (58) aus Pinneberg in Schleswig-Holstein. „Wir als publity AG haben damit die Möglichkeit uns als europäischer Asset Manager am attraktiven Markt für Büro- und Gewerbeimmobilien in Top-Lagen weiter zu positionieren. Unsere Konzerntochter PREOS kann sich als wachstumsstarker Bestandshalter attraktiver Büroimmobilien in internationalen Metropolen etablieren und die GORE als renditestarkes Asset auf den Luxemburger Gewerbeimmobilienmarkt ausrichten

Seit 2 Jahren Büros auf eigene Faust

2019 begann publity als bisheriger Büro-Asset-Verwalter für internationale Großinvestoren über seine ebenfalls im OpernTurm ansässige Tochter PREOS AG (publity hält 89,11 Prozent, der Rest ist Streubesitz) zusätzlich auf eigene Faust Büroimmobilien zu kaufen und zu managen.

Das neue Immobilienportfolio sah publity-Gründer, publity-Hauptaktionär (48 Prozent) und publity-Senior-Berater Thomas Olek (53) aus Essen als neuen „Aktienkicker“. Olek sagte im Juni 2019 „Der nächste Aufschwung soll nun durch den Handel mit den Immobilien aus dem eigenen Bestand erzielt werden.“

Das gelang der publity AG auch

Als einer der erfolgreichsten Player mit dem „manage to core“-Ansatz erhielt publity-Senior-Berater Thomas Olek (53, mitte) aus Essen am 27. September 2019 den PLATOW-Award in der Kategorie „Gewerbeimmobilien von PLATOW-Geschäftsführer Albrecht Schirmacher (67,rechts) aus Homburg an der Höhe und Immobilien-Experte Werner Rohmert (68, links) aus Rheda-Wiedenbrück im Frankfurter Jumeirah Hotel entgegen. © PLATOW

Als einer der erfolgreichsten Player mit dem „manage to core“-Ansatz nahm publity-Senior-Berater Thomas Olek (53, mitte) aus Essen am 27. September 2019 den PLATOW-Award in der Kategorie Gewerbeimmobilien von PLATOW-Geschäftsführer Albrecht Schirmacher (67, rechts) aus Homburg an der Höhe und Immobilien-Experte Werner Rohmert (68, links) aus Rheda-Wiedenbrück im Frankfurter Jumeirah Hotel entgegen. © PLATOW

Auch für seine superschnellen Transaktionen mit manage to core – Ansatz (kaufen, optimieren, verkaufen) wurde Olek sogar am 27. September 2021 in der gediegenen Atmosphäre des Frankfurter Jumeirah Hotels mit einer kupfernen Zeitkapsel – dem begehrten PLATOW Immobilien AWARD – in der Kategorie Gewerbeimmobilien ausgezeichnet.

An der Schnelligkeit hat sich nichts geändert. Beispiel WestendCarree in Frankfurt Upper West

Im Januar 2010 hat publity über die PREOS Global Office Real Estate & Technology AG (PREOS AG) den Frankfurter Bürokomplex WestendCarree auf eigene Faust gekauft und nach nur 14 Monaten wieder verkauft.

Das WestendCarree befindet sich in begehrter Lage der Bankenmetropole Frankfurt am Main und verfügt über eine Top-Ausstattung im Bereich digitale Infrastruktur und Konnektivität. Das zeigt unter anderem die jüngste Gold-Zertifizierung von WiredScore, die PREOS Anfang April 2021 erhalten hat.

„Diese Transaktion entspricht dem Ansatz der PREOS und zeigt: Es ist uns auch während der Corona-Pandemie gelungen, ein Potenzialobjekt wie das WestendCarree gezielt und profitabel zu entwickeln. Zudem haben wir starke Mieter gebunden und veräußern nunmehr das Objekt an einen verlässlichen Partner“, sagte Frederik Christian Mehlitz (56) aus München, CEO von PREOS.

In ihrem Vorwort zum publity-Halbjahresbericht 2021 verweisen die publity-Vorstände Frank Schneider und Finanzvorstand Stephan Kunath (35) aus Leipzig auf gleich mehrere Vermietungserfolge. „So hat das Konsulat der Vereinigten Mexikanischen Staaten einen Mietvertrag über eine Laufzeit von zehn Jahren unterschrieben. Zudem ist die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., die einen Mietvertrag von fünf Jahren unterzeichnet hat, im Februar 2021 in das Büroobjekt in zentraler Lage Frankfurts gezogen. Die solide Mieterstruktur untermauert die Qualität der Immobilie. Im April haben wir das WestendCarree mit einer Gesamtmietfläche von 30.550 Quadratmetern schließlich an die französische Investmentgesellschaft Ardian veräußert.“ Vermietungsstand: 84,6 Prozent.

In der Vergangenheit glänzte publity mit ihrer Tochter PREOS mit eigenen Büros bis zu jeweils 40 Millionen Euro

Doch amerikanische und asiatische Investoren, mit denen publity schon Jahren zusammenarbeitete, zeigten an den neuen PREOS-Aktien gar kein Interesse, weil ihnen die Objekte der PREOS viel zu klein sind. PREOS brauchte aber finanzstarke Investoren, um wachsen zu können.

Olek leitete 2020 eine Umstrukturierung ein

In einem sogenannten IR-Call (Livestream mit Aktionären und Anleihekäufern) erklärte Olek am 10. Juni 2020 einem Anleger den Hintergrund der großen Umstrukturierung bei PREOS so: „Ja, uns ist es gelungen, die PREOS am Markt sehr gut zu positionieren. Wir haben, wie gesagt, für 1,1 Milliarden Euro große Assets gekauft. In diesem Jahr kommen deutlich Assets dazu. Das hilft uns mit koreanischen Investoren. Das hilft uns mit deutscher Bankenfinanzierung.

Wir wollen natürlich unsere Aktionärsstruktur in der PREOS noch ein wenig verändern. Wir sind auf der Suche nach institutionellen Investoren, weil wir natürlich die PREOS sehr viel weiter entwickeln wollen.

Und hier haben wir auch schon amerikanische Investoren, koreanische Investoren, die in Größenordnungen einsteigen wollen. Und die haben den Fokus eher auf größere Immobilien. Die wollen mit kleinen Assets nichts zu tun haben…

Die PREOS soll geschärft werden nur auf große Assets, um damit den Ansprüchen der zukünftigen Aktionäre und der Marktpräsenz dann auch gerecht zu werden.“

Befreiungsschlag 2021 mit Swiss Life

Am 22. Oktober 2021 meldete der gut informierte Platow Immobilien Brief: „Swiss Life angeblich vor Einstieg bei publity-Tochter PREOS“.

Der Asset-Manager publity will seine Mehrheit an der börsennotierten Büroholding PREOs verkaufen, die Büroimmobilien im Wert von 900 Millionen Euro hält (unter anderem Centurion in Frankfurt). Zu PREOS gehört außerdem die kleine, ebenfalls börsennotierte Tochter GORE (publity hält an GORE 62,7 Prozent).

So sei ein LOI (eine Absichtserklärung) unterzeichnet worden mit einer Investorengruppe, hinter der nach PLATOW-Brief-Informationen unter anderem der Rückversicherer Swiss Life und eine weitere Schweizer Versicherung stehen.

Swiss Life bringt Luxemburger Büroimmobilien ein

Das Versicherungs-Konsortium bringt als Sacheinlage ein 1,2 Milliarden Euro schweres Luxemburger Immobilienportfolio als Kapitalerhöhung in die GORE ein. Die GORE-Aktien werden dann gegen neue PREOS-Aktien getauscht. Am Ende soll das Luxemburger Finanzvehikel der Swiss Life und Co. mehr als 50 Prozent der PREOS-Aktien halten. Der PREOS-publity-Anteil sinkt von jetzt 89,11 Prozent auf dann 25 Prozent.

Die PREOS Immobilien GmbH (eine 100prozentige Tochter der PREOS AG) hatte bereits im Juni vergangenen Jahres 89,9 % ihrer Büros in die Frankfurter GORE German Office Real Estate AG eingebracht. Die Einbringung umfasste 12 Objekte mit Marktwerten zwischen 4,1 bis 19,2 Millionen Euro. Die GORE German Office Real Estate AG hielt ihrerseits vier Objekte mit Markwerten zwischen 4,7 und 25 Millionen Euro.

Die von der PREOS gehaltenen GORE-Aktien sollen nun nach der aktuellen Transaktion anschließend an internationale Investoren umplatziert werden.

Die GORE soll alle deutschen Büros verkaufen und sich ausschließlich auf den Erwerb von Gewerbeimmobilienprojekten in Luxemburg fokussieren.

GORE wird PREOS Luxembourg

Hierzu ist unter anderem eine Sitzverlegung nach Luxemburg sowie eine Umfirmierung in „PREOS Luxembourg“ und ein anschließender grenzüberschreitender Formwechsel geplant. Zudem wird ein zusätzliches Listing der GORE-Aktien an der Börse in Luxemburg angestrebt. Die Neuausrichtung der GORE soll auch mit einer Neubesetzung von zwei Aufsichtsratsposten und einer Erweiterung des Vorstands der GORE um eine Person einhergehen.

Umplatzierungsgewinne für PREOS-Wachstum

Die Erlöse aus der Umplatzierung der GORE-Aktien sollen als Eigenkapital für den weiteren Ausbau des PREOS-Portfolios mit Fokus auf Premium-Gewerbeimmobilien in Deutschland und europäischen Finanzzentren wie Paris und London verwendet werden. Aufgrund dieses Mittelzuflusses wird ein Wachstum des PREOS-Immobilienportfolios um mindestens 3 Milliarden Euro bis Ende 2023 erwartet.

Die PREOS Global Office Real Estate & Technology AG fokussiert sich nunmehr auf den Ausbau ihres Bestandsportfolios in den deutschen TOP-7-Metropolen im Hinblick auf Objektgrößen über 50 Millionen Euro.

publity führt in digitalen Büro-Märkten

Deutschland und Luxemburg sind für publity deshalb so attraktiv, weil es die bislang einzigen europäischen Büro-Märkte sind, die voll digitalisiert sind. Paris und London werden von publity seit letztem Jahr in Angriff genommen. In Sachen Digitalisierung hat publity bereits in Deutschland mit seiner Big Data Immobilienanalyse und einem Research Tool mit 9.500 der größten und relevantesten Büroimmobilien Deutschlands die Nase vorn. Das soll nun auch international mehr und mehr gelingen.

Die Vision des einstigen Vorstandsberaters der Sächsischen Landesbank Thomas Olek ist aufgegangen

Sein vor 22 Jahren gegründetes Büro-Immobilienunternehmen publity AG hat selbst in Zeiten einer Weltseuche mit Homeoffice bewiesen, dass man mit Büros Gewinne erzielen kann.

Die PREOS AG beendete das Jahr 2020 mit einem Gewinn von rund 83 Millionen Euro nach einem Verlust von rund 4,4 Millionen Euro im Jahr 2019.

Insbesondere der Frankfurter Büromarkt wies im dritten Quartal 2020 auf den ersten Blick eine äußerst ambivalente Entwicklung auf: So war einerseits die Leerstandsrate mit 6,7 % mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt der Top-7-Städte. Auf der anderen Seite stiegen die Spitzenmieten in Frankfurt um 6,7 % auf nunmehr 48 Euro pro Quadratmeter.

Experten von Savills begründen den Anstieg der Spitzenmieten damit, dass die qualitativen Ansprüche für die Arbeitsplätze- und -fläche der Zukunft tendenziell steigen. Dies sorge dafür, dass für Spitzenobjekte sogar höhere Mieten akzeptiert und gezahlt werden. Daran wird deutlich, dass Core-Immobilien in Top-Lagen Deutschlands auch in Pandemie-Zeiten nachgefragt werden.

publity liegt bei Finanzzahlen im Plan

Die Muttergesellschaft und Büro-Asset-Managerin publity liegt bei sämtlichen Kennzahlen im ersten Halbjahr 2021 voll im Plan der Prognose für das Geschäftsjahr 2021. Für das Gesamtjahr 2021 erwartet publity unverändert, dass der Umsatz leicht unter dem Vorjahresniveau (2020: 16,1 Millionen Euro) liegen wird. Der Jahresüberschuss wird in einer Bandbreite von 9 bis 12 Millionen Euro prognostiziert. Im ersten Halbjahr lag er bei rund 4,6 Millionen Euro und der Umsatz bei rund 11,6 Millionen Euro.

Frank Schneider, CEO der publity AG: „Mit dem Abschluss des erfolgreichen ersten Halbjahrs 2021 haben wir bewiesen, dass wir auch in herausfordernden Zeiten Vermietungs- und Verkaufserfolge erzielen können. Dies ist ein weiterer Beleg für unser solides und krisenfestes Geschäftsmodell. Darüber hinaus freuen wir uns auf die weiteren Wachstumsschritte unserer Gesellschaft durch den geplanten Einstieg des neuen Mehrheitsaktionärs bei PREOS. Damit können wir unsere Positionierung als Asset Manager für Büro- und Gewerbeimmobilien in europäischen Top-Metropolen weiter stärken.“

Die Folge:

publity kann sich aktuell aussuchen, mit wem sie den eigenen Immobilienbestand in ihren Tochterunternehmen PREOS und GORE teilt und erweitert. Die Gespräche mit einem asiatischen Mischkonzern über einen Einstieg bei PREOS sind gestoppt. Der Vertrieb von PREOS-Token und PREOS-Aktien ist eingestellt. Und auch eine geplante PREOS-Anleihe von 400 Millionen Euro und eine 10prozentige Barkapitalerhöhung bei PREOS sind vom Tisch. (FM)